Dark Encounter

Unheimlich langweilige Begegnung der 3. Art

von Herr_Kees
Es hat natürlich Vorteile, wenn man bei seinem Film alle Kerntätigkeiten wie Regie, Drehbuch, Schnitt und Produktion selbst erledigt. Man schafft so unter Umständen genau das Werk, das man ursprünglich im Kopf hatte. Aber will das dann auch jemand sehen? Ein solches Egoprojekt hat nämlich auch einen großen Nachteil: Es gibt kein Korrektiv, niemanden, der die Geschichte nochmal straffen kann, der allzu papierne Ideen visuell spannend auflöst, der dem Film im Schnitt ein anderes Tempo gibt.

Schon Carl Strathies letzter Alleingang SOLIS kam handlungsmäßig nicht über einen Kurzfilm hinaus. Auch hier ist es nur eine – noch dazu recht bescheidene – Idee, die den ganzen Film tragen soll, und entsprechend schleppt sich der Film dahin.

Dabei begeht Strathie auch noch ein paar Kardinalfehler des Genres: Er lässt uns beispielsweise das verschwundene Mädchen vorher kein einziges Mal sehen und auch die übrigen Charaktere nicht näher kennenlernen, was ein emotionales Involvement von Anfang an erschwert. Dann baut er eine ellenlange „Spannungsszene“ auf, ohne uns vorher eine wirkliche Bedrohung zu präsentieren. So wundert man sich nur, warum sich die Charaktere alle vor Trockeneis und Blaulicht fürchten.

Insgesamt wirkt DARK ENCOUNTER so wie ein Filmstudenten-Remake von SIGNS. Aber erstes Semester.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

18.09.2019, 18:39



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