Dreamland

Eine Hochzeit und viele Todesfälle

von Leimbacher-Mario
Welcher Film spielt schon im feinen Luxemburg?! „Dreamland“ kann sich da von nun an melden, das neueste Werk vom „Pontypool“-Macher Bruce McDonald. Doch sein cooler, ungewöhnlicher Schauplatz ist nicht das Einzige, was diesen traumwandlerischen, fantasievollen Nightmare Noir vom Rest abhebt. Leider nicht nur positiv... Abgeliefert wird hier eher eine lässige, jazzige Kunstausstellung als ein ausgewachsener Film. Eine bizarre Geschichte um abgeschnittene Finger und lethargische Auftragskiller, mysteriöse Nachtclubs und einen albernen Vampir, der sich eindeutig in den falschen Film verirrt hat. Eine bunte Tüte Quatsch, der meint Kunst zu sein. Böse und überzogen streng gesagt.

„Dreamland“ hatte mich am Haken. Das verträumt-rauchige Neo-Noir-Setting, grandiose Darsteller vom doppelten (!) McHattie bis zu Henry Rollins, ein smoother Soundtrack, das besondere Herzogtum im Hintergrund, eine auf dem Papier total bonkers und eindringliche Story - alles war angerichtet für ein bizarres Fest. Nur leider ließ er mich dann schneller von der Angel, als man Vampirhochzeit sagen kann... Die 90 Minuten ziehen sich wie Kaugummi, jegliches Interesse geht schnell fliegen, vom gelungenen, endlich explosiveren Finale mit vielen politisch-satirischen Spitzen hätte ich gerne mehr gesehen und die Geschichte tritt gefühlt unheimlich auf der Stelle, ist kaum relevant, dreht sich im Kreis und es fehlt hinten wie vorne an Spannung. Alles wirkt eher wie ein mittelmäßiges, bemühtes Jazz-Freestyle. Nicht meins. Und ehrlich gesagt glaube ich, von kaum wem... Kultpotenzial?!

Fazit: Ein Film, der mich mit vielen Details abgeholt hat - und dann vollkommen verloren. Das filmische Äquivalent zu Fahrstuhlmusik. Ein zähes Moodpiece. Hübsche Schlaftablette. Mäh.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

21.09.2019, 01:52



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