Something Else

Und jetzt zu etwas ganz anderem...

von Leimbacher-Mario
Anfang 30, zwar vergeben aber unverheiratet und kinderlos,
da wacht manch Einer nachts vielleicht sogar mal auf mit mehr als nur nassem Schoß.

In diesem trügerischen, intimen „Monstermovie“ der „Battery“-Macher,
zieht man aus dieser Situation weniger Spannung, eher melancholische Lacher.

Bitte kein klassisches Creature Feature erwarten,
sonst könnte diese Erfahrung schnell in Frust ausarten.

Doch wer den ungewöhnlichen Zombie-„Vorgänger“ im Geiste einschätzen kann und gesehen hat,
wird wohl auch nach dieser gefühlvollen Beziehungskiste nicht sein enttäuscht und platt.

Es geht um einen Mann, den seine langjährige Freundin verlassen hat, in ihrem abgelegen Haus,
und nachts erweckt ihn nun regelmäßig der an der Tür kratzende, rätselhafte und nahezu nicht sichtbare Monstergraus.

„Something Else“ verspricht nicht zu viel und ist wirklich mal was and'res,
nur wie gesagt, versuch's gar nicht erst, wenn du schon „The Battery“ zu ruhig fandest.

Diese Story über Stillstand, Mut und die große Liebe,
redet viel, ist äußerst still und verteilt keine physischen Hiebe.

Dafür geht's gut aufs Herz und ist absolut nachvollziehbar für mich,
eine grandiose Metapher, für andere vielleicht weder Fleisch noch Fisch.

„Something Else“ ist toll geschrieben, wirkt natürlich und echt,
es ist ein Werk, das mich momentan tief trifft und was kommt genau recht.

Es geht um Zögern, vielleicht verpasste Zeitpunkte und fehlenden Mut,
dieses kleine Experiment unterwandert einige Erwartungen mit Chuzpe und Mut.

Vollkommen verstehen kann ich, wenn man den Zugang hier nicht findet,
es ist definitiv kein Film, der an der Oberfläche seine Pluspunkte schindet.

Lange Dialoge, wie sie jeder aus einer (vielleicht sogar) wankenden Beziehung kennt,
man könnte meinen, er hätte sein komplettes Genre verpennt.

Doch er packt für mich immer noch genug Punch und eine Pointe, die mich vollkommen hat gekriegt,
da hat man mich nicht nur hingehalten, sondern auch auf die falsche Fährte geschickt.

Addiert man zu der persönlichen Connection einen feinen Countrysound, metaphorische Kraft und starke „Stars“,
dann ist das hier für eine bestimmte Zielgruppe weit mehr als Finte und Farce.

Fazit: Einer der mutigsten und für mich persönlichsten Polarisierer, die ich seit langer Zeit vorgesetzt bekommen habe. Aber für viele sicher eine massive, fast schon unverschämte Enttäuschung. Jedoch extrem sympathisch und unfassbar intim - für ein paar wenige... Wie mich. Fette Warnung an alle: bitte keinen wirklichen Monstermovie erwarten!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

21.09.2019, 01:56



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