Angel of Mine

Mein Schatz *Gollumvoice aus*

von Leimbacher-Mario
„Angel of Mine“ hat Frau Rapace zu danken. Und zwar mit Schmackes. In Teilen dann auch noch den anderen Darstellern, wie Luke Evans und Yvonne Strahowski. Denn mit einer weniger herausragenden Besetzung, wäre dieses durchaus emotionale Trauerspiel doch etwas sehr blass. Daher kann ich auch nicht wirklich das französische Original empfehlen oder vorziehen, nicht nur, weil ich es noch gar nicht gesehen habe, sondern weil anzuzweifeln ist, dass dort ebenfalls solche top aufgelegten Hochkaliber am Start sind... Die Story bewegt sich irgendwo im achselzuckenden Niemandsland zwischen Thriller und Drama, mit klarem Schwerpunkt zu letzterem. Wir folgen einer psychisch labilen Frau und Mutter, die vor einigen Jahren ihr Baby verloren hat. Und nun meint sie in der süßen Tochter einer neuen Bekannten ihre eigene Kleine wieder zu erkennen... Mutterinstinkt vs. Trauertrauma... was gewinnt, wer hat recht?

Den Blickwinkel der „Bösen“, der Stalkerin, der psychisch (verständlicherweise) angeschlagenen Psychopathin einzunehmen - das ist nicht neu, aber immer noch recht frisch und anders. Denn in Teilen kann man sich „Angel of Mine“ wie eine umgekehrte und super, super, super (!) leichte Version von „Inside“ vorstellen. Nur eben enorm flach, blutlos, in weiten Teilen erschreckend absehbar und nie, in keiner seiner Richtungen, in die Vollen gehend. Weder packender Thriller noch niederschmetterndes Drama, weder Fisch noch Fleisch, immer nur auf Sparflamme und nach dem ungefährlichsten, kleinsten gemeinsamen Nenner suchend. Das ist am Ende nicht allzu anhaltend oder befriedigend. Zudem könnte man die Entwicklungen leicht hanebüchen nennen. Wenn auch durch seine edlen Darsteller und für mich im Endeffekt doch gar nicht so unrealistische Situation nett wegzugucken. Aber nett kann ja bekanntlich auch „falsch“ verstanden werden... Und wo sollte der Film am Ende sonst hingehen?! Den ohnehin schon recht abgefederten Biss hatte das Ganze zu diesem Zeitpunkt für mich schon länger verloren.

Fazit: Starkes Drama, schwacher Thriller?! Eine Geschichte, die, abgesehen von ihren fabelhaften Darstellern, sehr handzahm und unspektakulär runtergekurbelt wird. Überraschend vorhersehbar für mich, nicht überraschend generisch. Immerhin der Blickwinkel der „Stalkerin“ ist mal ein dezenter Twist. Ansonsten aber eher Füllmaterial für den Sonntagnachmittag.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

22.09.2019, 01:47



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