It Comes

It drags

von Herr_Kees
Der viel zu kurze Vorspann verspricht einen psychedelischen Trip mit starken Bildern, den der viel zu lange Film allerdings erst ganz am Ende einlöst und das auch nur ansatzweise. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Und zwar einer ohne Wegweiser.

Hat man anfangs noch den Eindruck, einer mehr oder weniger klassischen Geistergeschichte zu folgen, löst sich diese nach und nach in Chaos auf: die Hauptprotagonisten wechseln ebenso häufig wie die zuständigen Exorzismus-Experten und es ist irgendwann völlig unklar, welches Wesen denn nun aus welchem Grund hinter wem her ist. Klar ist nur, dass es offenbar ein ganzes Exorzismusfestival braucht, um die Sache zum ersehnten Ende zu bringen.

Man könnte dieses metaphysische Durcheinander als bewusste kreative Entscheidung werten – wenn nicht einige Indizien dafür sprechen würden, dass der Film einfach nicht besonders überlegt, um nicht zu sagen stümperhaft inszeniert ist. So hätte das erste Drittel des Films dringend einige Kürzungen nötig gehabt, die Charakterzeichnung des klickgeilen Vaters wirkt arg plump, eingeführte Figuren verschwinden kommentarlos und tauchen erst viel später wieder auf, andere werden gar nicht eingeführt, obwohl sie eine wichtige Rolle zu spielen scheinen usw.

Dabei ist der Film nicht nur wirr und zäh erzählt, er ist vor allem auch keine Sekunde lang gruselig. Eine merkwürdige Wahl für das „Director's Spotlight“ des Festivals.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

23.09.2019, 00:11



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