3 From Hell

Unnötiges Sequel

von ArthurA
Rob Zombie, dessen Regie-Karriere mit den polarisierenden Halloween-Filmen, dem experimentellen The Lords of Salem und dem eher ermüdenden 31 eher holprig verlaufen ist, konnte der Versuchung nicht widerstehen, zum beliebtesten Film seiner Karriere zurückzukehren. Vierzehn Jahre nach dem perfekten Ende von The Devil's Rejects lässt er die Massenmörder in 3 From Hell wiederauferstehen. Doch während sich der zweite Film wirklich etwas getraut und neue Pfade beschritten hat, begnügt sich Zombie beim unnötigen Nachfolger damit, den Vorgänger beinahe mechanisch zu wiederholen. Damit ist nicht nur gemeint, dass er dessen Stil weiterführt, sondern dass er tatsächlich nahezu jedes Handlungselement von The Devil's Rejects lieblos neu verpackt und wiederholt. Rob Zombies Filme haben schon immer polarisiert, doch jeder folgte einer ganz eigenen Vision des Filmemachers und Metal-Musikers. Diese Vision fehlt in seinem neusten Film, der bestenfalls wie ein Best-of seines Vorgängers wirkt, ohne dessen Reiz wirklich verstanden zu haben. Wer nur für den dreckigen Grindhouse-Stil und drastische, menschenverachtende Gewalt kommt, wird auf seine Kosten kommen, doch hier verkommen sie zum Selbstzweck ohne Sinn und Verstand. The Devil's Rejects war subversiv, 3 From Hell möchte es sein, ist dabei einfach nur uninspiriert und bemüht.

Anfangs hat er sogar interessante Anflüge, wenn der mediale Rummel um die zu Legenden avancierten Killer sie zu einer Art Volkshelden macht. Die an den Manson-Kult angelehnten Szenen, in denen Firefly-Groupies "Free the Three!" fordern und sie für vom Staat zu Unrecht verurteilt halten, entbehren nicht gewisser, wenn auch nicht gerade subtiler Gesellschaftskritik über die Verehrung charismatischer, kontroverser Figuren. Doch so schnell diese Idee aufgegriffen wird, so schnell wird sie nach den ersten zehn Minuten auch fallen gelassen, wenn der Film in seinen vertrauten Trott verfällt. Dazu gehört natürlich Zombie-übliche White-Trash-Exploitation. Dialoge wie beispielsweise Foxys (Richard Brake) Traum, ins Pornogeschäft mit dem Titel The Salami Man einzusteigen, lassen einen sich wundern, ob Rob Zombie die Pubertät schon überwunden hat.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

28.09.2019, 11:52



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