Jojo Rabbit

Scarlett Johanssons Stimme

von splattercheffe
Er ist wieder da. Höhö. Taika Waititi nämlich, der uns bereits gezeigt hat, wer für das blutige Geschirr der Vampir-WG zuständig ist, und der Thor subversiven Humor beigebracht hat, und der auch nach seinem Abmarsch gen Hollywood nichts von seinem eigentlich wenig Mainstream-tauglichen Zugang zu absurden Stoffen verloren hat.

Was ist JOJO RABBIT? Coming-of-age, klar, Nazi-Satire, sowieso. Man füge hinzu: wunderbare Schauspieler (Sam Rockwell zuverlässig wie immer, Johansson sollte man nicht erst seit UNDER THE SKIN als überragende Darstellerin würdigen), auch die Kids spielen wirklich großartig auf, Gratulation ans Casting. Ein schönes Wiedersehen mit vermeintlichen Nebendarstellern aus der BIG BANG THEORY oder GAME OF THRONES.
Tolle Musik, und vor allem: so passend! Wie ein Waits-, Orbison-, Bowie- oder Beatles-Song in einen Film passen soll, der sich um einen Zehnjährigen dreht, der sich unter Beihilfe seines imaginären Freundes Adolf in die Hitlerjugend eingemeinden will, muss man sich anschauen.
Überragende Komik. Nicht über die ganze Strecke, klar aufgrund des Plots, aber immer wieder und zwerchfellerschütternd. Waititis Humor ist nicht immer frei von Albernheiten, aber sogar dann lässt er einen an das Gute im Menschen glauben. Sagt der überzeugte Misanthrop/Autor. Hier glänzt JOJO RABBIT, zumindest im Original, sogar mit Dialogwitz und subtilen Bausteinen, die nicht dauernd nur auf den Schenkelklopfer zielen.
Poesie. Jawoll. So ist es. Geht rein und seht und staunt.

Als Deutscher einen solchen Stoff zu sehen, betrachte ich immer wieder als schwierig und ambivalent. Aber selbst, wenn man es ablehnt, Hitler als Witzfigur zu inszenieren, oder gegenteilig genau darauf wartet: Ich vermag mir nur schwer vorzustellen, dass man einen solchen Film, nun ja, "geschmackvoller" verwirklichen kann - und es wie Taika Waititi trotzdem schafft, zutiefst zu berühren. Denn das tut er, allerspätestens mit einer der schönsten Abschluss-Szenen, die wenigstens ich je gesehen habe.

Ach so ja, und zu Scarlett Johanssons Originalstimme: Was die nicht erst seit HER mit mir macht, verschweige ich höflich, sonst sperren sie mir hier noch den Zugang.
splattercheffe
sah diesen Film im Cinema, München

13.01.2020, 15:03



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