crazy

Jojo Rabbit

Das Tagebuch der Du-lachst-dich-krank

von Leimbacher-Mario
Taika Waititis Filmografie kannte bisher nur Hits,
doch scheinbar zieht nicht bei allen (Kritikern) sein neuester „Witz“.

Dabei dürfte „Jojo Rabbit“ eigentlich nicht polarisieren,
zu sehr und deutlich und klar geht er hier Hass und Nazis und Vorurteilen an die Nieren.

Für mich ist das am ehesten vergleichbar mit Lubitschs „Sein oder Nichtsein“,
mit dem waren damals bei Release auch einige Leute nicht fein.

Doch genauso wie dieses Meisterwerk wird Jojo die Zeit übersteh’n
und früher oder später werden einige Kritiker ihren bornierten Fehler einseh’n.

Für mich ist dieses tief humane, humorvolle und herzliche Werk ein echter Coup,
der sich schlich sowohl in Zwerchfell wie ins Herz wie im Nu.

Wenn selbst Rebel Wilson in deinem Film funktioniert,
weißt du, dass das Projekt rigoros Richtung Genie stiert.

Über einen kleinen „Nazi“ und seinen imaginären Hitler,
ist dieser Streich zwischen Komik und Tragik ein erstaunlicher Vermittler.

Von fabelhaften Kinderdarstellern bis zur besten Johansson aller Zeiten,
konnten mir wenige „Kriegsfilme“ in den letzten Jahren eine derartige Erfahrung bereiten.

Diese Achterbahnfahrt der Gefühle wird mich sicher noch länger begleiten,
ich kann einfach nicht fassen, wie man sich über dessen Qualitäten und vor allem Botschaften kann streiten.

Waititi selbst als Hitler ist famos,
mal lacht man laut, mal weint man doch und mal hängt im Hals der Klos.

Da kann man nur hoffen, dass es nächsten Monat regnet auch etwas Gold,
denn diese genau richtig schmerzhafte und aufbauende Satire schießt scharf wie ein Colt.

Wichtig. Witzig. Wuchtig. Und ein Mittelfinger an Gewalt und rechte Hetze,
gerne (?) ich mich mal mit einer AfD-Delegation in diese Lehrstunde setze.

Über Propaganda und Fantasie, über Vorbilder und die Macht der Liebe,
ich bin fest davon überzeugt, genau das wird immer stärker sein als Brutalität und Kriege.

Heute und rund um den Globus aktuell wie ewig nicht,
ach, Alice Weidel, was machst du denn für ein langes Gesicht.

Von den eingedeutschten Popsongs bis hin zu schockierenden Augenblicken,
kann dieser Meilenstein dich in einen ganz schönen emotionalen Wirbelsturm schicken.

Doch ultimativ zahlt sich das mehr als nur aus,
und sowas kommt sogar indirekt aus dem Haus der Maus?!

Okay, die hat vor 80 Jahren schon „Der Fuehrer’s Face“ gemacht,
deswegen sollte man dem familienfreundlichen Monopolstudio vielleicht etwas mehr zutrauen als gedacht.

Um es nochmal deutlich zu betonen:
„Jojo Rabbit“ gehört in Schulen und ein Kinobesuch (unbedingt wenn möglich im O-Ton!) könnte sich kaum mehr lohnen.

Fazit: Ein Anti-Hass-Meisterwerk auf einer Stufe mit Chaplin, Lubitsch und Brooks. Benigni auch. Einer der wichtigsten Filme, den ich seit Jahren gesehen habe. Mehr als nur ein unkaputtbares Lachen gegen den Schrecken und das Böse. Irgendwie... magisch?! Das hat mich umgehauen, mitgenommen und vollkommen überzeugt. Chapeau! Danke & Bravo, Herr Waititi!

Nur eine Frage bleibt: Warum haben wir diesen Film nicht gemacht?!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.01.2020, 02:59



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