crazy

Blood Quantum

Wir spielen Kauboy und Indianer

von Leimbacher-Mario
Was muss ein Zombie-Schocker mittlerweile mitbringen, um einem zu gefallen oder einen gar umzuhauen? Eine Menge, denn in dieser Nische wurden wir vom Fernsehen bis zum Fantasy Filmfest im letzten Jahrzehnt regelmäßig und passend zum Thema regelrecht überrannt und abgestumpft, mal verwöhnt, mal filmseelisch schwer verletzt, oft schlicht und einfach gelangweilt. „Blood Quantum“ stellt uns nun die ungewöhnliche Variante vor, in der die amerikanischen Ureinwohner bzw. dessen Nachfahren als einzige immun gegen den Virus sind, der die Toten in reißende Bestien verwandelt. Und in diese untergehende Welt zoomen wir in eine kleine kanadische Gemeinde, in der sich ein Haufen moderner Indianer nun mit dieser Plage und neuen Weltordnung herumschlagen muss...

„Blood Quantum“ ist einer der besseren Zombie-Ausläufer. Immerhin. Selbst wenn das außerhalb dieser durchhängenden Schublade gar nicht mal allzu viel heißen mag. Die Schauspieler, fast allesamt wirklich indianischer Abstimmung, machen ihre Sache in Ordnung bis sehr gut, einige von ihnen sogar echt badass, und die gesamte Prämisse hat man aus diesem Blickwinkel einfach noch nie betrachtet. Zudem kommen Goreguys überraschend deutlich auf ihre Kosten, es wird ein einnehmendes Tempo an den Tag gelegt und es scheint kaum jemand einen „Heldenschutz“ aktiviert zu haben, d. h. jeder kann jederzeit sterben. Immer gut um mitzufiebern. Ebenso wie eine Schwangere im Mix, ein glaubwürdiger, gebeutelter Sheriff und ein fieser, hassenswürdiger Bad Boy. Weniger gepasst haben die nett gemeinten, aber eher reingeschobenen, animierten Passagen, manch ein unnötig langer Monolog, seltsame Cuts, manchmal zu wackelnde Kameras und vor allem das lahme Design der rasenden Beißer. Pros & Cons halten sich hier also die Waage. Wer dem Sujet etwas abgewinnen kann, darf aber super gerne einen Blick riskieren. Es ist unwahrscheinlich, dass ihr dann diese 90 Minuten als Zeitverschwendung ansehen werdet. Und schlechter als eine aktuelle Walking Dead-Doppelfolge ist das mit Sicherheit nicht.

Fazit: Ein frischer Twist auf das Subgenre der Untoten. Indianer gegen Zombies. Kann man machen. Vielleicht für TWD-Fans noch mit am interessantesten. Erstaunlich und schön saftig. Selbst wenn sich hinter dem leicht exotischen Winkel und ein paar netten Spielereien dann doch viel Stangenware versteckt. Dennoch: Ein empfehlenswerter Zombie-Walk.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.01.2020, 01:57



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