Jojo Rabbit

„Heil me!“

von Herr_Kees
Wenn die Jungs der Hitlerjugend mit Messern und Handgranaten fröhlich durch den Wald springen, wenn Sam Rockwell mit Fantasieuniform und Grammofon in den Kampf gegen die Alliierten zieht, wenn die Unterhaltung beim Abendessen so unangenehm wird, dass sich sogar Adolf Hitler lieber mal vom Tisch verabschiedet – dann hat Taika Waititi eine Nazisatire gedreht, die ihresgleichen sucht.

Irgendwo zwischen den Retrobildwelten von Wes Andersons MOONRISE KINGDOM und dem zu Tränen rührenden Humor von Roberto Benignis KZ-Komödie LA VITA E BELLA findet Waititi wunderbare Bilder, brüllende Komik, aber auch herzzerreißende emotionale Momente.

Denn wie Benignis zu Recht oscarprämiertes Werk ist auch JOJO RABBIT bei aller Übertreibung keine reine Comedy, sondern rutscht insbesondere in der zweiten Hälfte mehr und mehr in die grausame Realität ab. Da ist selbst Adolf nicht mehr zum Lachen – und genau so muss eine Rassismussatire sein. Ein leichter, großer Film.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

20.01.2020, 00:58



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