The Other Lamb

Zum Schafe zählen

von Leimbacher-Mario
„The Other Lamb“ hätte ich gerne als menstruierende Mischung aus „Charlie Says“ und „The VVitch“ beschrieben,
doch dafür würde ich für diese arthousige Schlaftablette leider zu viel Positives mitwiegen.

Kein Horror, kaum Grusel, nur ein blasser Hirte und sein weibliches Gefolge,
das Ding hat mich total kaltgelassen, egal wie intensiv sie spielt, die junge Holde.

Wohl als Metapher zur Situation der Frauen in einem ungesunden Patriarchat gedacht,
doch für die lobenswerte Grundidee hat dieser Wald-und-Wiesenmarsch mit mir einfach viel zu wenig gemacht.

Ein paar schräge Visionen und Finger in den Rachen reichen einfach nicht,
da verbleibe ich enttäuscht mit schweren Augenlidern und einem langen Gesicht.

Und das ganz sicher nicht, weil ich mich als Mann da nicht hineinversetzen kann,
sondern weil mich dieses Kultdrama zog einfach null in seinen Bann.

Hübsch gefilmt, intensiv gemimt, von der Ambition und dem Gedanken wie gesagt alle Ehre wert,
doch ich machte innerlich schon ziemlich früh ernüchtert kehrt.

Die internationale Co-Produktion, einziger Beitrag auf dem FFF mit Frau auf dem Regiestuhl,
doch dieser feministische Ausbruch sich deutlich zu viel in seinem eigenen Saft suhl.

Das ist nur ganz schwaches Alptraumfutter oder wichtiger Zeitgeistkommentar,
da kann ich noch so sehr mögen Frau Cassidy als natürlichen Star.

Das ist für mich ein ernüchternder Heimatfilm auf Pilzen,
man will sich von ihm nicht einlullen lassen oder filzen.

Fazit: The Bandmaid's Tale. Fadenscheinig. Hübsch. Aber leider arschlahm. Zähe Geschichte. Schwache, mehr als vorhersehbare Pointe. Ambitioniert und doch ziemlich bescheidene Angelegenheit - trotz toller Bilder, thematischer Wichtigkeit (bei entsprechender Leseart) und aufopferungsvollen Darstellerinnen. Sehr weiblich, sehr vage, sehr mau.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

13.07.2020, 01:23



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