Daniel Isn't Real

Fresh Note

von Leimbacher-Mario
„Daniel Isn't Real“ hat mir dermaßen gut gefallen, dass ich mir sogar nochmal „Some Kind of Hate“ von Regisseur Adam Egypt Mortimer angucken würde - und das will was heißen, konnte ich mit dem doch absolut gar nichts anfangen, wirkte der eher wie ein Vollflop von einem Vollpfosten. So kann man sich täuschen, so sollte man keinen Regisseur, sei sein Erstling auch noch so mies, voreilig abschreiben. Und vielleicht habe ich bei seinem von mir verrissenen Geisterslasher-Erstling ja auch irgendetwas übersehen, vielleicht ist er ja gar nicht nur Müll. Wer weiß. „Daniel Isn't Real“ ist jedenfalls ein ziemlich großer, cooler Wurf zwischen „Color Out of Space“, „Drop Dead Fred“ und „Death Note“. Hypnotisch, introvertiert, emotional. Irgendwie richtig geil. Sicher nicht ohne Schwächen - aber ich hatte eine verdammt launige Zeit!

Erzählt wird von einem jungen Mann, der in seiner Kindheit mal einen imaginären Freund hatte, der ihm allerdings nicht immer gut tat. Nun ist er ein junger Mann - und sein unsichtbarer Kumpel ist zurück! Und nun scheint endgültig Schluss zu sein mit den Kinderspielchen... „Daniel Isn't Real“ fesselt ab dem unfassbar hübschen Shot 1, seine zwei Hauptdarsteller sind grandiose Entdeckungen (vor allem der „Mini-Arnie“ spielt hier schon mehr als sein Vater in der gesamten ersten Hälfte seiner Karriere!), der Synthie-Score dröhnt sich unwiderstehlich und ganz eigen ins Mark, die Geschichte bietet genug Wendungen und Ebenen, um zum absoluten Kultfilm zu avancieren. Wenn es sowas heutzutage noch gäbe bzw. so einfach wäre wie vor 35 Jahren... Über manche Nebenfiguren kann man streiten, trotz einiger Finten und neuartiger Facetten werden sicher einige schon früh die etwaige Richtung erkennen, zudem muss man hier etwas Overacting schon abkönnen und es hätte noch mehr von dem schleimig-genialen Bodyhorror geben können - insgesamt kriegt „Daniel Isn't Real“ jedoch von mir den Daumen dick hoch!

Fazit: Wer hätte gedacht, dass Herr Mortimer nach dem ziemlich miserablen „Some Kind of Hate“ nochmal sowas Tolles abliefern könnte... „Daniel Isn't Real“ bringt ihn zurück auf Spur, schießt ihn auf viele Radare und ist psychologischer, maskuliner Buddy-Body-Seelenterror der besonders kultigen, furchtlosen und fesselnden Art und Weise. Zwischen Lovecraft, Freud und „Mandy“. Sehr nice!
Leimbacher-Mario

23.07.2020, 21:16



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