Becky

Squirrel Girl vs Die Braune Brut

von D.S.
Ganz klar einer der Gute-Laune-Filme des diesjährigen Festivals. Oder, wie es Artur bei der Ansage in Frankfurt ausdrückte: Wenn ihr hierbei nicht reihenweise in Szenenapplaus ausbrecht, dann wissen wir auch nicht, warum ihr überhaupt aufs FFF geht. ;)

Um blendend zu unterhalten, muss BECKY dabei nicht mal ein großes Story-Fass aufmachen. Fiese Gewalt, die von unschuldig wirkenden Kindern oder Jugendlichen ausgeht, gerne in Verbindung mit hinterhältigen Fallen und bösartig schwarzem Humor: Das kennt man aus diversen Genrebeiträgen wie zuletzt etwa SAFE NEIGHBORHOOD aka BETTER WATCH OUT und natürlich aus dem Familienklassiker HOME ALONE, wobei ein Kevin sich angesichts des hier zelebrierten Gewaltlevels, das eher in Richtung von THE AGGRESSION SCALE geht, vermutlich für immer zu Hause einsperren würde.

Neben Lulu Wilson (ANNABELLE 2) als über-genervte, toughe Teenagerin „with a chip(munk) on her shoulder“ beeindruckt vor allem der „King of Queens“ himself: Kevin James als bedrohlich grimmige braune Wuchtbrumme Dominick, die allerdings für den durchschnittlichen militanten Neonazi mitunter vielleicht ein bisschen zu intellektuell und auch geschwollen daherlabert.

Der Rest seiner Gang hingegen ist als irgendwo zwischen geistig sehr simpel und voll-tumb gezeichnet, ist zumindest in einer Hinsicht jedoch weiter als wir: Es lässt sich jedenfalls davon ausgehen, dass die braunen Jungs wissen, was genau sie im Ferienhaus von Beckys Familie eigentlich suchen – bzw., wofür sie es suchen. Wir als Zuschauer werden darüber leider völlig im Unklaren gelassen, und somit entpuppt sich das Objekt ihrer Begierde als klassischer MacGuffin. Wer ein wenig über mögliche Handlungshintergründe spekulieren mag, schlage in der Wikipedia den Artikel zum „Valknut“ nach.

Wie gesagt, in Sachen Story sollte man von BECKY keine Wunderdinge erwarten – die braucht es aber auch nicht, um dem Genrefan 93 Minuten Spaß zu bescheren, denn es gibt dafür gutes Tempo, überraschende Kompromisslosigkeit und beachtliches Blutvergießen zu erleben; zudem ist der Film gerade im ersten Viertel bemerkenswert geschickt geschnitten.

Schade ist höchstens, dass seine Eröffnungsszene eine der entscheidendsten Figuren-Überlebensfragen vorweg nimmt (und der Rest der Handlung im Rückblick erzählt wird) – so beraubt er sich zumindest einer gewissen zusätzlichen Spannung; was aus meiner Sicht dramaturgisch nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. 7 von 10 Punkten sind das aber trotzdem allemal. Ein kleines, brutales Revenge-Thriller-Highlight.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

17.09.2020, 18:24



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