crazy

Sputnik

UdEss-es-leer

von Leimbacher-Mario
Russland rollt in Sachen Science-Fiction – und selbst wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, ist „Sputnik“ von nun an wohl das rote Poster Child in Sachen internationaler Konkurrenzfähigkeit in dieser Kategorie. In bester „Quatermass Xperiment“-Manier kehrt hier ein Kosmonaut verstört, körperlich fitter denn je, allerdings scheinbar von einem Alienparasiten besetzt auf die Erde zurück – und eine Wissenschaftlerin wird in die geheime, abgelegene Einrichtung geschickt, um den unwissenden „menschlichen Raumanzug“ genauer medizinisch und psychologisch unter die Lupe zu nehmen...

„Sputnik“ mag man ganz schnell. Egal ob man Sci-Fi, Horror oder puren Creature Feature erwartet, egal ob man eher „Stalker“ oder „Alien“ zugetan ist. Das niedrige Budget stößt nie übel auf, ganz im Gegenteil, das Ding sieht meist verdammt klasse aus. Das kühle, ostblock-romantische Flair wirkt frisch. Der Score dröhnt, sich aber nie zu sehr in den Vordergrund. Alle Figuren machen Sinn, handeln sinnig und sind größtenteils keine Klischees, eher lobenswert sympathisch. Das Highlight ist der Armee-Captain - ein klasse, gestandener, sehr ausdrucksstarker Mann. Dazu kommt ein glitschiges Kreaturen Design wie das „Cloverfield“-Monster in klein, wobei man manchmal nicht mal sagen kann, ob das jetzt echt oder computergeneriert ist. Genau so muss das! Das Ende interessant, ein paar fiese Spitzen mittendrin, der russische Blickwinkel wirkt sehr angenehm und anders. Ihr merkt schon: „Sputnik“ hat es mir größtenteils sehr angetan! Um in der allerhöchsten Klasse mitzuspielen, dafür waren Prämisse und ab einem gewissen Punkt auch der Verlauf zu ausgetreten. Das Monster hätte von mir aus auch ruhig noch gehörig mehr Amok laufen dürfen. Das Ende wirkt etwas gehetzt und aufgesetzt, die Laufzeit minimal aufgeblasen. Aber insgesamt: vorbildlich, nice, wegweisend für sein Land und dessen internationale Reputation auf dem Gebiet.

Fazit: Hochwertiger, erfrischender Sowjet-Sci-Fi-Horror auf internationalem Topniveau. Eine feine Mischung aus „Life“, „Stranger Things“-Russki Edition und „Arrival“. Für Fans dieser Richtung ein Jahreshighlight und Heimkino(?)-Hoffnungsschimmer. Bitte mehr solcher dunkler Ostblock-Kracher!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

25.09.2020, 01:03



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