Bring Me Home

Erstens kommt es schlimmer und zweitens als man denkt

von Herr_Kees
Die gute Nachricht: Es dauert gar nicht lange, bis wir wissen, was aus Jung-yeons verschwundenem Sohn geworden ist. Die sehr sehr schlechte Nachricht: Es ändert nichts an der fatalistischen Situation, in der sich der Film geradezu wälzt.

Der Verleih sei sich nicht sicher gewesen, ob Kim Seung-woos Debüt als Drama oder als Thriller vermarktet werden solle, so die Ansage vor der Vorstellung. Für nichtasiatische Länder scheint der Fall klar: Allein der spannende und brutale Showdown (für koreanische Verhältnisse durchaus üblich) würde wohl zumindest die klassischen europäischen Bildungsbürger-Arthousebesucher eher nachhaltig verstören.

Dramatisch ist BRING ME HOME, der streckenweise an Bong Joon Hos MOTHER erinnert, natürlich auch. Die Familie, die seit Jahren wie besessen nach ihrem verlorenen Sohn sucht, die Schicksalsschläge und tragischen Wendungen, die der Film auffährt, das sind schon schwere Brocken und manches Mal trägt der Film auch etwas zu dick auf. Doch das tut der Spannung keinen Abbruch. Allein das Ende hätte gerne eine Szene früher kommen dürfen.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

25.09.2020, 00:47



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