Dinner in America

Burning Down The House!!!

von Leimbacher-Mario
Mein Lieblingsfilm aus dem diesjährigen (qualitativ eh endlich mal wieder herausragenden) Fantasy Filmfest-Jahrgang: „Dinner in America“ ist eine rockige, porentief liebenswerte Außenseiterliebesgeschichte, ein Love Letter an den Punk und das Kino selbst. Kurz gesagt: einfach ein herausragender Indie und völlig zurecht das 2020er-Herzstück des größten deutschen Genrefestivals! Und wenn man bedenkt, dass Regisseur Adam Rehmeier vor ein paar Jahren noch sowas Stumpf-Perverses wie „The Bunny Game“ abgeliefert hat, dann weiß man gar nicht mehr wohin mit dem Lob für diese brachiale Entwicklung... Respekt! Wow! Weiter so!

Erzählt wird von zwei freakigen, dennoch sehr gegensätzlichen Außenseitern, die zufällig zueinanderfinden, sehr gut zueinanderpassen, voneinander lernen und einige wilde, die Vorstadt aufwühlende Episoden erleben, die sie zusammenschweißen und das Herz der beiden sowie der Zuschauer höherschlagen lassen...

Irgendwo zwischen „Hesher“, „Bonnie & Clyde“ und „Metalhead“ ist dieses besondere 4-Gänge-Menü aus Schweiß, Spucke und Leidenschaft einfach nur fantastisch meiner Meinung nach. Oft gucke ich bei Filmen auf Uhr und/oder Laufzeit, weil ich wissen will, wie lang es noch geht usw. – bei „Dinner in America“ wollte/musste sich der Blick keine Sekunde von der Leinwand wegbewegen. Zu hammermäßig und packend war dieser herzliche, verspielte Ritt zwischen Mikrofon, Kraftausdrücken und purem Punk. Eine der speziellsten und härtesten RomComs auf dem Markt. Mit mindestens einem veritablen Indie-Hit, mit zwei köstlichen Jungstars, von denen man hoffentlich noch viel sieht, mit viel Flair, Charme und Liebe zum dreckig-authentischen Detail. Und doch ist alles comichaft überhöht und manchmal gar hyperaktiv. Jedoch nie ohne Kern und Charaktere zu verlieren. Ganz im Gegenteil. Kurzum: ich habe mich in „Dinner in America“ Hals über Kopf verknallt und hätte ihn am liebsten direkt nochmal geguckt. Denn Lieblingsfilme werden nun mal nicht durch Geschichten gemacht, sondern durch Gefühle und Figuren, mit denen man super gerne Zeit verbringt. Und in der Hinsicht punktet Rehmeiers süßer Vorschlaghammer und Feuerstarter auf allen Ebenen. Was für ein sexy Geschoss, was für eine rebellische Ansage!

Fazit: Punk as fuck!!! „Dinner in America“ ist köstlich! Perfekte Liebesgeschichte, coole Figuren, dreckig genug, klasse Soundtrack, hammer Leute. Eine echte Perle. Crowdpleaser und doch nie zu mainstreamig. Absolut empfehlenswert. Egal was man für Musik hört. Hier stimmt für mich fast alles.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

30.09.2020, 01:11



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