Caveat

Zwei Etagen tiefer

von Alexander
„Caveat“ schleicht sich auf leisen Sohlen heran, beeindruckt mit atmosphärischem Setting und einem mehr als nur seltsamen, unheimlichen Plot. Was könnte auch gruseliger sein, als sich in einem einsamen, auf einer entlegenen Insel stehenden Haus, an einer im düsteren Keller des Anwesens verankerten Kette legen zu lassen, um ein paar Tage lang eine offensichtlich psychotische Frau zu „bewachen“?

Dabei beschränkt sich „Caveat“ auf ein stark reduziertes, beklemmendes Setting und bereits die Eröffnungsszene ist herrlich verstörend. Hammer Grundidee, schöne Ausführung, viele nette kleine Ideen und Twists, fast durchgehende Spannung, gute Atmosphäre - soweit alles prima und hätte dann auch richtig Spaß machen können, wäre Hauptperson Isaac gemäß dem vielleicht etwas zu nachlässigen Drehbuch nicht gezwungen, vollkommen idiotische Aktionen zu vollziehen, die die Handlung zwar voranbringen, in ihrer Ausführung aber zuweilen einem Menschen mit IQ unter Zimmertemperatur entsprechen.

Ich gehöre wirklich nicht zu den jedes Detail analysierenden Logikern, wenn ich einen Film anschaue, und dies schon gar nicht bei Horrorfilmen. Agiert ein Protagonist aber jenseits jeglichen Verstands und benimmt sich, gelinde gesagt, wie ein dummer Trottel, verdirbt es sogar mir den Spaß. Niemand hat hier einen hochintelligenten Film erwartet aber das war einfach zu viel des Dummen und reißt das ansonsten wirklich gut aufgebaute Konstrukt ein, wie mit der Abrissbirne.

Es gehört also schon viel dazu, das ich mir die Hände an den Kopf schlagen muss, aber ein oder zwei grotesk dämliche Aktionen des Hauptdarstellers und Logiklöcher in der Handlung haben mir hier irgendwie den Spaß an einem ansonsten recht unterhaltsamen und gruseligen Film genommen und „Caveat“ für mich 2 Etagen tiefer in das filmische Kellergeschoss verbannt. Schade.
Alexander

20.06.2021, 16:43



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