Violation

Don't...Stop

von Herr_Kees
Fantastische Landschaften zu schwerer Musik. Zwei Schwestern und ihre Partner in einer Lodge im Wald. Eine schwierige Persönlichkeit. Eine krabbelnde Spinne. „Kill her or she'll bite you later!“. Eifersüchteleien und alte Wunden. Eine Verführung. Eine Vergewaltigung? Und dann ein Schock wie ein Schlag.

VIOLATION macht es seinen Zuschauern nicht leicht, ist ein (Anti-)Rape-and-Revenge-Thriller im Gewand eines zeitweise durchaus sperrigen Arthouse-Dramas. Und fährt dann doch in den Kopf und in den Bauch.

Unter anderem tut er dies mit der wohl quälendsten Tötungsszene, die man seit langem in einem Film gesehen hat. Heftig realitätsnah, unterstützt durch hervorragende Effektarbeit und ohnehin starkes Spiel von Madeleine Sims-Fewer (außerdem Co-Regie und -Drehbuch!). Doch nicht alles, was man sieht, muss auch wirklich so geschehen sein. Dafür sorgen Schnitt und irritierende Zeitsprünge.

Man kann nach diesem Film lange diskutieren. Über die Angemessenheit von Verhalten und Reaktion, über die unterschiedliche Wahrnehmung von Kommunikation bei Männern und Frauen, darüber, ob die Verwendung der Worte „don't“ und „stop“ in einem bestimmten Kontext eindeutig oder missverständlich ist. VIOLATION bezieht keine eindeutige Position, weil es keine eindeutige Position gibt. Aber er regt im besten Falle dazu an, die eigene Position zu überdenken.

Ein Hase wird zerlegt, ein Mensch wird zerlegt. Und beides formt den Charakter. Oder? Ein sehenswerter Film, vor allem auf großer Leinwand.
Herr_Kees

24.06.2021, 23:52



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