crazy

A Quiet Place 2

Auf leisen Sohlen ...

von Alexander
Okay. Niemand erwartet jemals bei der Fortsetzung eines großartigen Films noch einmal das originale, großartige Genre - Meisterwerk zu sehen, das einem seinerzeit den Atem raubte. Aber insgeheim hoffen tut man das dann schon. Selbst wenn man AQP2 nicht mögen möchte kommt man doch nicht umhin, von dem Film in einen abgrundtief bösen Sog gezogen zu werden, dem man sich einfach nicht entziehen kann.

Alleine schon die ersten 10 Minuten, in denen in einer sensationell choreografierten Rückblende der Beginn des Katastrophen-Ausbruchs erzählt wird, knistert mit seiner sich fast schmerzhaft aufbauenden und auf eine fast subtile Art lautlos einhämmernden, leisen Spannung auf so geniale Weise, das man dem Film bereits an dieser Stelle so viele Vorschusslorbeeren bereit zu geben ist, das danach eigentlich gar keine schlechte Geschichte mehr folgen kann.
Die Sonne scheint bleich, ein Hund hechelt, die Straßen sind leer, ein Mann starrt gebannt auf einen Fernseher. Das ist so genial grandios aufgebautes Spannungskino vom Allerfeinsten und spielt auf einer perversen Art mit der Erwartungshaltung jener Zuschauer, die den ersten Teil dieses Horrorstücks bereits goutiert haben.

Und genau das ist auch der Punkt, an dem „A Quiet Place 2“ den Nerv trifft. Es ist eigentlich gar nicht möglich, diese wundervoll spannungsgeladene Fortsetzung des Originals nicht zu mögen. Viel zu gut sind die Darsteller, allen voran die bezaubernde Millicent Simmonds als taubstumme „Regan“ die mit ihrer Mimik den Film fast alleine trägt. Grandios sind die auf den Punkt platzierten Schockmomente, die in jeder Einstellung funkelnden, wirklich großartig inszenierten Szenen und das bis in das letzte Detail ausgestattete Set-Designs.

Selten zuvor hat man sich auf einem Waldweg so bösen Mächten schutzloser ausgeliefert gefühlt, bereiteten einem dicke Betonwände schlechteren Schutz, war man vom Knistern des Laubs unter den nackten Füßen so sehr beunruhigt.

Sehr lange habe ich keinen kommerziellen Horrorfilm mehr gesehen, bei dem ich in wirklich jeder Sekunde so angespannt war. Da verzeiht man auch die manchmal etwas sprunghafte, nicht immer konsistente Inszenierung, und die Tatsache, das „A Quiet Place 2“ sich zum Ende seiner Erzählung leider mehr anfühlt wie der Mittelteil einer als Trilogie angesetzten Filmreihe, und weniger als eine in sich geschlossenen Erzählung. Solange ich nicht zu lange auf den letzten Teil warten muss, geht das dann für mich aber auch vollkommen in Ordnung. Ich war begeistert.
Alexander

30.06.2021, 01:08



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