Pig

Schwein. Gehabt.

von Alexander
Seit einiger Zeit ist Mr Nicolas „auch schon alles egal“ Cage mit seinen Filmen für mich nur noch Garant für geniales „Off“ Kino. Egal ob der grotesk überzeichnete, ultrabrutale „Mandy“ oder der fast schon an Klamauk grenzende „Willy's Wonderland“, ich mochte sie irgendwie alle.

So auch das neue Wunderwerk „Pig“, das so manchen Genre-Freak in diesem Jahr vielleicht etwas ratlos im Kinosessel zurücklassen dürfte.

Dies ist KEIN „John Wick“ für Schweinefreunde. Zu ruhig, zu sensibel, zu langsam und bedächtig wird die Geschichte des Ex-Sternekochs und Gourmets erzählt, der sich, verlottert und abgefuckt, in eine verranzte Waldhütte zurückgezogen hat, um dort friedlich mit seinem Trüffelschweinchen dem simplen Leben zu frönen und sich ab und an an einer auf offenem Feuer zubereiteten Pilzpfanne zu erfreuen.

Dies ist KEIN Genrefilm. Jedenfalls nicht für mich. Eher hab ich, selbst Gourmet und auch Weinfreund und Hobbykoch, Freude daran, den Film in meine Sammlung von seltsamen Movies einzureihen, die sich auf eine unglaublich innovative Art und Weise mit dem Thema „Essen“ beschäftigen.

Dass bei „Pig“ dann die Entführung eines Schweins eine Kette von Ereignissen auslöst, die den Freunden der jüngeren Nicolas Cage Filme zwar nicht unbedingt die Erwartungshaltung unterlaufen werden, dann in letzter Konsequenz aber doch nicht formvollendet brutal oder endlos spannend sind, ist dann fast auch schon wieder Nebensache. Ja, es gibt auf die Fresse, doch nein, dies ist kein harter Actionfilm.

„Pig“ ist emotional, grotesk, leidlich spannend, verdichtet erzählt in wundervollen Bildern, ein bisschen traurig und melancholisch, auf jeden Fall ein Fest für Fans von Cage, eine Ode an den guten Geschmack, eine Pflicht für Foodies und irgendwie einfach endlich mal wieder vollkommen abgefahrenes „Off“ Kino für Menschen die Arthouse genau so goutieren wie teure Trüffel im Sternerestaurant.

Irgendwie ist „Pig“ auch seltsam unausgegoren, wie ein leckeres Menü in einem scheiß Ambiente, aber ich fand den trotzdem ziemlich geil. Innovative Küche ohne den Anspruch damit alle satt machen zu wollen. Aber ich mag halt auch Trüffel, Schweine und abgefuckte Sterneköche. Und schon immer Nic Cage. Der verstorbene Anthony Bourdain hätte „Pig“ geliebt.

Diesen Film haben sie wirklich mal für mich gemacht.
Alexander

14.09.2021, 21:43



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