crazy

The Boy Behind the Door

Zwei Jungs. Ein Ziel.

von Alexander
Filme bei denen Gewalt an kleinen Kindern ausgeübt wird stoßen mir erst mal übel auf. Zu dicht sind wir hier an einem ausgesprochen unangenehmem Thema, das zumindest ich, angesichts der realitätsnahen Thematik, nicht unbedingt in einem Film ertragen möchte.

„The Boy ...“ versucht dann auch gar nicht erst den harten Stoff der Entführung zwei kleiner Jungs milde darzustellen oder mit deren Versuch, sich ihren Peinigern zu widersetzen, zu kokettieren, sondern liefert relativ böse ab.

Wir sind relativ nah dran am Unfassbaren. Menschenhandel, Pädophilie, Perversion. Das ist unangenehm und tut weh, erspart uns allerdings die damit verbundenen allzu krassen Konsequenzen, verpasst somit allerdings auch manchmal die konsequente Spannung, wenn ein Knirps versucht, mit den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bis an das Äußerste zu gehen, um seinem gefangenen, kleinen Freund aus den Klauen des Abschaums zu befreien.

Das ist zwar großartig und manchmal schön blutig in Szene gesetzt, man fiebert wirklich mit, doch nutzen sich die auf ein relativ enges Szenario begrenzten Aktionen leider mit der Zeit ab und bald wirkt „The Boy ...“ relativ repetitiv und der Film nutzt leider nicht alle der vielleicht machbar gewesenen Ansätze hier die Spannungs-Schraube fester anzuziehen, wenn auch einzelne Szenen einen u. U. unangemessenen Szenenapplaus hätten provozieren könnten.

Nun sind wir hier aber nicht bei „Kevin allein zu Haus“ und das Thema des Films ist krank genug, jeden Ansatz des Jubelns sofort im Keim zu ersticken. Am Ende kommt man dann weder jauchzend noch heulend aus einem Film heraus, der zwar sicherlich spannend, nicht aber grenzenlos gemein oder packend gewesen ist. Hier hätte man sich mehr trauen dürfen.
Alexander

14.09.2021, 22:16



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