crazy

Gunpowder Milkshake

Vanille mit Schuss

von Herr_Kees
Eine Auftragskillerin, die bei einem Job den Sohn des Syndikatschefs miterledigt und nun ihre eigenen Auftraggeber sowie ein kleines Mädchen am Hals hat, dessen Vater sie bei einem anderen Auftrag getötet hat (war insgesamt eher ein schlechter Tag) ... klar, wegen der ausgefeilten Story braucht man sich diesen Film nicht anzuschauen. Aber wegen des Styles und der Action? Nun ja.

Gestylt ist GUNPOWDER MILKSHAKE, und zwar in der Art des ähnlich sterilen Film Noir-Klons TERMINAL – viel Neon, viele Primärfarben, alles ein wenig wie ein hochbudgetierter Kinder-Themengeburtstag.

Die Action wird lange Zeit erst mal nur behauptet, die ersten beiden „Action“-Szenen werden ausgespart, vermutlich eher aus budgettechnischen als aus inszenatorischen Gründen. Wenn es dann doch endlich zu den lang ersehnten Fights und Shootouts kommt, sind diese gerade mal mäßig und vor allem unter Zuhilfenahme von Schnitt und CGI-Blut inszeniert und weniger mit Hilfe eleganter Choreographien.

Man ist halt doch verwöhnt von JOHN WICK & Co. und es ist ganz offensichtlich, dass dieser Film mit seinem künstlichen Killeruniversum („The Firm“, „The Diner“, „The Library“) zu gerne in derselben Liga spielen würde, wozu ihm allerdings ein paar eigene Ideen fehlen – übrigens auch bei den Kampfchoreographien.

Darüber hinaus gibt sich Regisseur und Drehbuchautor Papushado nicht damit zufrieden, einen reinen Actionfilm abzuliefern, seine emotionalen Szenen (u. a. inspiriert von Luc Bessons LÉON) wirken allesamt deplaziert und der Film findet nie so richtig seinen eigenen Ton.

Erfreuen kann man sich dafür an ein paar wenigen wirklich gelungenen Szenen („The Doctor‘s Office“, „The Garage“) und dem starken Frauencast, dem man gerne ein paar würdigere Gegner gewünscht hätte als diese jämmerlichen Schießbudenfiguren hier.
Herr_Kees
sah diesen Film im Gloria, Stuttgart

17.10.2021, 23:46



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