crazy

Gunpowder Milkshake

Badass Babes und simpler Spaß

von D.S.
Klar – der neue Film von RABIES-Co-Regisseur Navot Papushado lehnt sich schon SEHR stark an die JOHN WICKs dieser Welt an. Was natürlich nicht zuletzt bedeutet, dass man sich in Sachen Story hier (ebenfalls) keinen großen Kopf zu machen braucht.

Aber wenn es ihm auch nicht gelingt, auf der visuellen Ebene die Klasse seiner offensichtlichen Vorbilder zu erreichen, hat er doch seine eigenen Vorzüge. Insbesondere bekommt man hier als Zuschauer deutlich mehr Humor geboten; zudem ist Karen Gillan in der Hauptrolle mit so viel Charme ausgestattet, dass ich an ihrem Schicksal wesentlich interessierter war als etwa an dem der von Keanu Reeves verkörperten Figur. Ohnehin kann man generell erkennen, dass Papushado daran gelegen ist, seine Charaktere eine Spur menschlicher zu gestalten, als das bei den üblichen Hollywood-Action-Blockbustern der Fall ist. Und so gibt es in GUNPOWDER MILKSHAKE nicht nur (stellenweise richtig heftige) Gewalt sowie mitunter grandiose Komik zu erleben, sondern auch einige durchaus tragische Momente.

Der Kamera bzw. der Bildgestaltung kann man meiner Meinung nach keinerlei Vorwürfe machen; Setdesign und Look sind Geschmackssache. Mir gefiel das bunte Neon-Styling recht gut. Unstrittig dürfte dagegen sein, dass der Soundtrack viel zu bieten hat.

Zu viel darf man sich von GUNPOWDER MILKSHAKE nun nicht erwarten, aber für angenehm kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt. Aufgrund diverser schlechter Kritiken hatte ich jedenfalls mit einem deutlich schwächeren Film gerechnet – bekam aber, auch dank einiger wirklich origineller Einfälle im Handlungsverlauf, einen gelungenen Festival-Start geboten. Es gab ohne Zweifel schon einige wesentlich miesere Eröffnungsfilme beim FFF. 6,5 von 10 Punkten.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

25.10.2021, 00:20



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