Lamb

Eine Passionsgeschichte der etwas anderen Art

von splattercheffe
Selten war es so schwer, eine Review zu schreiben, ohne zu spoilern, denn die Handlung von LAMB passt auf einen Bierdeckel:
Ein in rauer Natur lebendes Ehepaar bekommt Zuwachs ungewöhnlicher Art. Jedes weitere Wort nimmt Dinge vorweg oder führt auf eine falsche Fährte.

Noomi Rapace, auch als Produzentin am Start, beweist wieder mal viel Mut bei diesem ungewöhnlichen Stoff, den man natürlich als Allegorie sehen darf, der aber vor allem große Fragen aufwirft - nach dem Umgang mit Verlust, nach dem Verhältnis von Mensch zu Tier, nach Verantwortung für in die Welt gesetztes Leben.

Nun darf man feststellen, dass der Isländer an sich wohl schwer zu beeindrucken ist. Und viele Worte verliert er auch nicht. So öffnet sich ein Raum für Bilder, Gefühle, Blicke, die in einigen Szenen offenlegen, wie sehr der Mensch, dieses vermeintlich hoch entwickelte Tier, die Grenzen zwischen Koexistenz und Übergriffigkeit im Verhältnis zur Natur überschreiten kann, ohne sich zu hinterfragen. Einfach weil er es kann. Vielleicht liegt es daran, dass LAMB - visuell bestechend gefilmt und ausnehmend langsam und bedächtig fortschreitend - deswegen so einen Sog entwickelt, der selbst einen Großstadtmenschen wie mich gleichzeitig völlig vereinnahmt, wie zunehmend besorgt in den Kinosessel presst:
Das alles nimmt kein gutes Ende.

Und das tut es auch nicht. Aber es nimmt das RICHTIGE Ende.
splattercheffe
sah diesen Film im Rio Filmpalast, München

04.11.2021, 12:28



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