The Innocents

New Norwegian Mutants

von Leimbacher-Mario
Zwischen Sandkasten, Spielkameraden und Superkräften befinden sich die Kinder aus dem norwegischen „The Innocents“. In etwa „Chronicle“ für Grundschüler. Nur noch europäischer, einfühlsamer, emotionaler als nahezu alles Vergleichbare. Introvertiert und talentiert. Kastenbauten voller Magie und Menschlichkeit. Einwanderung des Besonderen.

„The Innocents“ ist kindlicher, in sich gekehrter Light-Horror der intimsten und rührendsten und (trotz klarem Fantasy-Aspekt) nachvollziehbarsten Sorte. Mit satten zwei Stunden vielleicht die eine oder andere Szene zu lang, zu redundant. Darüber hinaus muss man nicht nur als Katzenvater früh im Film heftig schlucken und ertragen, um die Protagonisten nicht komplett fallen zu lassen und zu verfluchen. Doch übersteht man das, erwartet einen kreativstes Euro-Genrekino mit nordischem Tiefkühlschranktouch und doch ungeheurer Wärme. Es geht um Mitgefühl und Akzeptanz. Es geht um das Erkennen (und Bekämpfen) von Gut und Böse. Es geht um verborgene Kräfte und die Einnordung des moralischen Kompass'. Es geht um Solidarität, geheime Kinderwelten und natürlich das (Er)Wachsen. Mit die besten Jungdarsteller, die ich je gesehen habe. Ein Understatementansatz, gegen den selbst Shyamalans „Unbreakable“ überladen wirkt. Ein kleines Schätzchen. Schmerzhaft und schön.

Fazit: Sehr einfühlsames, außergewöhnliches und in vielerlei Hinsicht begabtes Jugenddrama. Klasse und völlig zurecht Center Piece des diesjährigen Fantasy Filmfests. Ein aufwühlender Film über womöglich angehende „Helden“ und definitiv angehende Menschen, von dem DC und Marvel nur träumen können. Mit natürlichen Kinderdarstellern der Extraklasse.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

05.11.2021, 01:52



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