crazy

End of the Line

Endstation Todessehnsucht

von D.S.
Von seiner Geschichte und seiner Inszenierung her vergleichsweise harter und ernsthafter Endzeit-Horrorfilm, der nach furiosem Auftakt leider merklich an Fahrt verliert, aber in seiner Gänze definitiv zum oberen Drittel beim diesjährigen FFF zählt.

In einer nicht näher definierten, aber wohl nicht allzu fernen Zukunft wird die Gesellschaft von Anschlägen christlicher Extremisten geplagt, es kommt zu Massenselbstmorden und gleichzeitig zu immer größerer Popularität einer Sekte, die das Nahen der Apokalypse predigt. All das vermittelt uns "End of the Line" aber vor allem über Radiomeldungen und ein paar Dialoge - die Handlung des Films spielt zu 90% in einer U-Bahn bzw. in dunklen U-Bahn-Schächten.

Das erinnert vom Setting her vielleicht an "Kontroll", aber gegen das, was hier los ist, wertet man die Budapester Variante wohl eher als Kindergeburtstag: mitten im Tunnel bleibt der mitternächtliche Zug plötzlich stehen, die Lichter gehen aus, und auf ein Signal hin offenbart sich der überwiegende Teil der Passagiere plötzlich als Angehörige der Sekte... die den Auftrag bekommen haben, die Seelen aller anderen zu retten. Darum machen sie nun ziemlich gnadenlos Jagd auf die kleine Gruppe der Ungläubigen, die mit der Situation offensichtlich ein wenig überfordert ist...

Das erste Drittel von "End of the Line" ist fantastisch. Es gibt eine ganze Menge perfekt sitzender Schockmomente, das Tempo ist recht hoch, das Setting ziemlich klaustrophobisch, die Storyidee leidlich originell. Dazu werden uns neben einigen kaum erinnernswerten Figuren auch ein paar echte Charaktere präsentiert, die schauspielerischen Leistungen gehen zumeist in Ordnung und vor allen Dingen ist die Flucht unserer Protagonisten vor den irren Gläubigen tatsächlich ziemlich spannend inszeniert.

Leider läßt der Film dann jedoch ein wenig die Zügel schleifen. Nachdem die verfolgte Gruppe zum ersten Mal ein wenig Luft holen konnte, landen wir in ziemlich vielen Diskussionen, die nach Schema F ablaufen ("Wir müssen hier bleiben!" - "Nein, wir müssen Hilfe holen!" usw.); es schleichen sich die üblichen Logikböcke im Verhalten der Figuren ein; das Tempo des Anfangs wird nicht gehalten. Als der Höhepunkt der Story näher rückt, wird das zwar wieder etwas besser - zumindest, was den Actionanteil angeht. Dafür fällt jener Höhepunkt dann von der Umsetzung her extrem aus dem Rahmen - und zwar leider auf negative Weise. Das Budget des Films kann nicht hoch gewesen sein, aber über die weiteste Strecke fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Beim Ende dann leider schon, und das zieht auch den Gesamteindruck etwas herunter.

Nichtsdestoweniger macht "End of the Line" verdammt viel Spaß; er kommt zur Sache, er ist mit dem nötigen Schuß Zynismus ausgestattet und zieht sein Ding in aller Konsequenz durch. Gore ist zwar nicht gerade in Übermaßen vorhanden, aber das wird durch die Atmosphäre mehr als wettgemacht. Ein erfrischender kleiner Film und eine klare Empfehlung! 7 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

06.08.2007, 05:43



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