The Messengers

Same Shit, Different Directors

von D.S.
Die Pang-Brothers... war da nicht mal was? Ja, genau, das waren die beiden, an die man sich vor allem wegen ihres Händchens für grandiose Kameraperspektiven und surreale Bilder oder Handlungsmomente nachhaltig erinnert, wofür neben vielen anderen etwa "Re-Cycle" oder natürlich "The Eye" exemplarisch stehen. Immer wieder fielen ihre Filme aber auch durch zumindest zeitweise eklatante Storyschwächen auf. Letzteres ist nun ein Problem, das "The Messengers" eher NICHT hat - es sei denn, man wertet das x-te Aufwärmen von schon tausendfach Gesehenem als solche Schwäche. In diesem Fall allerdings müßte man ihr Hollywood-Debüt wohl sogar als kompletten Kollaps bezeichnen, denn dieser Streifen ist vor allem eins: Spukhaus-Routine pur.

Dennoch verblüfft "The Messengers" immer wieder, und zwar in genau jedem Moment, in dem man sich vor Augen ruft, welche Regisseure für ihn verantwortlich sind. Was jetzt nicht heißen soll, daß es sich hier um einen furchtbar schlechten Film handeln würde. Er bietet nur leider überhaupt keine Überraschungen, ist von Anfang bis Ende nach Schema F aufgezogen und besitzt halt traurigerweise nicht mal den Hauch der visuellen Stärke, welche das Bruderpaar bislang ausgezeichnet hatte. Warum geht ihr für einen solchen Film nach Hollywood? Warum importiert euch Hollywood für einen solchen Film? Ernsthaft, das hätte von jedem x-beliebigen B-Movie-Regisseur ganz genau so inszeniert werden können. Und zwar direct to video. Das einzige, was hier überhaupt noch aus dem Rahmen fällt, ist dann ein eher unfreiwillig komisches Element: im Zeitraffer an der Decke krabbelnde Geistergestalten. Seeeeeeehr bedrohlich wirkend.

Wie erwähnt, die Story ist heutzutage kaum noch der Rede wert: Familie aus Chicago hat harte Zeiten hinter sich und will diese beenden, in dem sie auf ein verlassenes Gehöft am Arsch von North Dakota zieht. Dieses sieht zwar schon auf den ersten Blick so wenig einladend und heruntergekommen aus, daß jeder normale Mensch sofort schreiend Reißaus nehmen würde. Aber dann wäre der Film ja schon zu Ende, geht also nicht, deshalb richtet man sich dort nun häuslich ein. Es dauert nicht lange, bis sich die Ereignisse aus dem Vorspann zu wiederholen drohen: bösartige Erscheinungen machen bösartige Geräusche und zeigen sich auch sonst eher garstig, die Atmosphäre wird bedrohlich, allerdings zunächst nur für die junge Tochter, welche die Wesen wohl als einzige (neben ihrem Baby-Bruder) sehen kann. Natürlich glaubt ihr niemand, und natürlich nimmt das Unheil seinen Lauf... immer fein angekündigt durch die senilen Krähen-Verwandten von Hitchcocks "Birds". Klar, Krähen sind die Botschafter des Todes, aber darauf kommt hier so schnell keiner. Und so geht einige Zeit ins Land, bis man der Bedrohung schließlich ins Auge blickt...

Die Auflösung des Ganzen fügt sich dann je nach Sichtweise gut ins bislang Gesehene ein oder befördert den Film in der Wertschätzung noch eine weitere Stufe nach unten. Eigentlich ist sie aber gar nicht so relevant, denn in einem solchen Film geht es neben einem actiongeladenen Finale (vorhanden) doch letztlich vor allem um gute Spukeffekte (bedingt) und vor allem eine bedrohliche Atmosphäre (nö. Oder... selten). Daß man bei einer solchen Story das Rad nicht neu erfinden kann, ist schon klar. Daß man sich aber derart bereitwillig der Mittelmäßigkeit unterordnet, hätte ich von diesen Regisseuren nun wirklich nicht erwartet.

Objektiv betrachtet ein schon okayer, leidlich unterhaltsamer, klassischer Gruselfilm, der überhaupt nichts Neues bringt, sondern von der Stange kommt. Also eigentlich 5 Punkte. Aber bei DEM Potential und vor allem bei der hier schon wieder demonstrierten, fast widerlich-reaktionär zu nennenden Familienglück-Fixierung der Pang-Brothers (wie schon in "The Eye 2" und vor allem, abstoßend, in "Re-Cycle" zu beobachten)... muß ich noch einen halben Punkt abziehen.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

08.08.2007, 06:07



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