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Shiri (1999)

SWIRI (Süd-Korea 1999)

Internationaler Titel: Shiri

Regie Je-kyu Kang


Korea kommt!!! Nachdem abebbenden Hong Kong-Boom der späten 80er und frühen 90er (lediglich Milkyway-Productions halten noch die Fahne hoch) und dem glücklicherweise noch anhaltendem (und wesentlich vielseitigerem) Hoch aus Japan, mischen sich jetzt die Süd-Koreaner ein. Und zwar erstaunlich versiert und professionell.

Der vorliegende Film Swiri (Export-Titel Shiri) ist asiatisches Popcorn-Kino. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Es dreht sich um die Jagd zweier (natürlich befreundeter) südkoreanischer Abwehragenten auf der Jagd nach einer Undercover-Topagentin und ihrer Komplizen aus dem Norden des geteilten Landes.

Vielmehr gibt es von der Handlung auch nicht zu berichten. Zwar spielen noch einige geklaute (und äußerst hanebüchene) High-Tech-Super-Electronic-Bomben, eine Rolle, letztlich dient jedoch jede Wendung des Skriptes nur dazu, den Zuschauer mit neuen Action-Szenen, Shoot-outs und äußerst melodramatischen Charakterisierungen der Hauptpersonen zu bombardieren.

Die Shoot-Outs: Klasse!!! Heat-Niveau!!! Die Kamera filmt das Geschehen nicht einfach aus der Distanz, sie ist vielmehr unmittelbar Beteiligter. Dies führt zwar zu einiger Unübersichtlichkeit, erhöht jedoch die Anteilnahme am Geschehen immens. In jeder Szene ist auch dafür gesorgt, das ausreichend „Kanonenfutter“ (meist in der Form irgendwelcher SWAT-Teams) in der Nähe des Geschehens ist, so daß der Body Count sehr hoch und qualitativ sehr deftig ist.

Ansonsten bewegt sich der Film eher auf durchschnittlichem Niveau und versucht doch sehr stark seine amerikanischen Vorbilder zu kopieren: Bombenzeitzünder bleiben bei 00:00:03 stehen, Computer können fast alles, einfache Anwenderprogramme sind mit unglaublichen Graphiken ausgestattet, die sich permanent drehen, bunt blinken und pausenlos piepen wie an Bord der U.S.S.-Enterprise.

Interessant dagegen der löbliche Versuch, die Hauptfiguren mit charakterlicher Tiefe und einem gehörigen Schuß asiatischer Melodramatik auszustatten. Anfangs funktioniert dies auch ganz vernünftig, nicht zuletzt durch die hervorragende Besetzung. Leider verliert sich der Film mit der Zeit in immer stärkeren Stereotypen, die gängige asiatische und amerikanische Klischees vermischen, bis dann gegen Ende so dermaßen die Kitschquaste bedient wird, daß sich der Film bereits im Gebiet der unfreiwilligen Komik befindet.

Trotz alledem wundert es nicht, das Swiri der erfolgreichste koreanische Film aller Zeiten ist und in seinem Heimatland kuzerhand Titanic an die Wand spielte. Denn das Problem diese Landes (die Teilung) wird im Rahmen eines Action-Entertainment-Films thematisiert und die Frage nach gut und böse ist bereits vor dem Vorspann beantwortet.

Aber auch in Hong Kong und Japan hatte Swiri erstaunliche Einspielergebnisse, was nur beweist, daß der Film trotz aller Mängel die gesamten 118 (!) Minuten über Spaß macht und einfach hervorragend produziert ist.

Wer also Lust auf anspruchsloses, jedoch nicht völlig verblödetes Action-Kino asiatischen Zuschnitts hat, schnappe sich ein paar gekühlte Getränke und versuche den Film möglichst auf der großen Leinwand zu sehen, da er hier seine optisch-brachiale Wucht am besten entfalten kann.


Mirco Hölling (07.09.2000)
Mirco Hölling
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg
OOOOo.....
31.07.2002, 17:13
 

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