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OSS 117: Cairo, Nest of Spies (2006)

Mit Schirm, Charme und Pistole

OSS 117 ist der geforderte Vergeltungsschlag von all denen, die früher immer Blödelparodien wie AGENT NULL NULL NIX und Co. erdulden mussten. Endlich mal wieder eine Parodie, die wirklich witzig ist, ohne dabei auch nur für eine Sekunde in den Fäkalbereich zu rutschen oder auf Schenkelklopfer a la DATE MOVIE, EPIC MOVIE und Konsorten zu setzen. OSS 117 ist diszipliniertes Hommagekino, von dem es heutzutage leider viel zu wenig gibt.

In der tragenden Hauptrolle sehen wir Jean Dujardin. Zur Zeit ist dieser ebenfalls im französischen Thriller COUNTER INVESTIGATIONS zusehen, außerdem hatte der Mann tragischer Weise eine Rolle im furchtbaren LUCKY LUKE Film mit Till Schweiger. (Lustiger Weise sogar der gleiche Regisseur, man kann es kaum glauben!) Zum Glück darf man mitteilen, dass beide nach diesem filmischen Desaster wieder genesen sind. Dujardin liefert eine unglaublich überzeugende und aberwitzige Performance ab. Was der Mann mit seinen Augen und seinen Mundwinkeln anstellt – zum niederknien. Fast werden Erinnerungen an Louis de Funés wach. Auch wenn Dujardin einige Male etwas überzieht, passt er doch definitiv perfekt in diese Rolle.

Ansonsten ist OSS 117 ein vorzüglicher RipOff der verschiedensten Agentenfilme, nicht nur der BOND-Reihe. Es wird im Akkord zitiert und nachgestellt, gerade was die verschiedenen Posen der Charaktere angeht, aber auch die zahlreichen Kulissen. Durch die Liebe zum Detail wirkt OSS 117 nie wie ein Film, der krampfhaft versucht eine bestimmte Ästhetik nachzuahmen. Die Ausstattung verschmilzt so perfekt mit der Erzählung, dass wir diese wunderbar nostalgische Optik nie in Frage stellen. Ein weiterer großer Pluspunkt ist natürlich die charmante Art, mit der uns die vielen Gags vorgetragen werden. Da wird einem schnell klar wie anstrengend und nervig der Großteil dieser lauten, schockgeilen US-Produktionen eigentlich ist. Es bedarf nicht immer dem Griff in die Toilettenschüssel um sein Publikum zu unterhalten. Nein, OSS 117 schafft das selbst im Jahre 2007 noch auf gelassene, unverkrampfte Art und Weise, ohne deswegen zahm zu wirken. Hinter dem eng geknüpften Deckmantel verbirgt sich nämlich der ein oder andere diabolische Lacher. Denkt man nur einmal darüber nach, auf welche geniale Weise hier das heterosexuelle Steckenpferd einer ganzen Generation demontiert wird, ist das Alles eigentlich schon verdammt genial.
Timo
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt
OOOOOOOO..
15.08.2007, 08:33
 

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