crazy

End of the Line

Hölle, Hölle, Hölle

von zoulwags
Der folgende Review enthält SPOILER!
Nachdem ich jetzt so unterschiedliche Stimmen zu "End of the Line" gehört habe, muss ich doch endlich auch mal meine Meinung verewigen und den fehlenden Review nachreichen.
Zunächst mal war "End of the Line" einer der wenigen Filme, von denen ich im Vorfeld einen Trailer gesehen hatte. Und von dem war ich begeistert. Nächtliche U-Bahnen finde ich per se gruselig, Teufelsanbeter und religiöse Fanatiker allemal und so richtig subtil schien das ganze auch nicht zu sein. Yippieh!!
Der Anfang des Films entsprach dann auch voll meinen Erwartungen. In einer Traumsequenz, sitzt Heldin Karen nachts in einem U-Bahn-Wagen, an dessen anderem Ende vier Leute stehen, die ihr den Rücken zuwenden. Sie findet neben sich einen Umschlag, aus dem sie ein gemaltes Bild zieht, auf dem genau diese vier Leute in ihrem U-Bahn-Wagen zu sehen sind. Überrascht blickt sie hoch und schaut in die unwirklichen Fratzen der vier, die inzwischen vor ihr stehen. Meine Fresse, hab ich einen Schreck bekommen! Allein dafür werde ich "End of the Line" nicht vergessen.
Leider hält der Film aber auf Dauer nicht das, was er verspricht. Die anfängliche Exposition in der U-Bahn, in der die religiösen Fanatiker das Zeichen zur Erlösung (=Ermordung) der ungläubigen Umstehenden bekommen, ist temporeich und spannend, doch sobald die U-Bahn zum Stehen gebracht wurde und die potentiellen Opfer durch den U-Bahnschacht fliehen, verkommt der Film zu einer vorhersehbaren Chase-and-Run-Geschichte. Es folgt das übliche "10 kleine AfroamerikanerInnen"-Spiel und die "Normalos" sterben einer nach dem anderen. Da hilft auch das originelle Ende nicht mehr viel, denn "End of the Line" arbeitet zudem mit ziemlich kleinem Budget, so dass sich die Schwächen des Films (Schauspieler, Ausstattung, Effekte) im zunehmenden Leerlauf des Mittelteils des Films besonders auffällig werden. Das war wohl auch Regisseur Devereaux bewusst, denn anders kann ich mir nicht erklären, warum in dieser Leerlaufphase ein Mann seine hochschwangere Frau erstechen muss und ein blutverschmiertes Baby auf die Leichen des Paares geworfen wird. Solch abgeschmackte Wichtigtuerei und Sensationsgeilheit um von den Mängeln der Geschichte abzulenken kannte man bisher eher von den einschlägig vorbelasteten Herren D’Amato oder Lenzi. Doch was in deren Blütezeit vielleicht noch provokant sein konnte, wirkt in "End of the Line" einfach nur hilflos.
Schade. Vermutlich wäre ein Kurzfilm, die bessere Entscheidung gewesen. Wer sich übrigens mal so richtig vor religiösen Fanatikern gruseln will, sollte sich den Film "Jesus Camp" anschauen. Da findet er die Sektierer aus "End of the Line" wieder. In einem Dokumentarfilm.
zoulwags
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

15.08.2007, 11:36



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