Versus

Bad Taste Within the Woods

von Niki Wurster
Das war er nun, der VERSUS. Auf den hab ich mich nun schon über ein Jahr gefreut und mir die grössten Hoffnungen gemacht. Das Review im Splatting Image klang nach Spasskanone ohne Gleichen. So verlockend, dass ich versucht habe, mir so schnell wie möglich eine Pressekassette von Napalm Films zu erschleichen. Hat aber nicht geklappt, weil die entweder keine hatten, oder Angst vor Raubkopien haben.

Man soll sich halt nicht zuviel erhoffen, sonst wird man enttäuscht -- wennauch im Falle von VERSUS nicht allzu sehr. Man darf halt kein Kleinod à la BAD TASTE oder so erwarten, denn das ist nicht drin. Das Problem mit VERUS ist, dass jedes der Elemente die den Film ausmachen zwei Seiten hat. Eine gute, eine schlechte:

Die Story: Gangster machen Gangster-Dinge im Zauberwald und stehen sich alsbald einer (kleinen) Armee Untoter gegenüber. Ja, so low wie das Budget ist auch die Story. Es wird zwar noch einiges hinzugebaut, was dem Film zum Schluss jedoch eher schadet als nutzt. Die Laufzeit hätte locker um 45 Minuten gekürzt werden können. Gegen Ende hofft man, dass VERSUS wirklich bald ein Ende findet, da immer wieder noch eins draufgesetzt wird, bis mans über hat.

Die Charaktere: Von très cool bis too cool ist alles vertreten, wobei too cool doch zumeist überwiegt. Der Hero ist ein japanischer Johnny Depp, der sich selbst glücklicherweise nicht allzu ernst nimmt. Die Hauptdarstellerin geht zuweilen etwas auf den Nerv und hat schlechte Zähne, die in Close-ups nicht so gut kommen. Der Über-Bad Guy (normale Bad Guys gibt es hier ne Menge, lebendig sowie untot) sieht zwar aus wir Karl Dall an guten Tagen, kommt aber doch ganz cool rüber, solange er nicht in den Flashbacks mit lächerlichem Hütchen durch die Gegend hoppelt. Witzigerweise hat sich für mich die Figur, von der ich in den ersten 15 Minuten dachte dachte, sie würde mir tierisch mit ihrem Overacting auf den Sack gehen -- ich meine damit den Spongo-Gangster mit dem Zweireiher und dem grünen Hemd -- als die spassigste herausgestellt. Ich hatte wriklich Angst, dass der Mann frühzeitig abnippelt, weil er mit seinem over-the-top-Abgespacke in jeder Szenen allen anderen die Show gestohlen hat. Kranker Typ... japanisch gut.

Die Gore-Effekte: Relativ viele, teilweise sehr einfallsreich -- dies sind sie allerdings nur teilweise: Wiederholungen und schlecht ausgeführte Bluteffekte sind leider nicht selten. Die Prosthetics sind meistens unter aller Sau, besonders bei dem Gangster, der mit abgeschlagener Hand durch die Pampa rennt. Da macht sich das Minimal-Budget und vielleicht auch ein bisschen kleines bisschen Dilettantismus bermerkbar. Dies hat natürlich den Effekt, dass der doch irgendwie charmante Trash-Charakter des Streifens noch unterstrichen wird. Ob das im Endeffekt beabsichtigt war oder nicht, wissen nur die Macher selbst.

Der Schnitt aka VERSUS Problem Nummer Eins: Man will fetzig sein, viele Schnitte, MTV-Style. Man ist sich auch durchaus bewusst, dass man duch viele schnelle Schnitte den ein oder anderen schwer ausführbaren, bzw. mislungenen Effekt kaschieren kann. Das alles hat zu Folge, dass man leicht den überblick verliert, da das ganze irgendwie keinen richtigen Rythmus findet.

Mein Tip also: Nicht zu viel von erhoffen, offenherzig reingehen und sich auf alles einlassen, was einem hier geboten wird. Nämlich trashige Gore-Effekte, sehr nette Schwertkämpfe, abgefahrene Einfälle, augenzwinkernder Humor, italo-style Zombies, spassige Charaktere und ein Ende nach dem anderen.
Niki Wurster
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

09.08.2002, 12:57



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