... und es lässt dich in deinem Sitz zusammenzucken. Klar, ist ja auch von Balagueró. Ist dabei filmisch zwar ganz anders als etwa „Los sin nombre“ oder „Darkness“, erschafft aber schon wieder jene kranke Atmosphäre und garantiert ein paar wirklich, wirklich unheimliche Momente, die nicht nur deinen Adrenalinpegel heben, sondern dir echtes Unbehagen einflößen.
Dauert leider ein bisschen, bis es soweit ist, und über den Einsatz von Handkameras und das formale Element „Film im Film“ können wir uns dann auch noch mal unterhalten. Das hat mir schon „Diary of the Dead“ versaut und diverse andere Filme, und auch hier geht es zeitweise arg auf die Nerven – etwa, wenn in der ersten Hälfte des Films andauernd darüber diskutiert wird, ob die Kamera denn jetzt gerade wirklich laufen muss usw.
Im Vergleich zum Gros der Machwerke, die ein solches Narrationsmittel wählen, funktioniert es bei [rec] aber über weite Strecken tatsächlich als Werkzeug, um den Betrachter näher ans Geschehen heranzuführen, ihn fast zum Teil desselben werden zu lassen. Das ändert zwar nichts an den Kopfschmerzen und der Unübersichtlichkeit, die wildes Bild-Herumgewackle nun mal erzeugt, ist hier aber zumindest handlungsseitig deutlich sinnvoller und konsequenter eingebunden. Die Kamera, mit der das Geschehen aufgezeichnet wird, ermöglicht an einigen Stellen erst seinen Fortgang. Nicht zuletzt gibt es ein paar Schockmomente, die erst durch die so konstruierte Perspektive zu dem werden, was sie sind – und das ist eine ganze Menge...!
Lässt sich eigentlich sehr unspektakulär an, der Film. Wir begleiten Kameramann und Reporterin eines lokalen TV-Senders bei den Aufnahmen für eine lahme Nachtshow, in der diesmal die Arbeit der Feuerwehr Barcelonas thematisiert werden soll. Man freut sich, als endlich ein Notruf zum Einsatz fordert: eine ältere Frau hat sich in ihrer Wohnung eingeschlossen und braucht Hilfe. Als man am Einsatzort eintrifft, ist bereits eine Polizeistreife dort und bemüht sich, die leicht hysterischen Hausbewohner zu beruhigen – man hat markerschütternde Schreie aus der Wohnung der Alten gehört. Durch die Kamera werden wir dann Zeuge, wie sich die Probleme der Frau rabiat auf andere ausweiten: sie greift einen Polizisten an und offenbart dabei weder Hemmungen noch körperliche Schwäche. Der schwer verletzte Polizist muss dringend aus dem Haus und ins Krankenhaus befördert werden – dumm nur, dass unsere Protagonisten plötzlich feststellen müssen, dass die Behörden sie nicht mehr aus dem Haus herauslassen. ABC-Alarm. Eine Virusinfektion wird vermutet, hoch ansteckend. Was nun...?
Richtig, das war nur der Anfang von unglaublichen Geschehnissen, die noch für einiges an Adrenalin und Blut sorgen sollen. Nun sind mörderische Viren, die aus ihren Opfern etwas leicht anderes machen, ja nicht der Innovation letzter Schluss. Und storyseitig darf man hier, trotz einiger interessanter Einfälle, ohnehin nicht zu viel erwarten.
Aber dafür umso mehr an Atmosphäre. An greifbarer Intensität, die sich zunächst in Panik, dann in echtem Horror äußert. [rec] wird immer atemloser, immer beängstigender. Und seine letzten 20 Minuten gehören definitiv zu den Highlights, die es in letzter Zeit in Sachen Gänsehaut gegeben hat.
Die Erwartungen besser nicht zu hoch schrauben, was Ungesehenes oder gar Extremes angeht. Stattdessen sich vom stetig steigenden Sog der Angst mitreißen lassen. Dann wirkt [rec]. Und zwar ziemlich heftig. Nur 7 Punkte, weil ich leider noch mehr erwartet hatte. Tut man das nicht, wird man hier zweifellos grandios bedient. |