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Doomsday (2008)

6 Filme zum Preis von einem

In irgendeinem Schrank werden sie noch sein, die Videokassetten, auf denen die ersten Gehversuche von Neil Marshall gebannt sind und einer liebevollen Restaurierung harren. Sicher hat er damals, wie jeder Filmbegeisterte, seine Lieblingsfilme nachgedreht, sei es mit Playmobilfiguren als Animation, oder mit seinen Klassenkameraden auf dem Schulhof.

Nun sind diese Amateurvideoproduktionen von damals sicher wichtig für die weitere Entwicklung von Marshall gewesen, aber einen Grund, 25 Jahre später mit viel Geld diesen Kindertrieb noch mal auszuleben, stellen sie eigentlich nicht dar. Dass wir jetzt dennoch eine bisweilen liebevolle Aneinanderreihung von "28 Days later", "Die Klapperschlange", "Aliens", "Mad Max II", "Herr der Ringe", "Robin Hood" und wieder "Mad Max II" gezeigt bekommen, deutet auf die Beharrlichkeit Marshalls hin, diese Argumentation einfach zu ignorieren. Liebevoll deshalb, weil es Marshall tatsächlich so weit treibt, auch die jeweilige Musik aus dem Film klingen zu lassen - wenn nicht gerade irgendein Gassenhauer aus den 80er aufgelegt wird. Das gibt dann einen wüsten Mix aus James Horner-Gruselmusik, John-Carpenter-Beats, "Eye of the Tiger" Intro und - Oberknaller! - Frankie goes to Hollywood bei der Verfolgungsjagd.

Ob man das braucht, ist die andere Frage. Denn bis auf wenige Momente funktioniert das ganze schlichtweg nicht. Nicht dass der Film sich etwa ernst nehmen würde, das tut er sicher nicht. Aber es reicht eben nicht, Kult nachzudrehen, um kultig zu werden, und für guten, unterhaltsamen Trash ist das alles wiederum zu gewollt. Auch der nette Gag, dass die Luxuslimousine bis zum Schluß keinen Kratzer abbekommt, ist nichts von dauerhaftem Wert (und ich unterstelle jetzt mal, dass das Absicht war und nicht etwa ein Continuity-Fehler).

Dafür dreht Marshall ganz schön am Temporad, und übertreibt es bei einigen hektischen Schnittfolgen, die bis an die Grenze der physischen Wahrnehmbarkeit gehen, deutlich. Mehr als einmal wurde mir erst aus dem Zusammenhang klar, was da jetzt wohl zu sehen gewesen ist.

In China oder in sonstigen Ländern, in denen Copyright eher wörtlich als das Recht zu Kopieren verstanden wird, hätten sie sich vermutlich so viel Arbeit erst gar nicht gemacht. Sie hätten einfach die passenden Szenen aus den gewünschten Filmen zusammengeschnitten, neu vertont und fertig.
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom, Köln
OOOO......
06.04.2008, 02:05
 

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