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The Marsh (2006)
Treibsand ahoi | Direktlink  | Mmmh, das ist doch gleich mal ein schlechtes Zeichen, wenn nach wenigen Minuten bereits der übliche Billigschockeffekt eines aus den Lautsprechern tönenden "BAMM" Angst verbreiten soll, obwohl natürlich absolut nichts da ist.
Vielleicht bin ich da einfach schon zu abgebrüht, aber die Geister hier sind in ihrer 'Lärmigkeit' so furchteinflößend wie hyperaktive Kinder. Es ist im Geisterfilm eben doch nicht so, daß lauter gleich schauriger ist.
Die tollen Tötungsarten, die das Festivalheft verspricht, sind nicht mit Final Destination vergleichbar. Das namensgebende Moor spielt nur eine Nebenrolle, wie auch andere Motive, die auftauchen und verschenkt werden. Da wurde einfach zu viel in den Film gepackt nach dem Motto 'Viel hilft viel'.
Die Story geht gerade noch in Ordnung, solange man nicht darüber nachdenkt. Und solange man über einige Stellen, die nun doch zu blöd sind, gnädig hinwegsieht.
Fazit: Eintopf für die Genügsamen unter uns. | Holger Hellmuth sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           21.07.2006, 02:13 | | |
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Matsch-Ball | Direktlink  | Die erfolgreiche Kinderbuchautorin und -illustratorin Claire hat immer wiederkehrende, schlimme Träume von einem Haus beim Moor und einem kleinen blonden Mädchen, das aus diesem Haus in die Nacht und sein Verderben rennt. Ihr Therapeut gibt ihr den schön sinnbefreiten, da unspezifischen Rat, sich ihren Ängsten zu stellen und nicht mehr davonzulaufen. Deshalb entschließt sich Claire, als sie im Internet zufällig über eine Bed & Breakfast-Annonce eben dieses Hauses stolpert, ihre Sachen zu packen und für unbestimmte Zeit dorthin umzusiedeln - ihren Albträumen auf den Grund zu gehen.
Das macht sie dann auch gleich auf ziemlich rabiate Weise (und schon hier wird klar, daß es der Film beim Thema "Glaubwürdigkeit" nicht allzu genau nimmt): so findet sie im Keller des großen Anwesens, das ihr die Vermieterin übrigens ganz für sie allein überläßt, eine mit Rosen bemalte Glastür, die in ihren Nachtmahren eine gewisse Rolle spielte. Und was macht sie? Richtig, sie läßt sie sofort einsetzen. Dabei hätte es nicht des ebenfalls zufällig in der Nähe wohnenden Experten für Paranormales, Hunt, bedurft - gespielt von einem reichlich farblos wirkenden Forest Whitaker -, um die Weisheit des Tages zu erahnen: "Doors can be ports. If you put them down, you close an entrance. If you put them back up, you may invite something to return..."
Aber gut, wir befinden uns in einem Geisterfilm. Und irgendeinen Anlaß brauchen die Geister, die hier übrigens erstaunlich festkörperlich erscheinen, ja schließlich auch, um in Aktion zu treten. Das tun sie dann auch reichlich und bösartig: zu den Höhepunkten von "The Marsh" gehören ein paar Ablebe-Aktivitäten unter der Dorfbevölkerung, die zwar nicht sonderlich blutig, dafür aber effektvoll daherkommen.
Leider aber sind sogar diesen diverse Logikschwächen inhärent, wobei sie hier nicht so sehr ins Gewicht fallen wie bei der generellen Storyentfaltung. Claire will natürlich trotz aller Warnungen aller möglichen Leute unbedingt herausfinden, was es mit den Erscheinungen und übersinnlichen Geschehnissen auf sich hat und würde wohl lieber sterben, als die Hintergründe der Geschichte nicht aufgeklärt zu wissen. Hier macht der Film ein großes Bimborium um Geheimnisse und Mysteriösitäten, verrät aber leider schon viel zu früh viel zu viel. Diejenigen Aspekte seiner Story, die er vermutlich als große Überraschung gedacht hatte, sind dann jedoch schließlich so überwältigend auch nicht mehr - was dazu führt, daß das letzte Drittel des Films, also der eigentliche Höhepunkt, wo uns endlich alles en Detail erklärt wird, über weite Strecken langweilig und irrelevant erscheint.
Das alles klingt nach Drehbuchschwächen, und die sind es auch, die "The Marsh" ruinieren. Die Darsteller sind insgesamt durchaus okay, das Setting hat einiges an Potential (das aber nie wirklich genutzt wird), die unspektakuläre Story ließe sich effektiv inszenieren - wie es zum Beispiel "The Gift" vorgemacht hat, mit dem eine ganze Menge Ähnlichkeiten bestehen. Dieser allerdings hat ein enormes Maß an Intensität zu verbuchen. "The Marsh" nicht, Atmosphäre scheint fast ein Fremdwort, Grusel deshalb sowieso auch.
Das Ganze vermag es einfach niemals, echte Spannung aufzubauen, dafür ist zu vieles zu vorhersehbar und noch mehr zu unglaubwürdig. Man wird nie wirklich gefesselt, stattdessen des öfteren von den Handlungen der Figuren fast schon verarscht - und vom späteren Verlauf der Geschichte dann auch ziemlich enttäuscht.
So bekommt man hier storymäßig absolute Standardware geboten, die aus ihren Möglichkeiten in keiner Weise überzeugende Ergebnisse macht; fühlt sich über weite Strecken gelangweilt und für dumm verkauft, atmosphärisch nicht im Geringsten berührt, und eines schon mal gar nicht: gegruselt. Da sind dann mehr als 5 Punkte auch beim besten Willen nicht drin; alle Vorlagen wurden nicht genutzt, der Durchschnitt regiert - und der kann eben einfach nicht begeistern. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           02.08.2006, 05:51 | | |
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Ich sehe gelangweilte Menschen | Direktlink  | Man nehme ein romantisches, altes Haus, abgelegen in einem geheimnisvollen Sumpf, ein bisschen schummrige Atmosphäre, eine sinnliche Hauptdarstellerin + fertig ist der gute Geisterfilm? Leider nein. Denn ein mal wieder als Ghostbuster herumtappender Quoten-Schwarzer und im Wind klappernde Türen machen eben noch keine Spannung aus.
Wenn man sich auf das dünne Eis begibt, ein nunmehr 50 Jahre altes Thema zum 100. Mal neu aufzulegen, sollte man zumindest dafür sorgen, daß der Film ein Mindestmaß an Spannung und Originalität besitzt. Bei "The Marsh" aber jagt ein vorhersehbares Klischee das andere und 90 langweilige Minuten lang kann man sich des Eindrucks einfach nicht erwehren, daß man fast genau den gleichen Film schon dutzende Male besser gesehen hat. Selbst zum Teil relativ kommerzielle Produktionen wie z.B. "The Others", "The Seventh Sense" oder auch "The Gift" können mit mehr Spannung und Dramatik aufwarten als dieses um jede Ecke und Kante glattpolierte, dröge Plagiat, das anmutet als hätte es sich ein fantasieloser Amateur aus einem Baukasten für Retortenfilme zussamengepuzzelt. "The Marsh" ist nichts weiter als eine Sequenz von bemüht wirkenden Szenen von aneinandergereihten Versatzstücken aus anderen Geisterfilmen. Selbst die von der Hauptdarstellerin gemalten Kunstwerke sehen aus wie von Tim Burton geklaut. | Alexander sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           03.08.2006, 17:16 | | |
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