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Brick (2005)
Hart im Nehmen | Direktlink  | "Brick" ist für mich der beste Film des FFF 2006. Ohne an der Oberfläche sonderlich innovativ zu sein, besitzt er ungeheure Kraft, Ausstrahlung und Unverbrauchtheit. Es ist einfach nicht zu glauben, daß es sich hierbei um einen Debütfilm handelt: er beschämt jeden anderen Nachwuchsregisseur, und damit meine ich nicht nur seine "Konkurrenten" in der Sparte "Fresh Blood".
Formal genau dem Schema des Film Noir folgend, präsentiert er uns direkt zu Beginn eine tote Blondine und einen Detektiv, der das Geheimnis hinter ihrer Ermordung lüften will. Dabei stößt er auf Drogen, Schläger, selbstsüchtige Beamte und verdächtige Freunde; im Wust der mysteriösen Andeutungen, kryptischen Notizen und gefährlichen Typen kann er sich zunächst nur auf einen verlassen: sein "Gehirn" und Recherchekönig Brain. Was nach einem klassischen Krimi der schwarzen Serie klingt, gewinnt ein begeisterndes Irritationslevel (und diverse Absurditäts-Lacher) dadurch, daß sämtliche Figuren hier dem Highschool-Milieu entstammen. Ob Drogenbaron oder Schnüffler, alle sind unter 21 und müssen sich mit einem Leben bei den Eltern, Geldproblemen oder auch der Schule herumschlagen.
Dabei setzt "Brick" aber nicht etwa auf den Humor der typischen amerikanischen Komödien, die in einem solchen Umfeld spielen. Alle Figuren sind stattdessen mit einer enormen Ernsthaftigkeit angelegt und zudem fantastisch gespielt; man nimmt jedem Einzelnen seine "erwachsene Rolle" jederzeit ab - im jugendlichen Körper. Aber auch sonst stimmt hier einfach alles. Die Erzählung entfaltet sich auf ungemein fesselnde Weise, dem Zuschauer wird niemals auch nur ein Funken Information auch nur einen Augenblick zu früh offenbart - und damit wird bis zuletzt für permanente Hochspannung und fröhliches Rätselraten gesorgt. Die Inszenierung ist clever und verfügt stets über ein gutes Tempo, eine Vielfalt an Charakteren und ein vollständiger Verzicht auf ablenkende Nebenhandlungsstränge steigern das Interesse an der Lösung des Mordfalls und verleihen "Brick" ein hohes Maß an sehr konzentriert wirkender Energie und Schlagkraft.
A propos, arg zurückhaltend gibt sich der Film auch hierbei nicht; es handelt sich um alles andere als einen vergeistigten, smarten Thriller mit Berührungsängsten zum dreckigen Kern des Genres. Im Gegenteil, poliert ist hier gar nichts, sondern zeigt sich trotz aller Intelligenz in Story-Aufbau und -Erzählung sehr direkt, rauh und ungekünstelt. Von ein, zwei Rückblenden einmal abgesehen, ist "Brick" vom Filmischen her sehr konventionell gehalten, was im Zusammenspiel mit den vertrackten Storywendungen aber übrigens sehr gut funktioniert. Auch in dieser Hinsicht geht die Substanz über den Stil, und das ist im Festivaljahr 2006 mehr als nur eine willkommene Abwechslung: es ist endlich mal wieder ein Film, der verstanden hat, worum es eigentlich geht. Nämlich eine fesselnde Geschichte auf fesselnde Art und Weise zu erzählen.
Ein absoluter Pflichtfilm, der im einfachen Gewand daherkommt und durch seine Energie und Fokussierung nur umso mehr überrascht. Die beiden Trailer finde ich übrigens eher abschreckend, sie können jedenfalls nicht ansatzweise vermitteln, welche Sogkraft "Brick" als Film tatsächlich besitzt. 8,5 Punkte von mir. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           03.08.2006, 06:55 | | |
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Creating a New Genre | Direktlink  | Hat mich so was von geflasht und liegt mir immer noch in den Ohren. Ich meine, einen nahezu perfekten Film gesehen zu haben, der zum Glück nicht an den relativ hohen Erwartungen gescheitert ist. Auch ich muss den schlimmen Satz einmal in den Mund nehmen, weil er den Film am besten beschreibt: Film Noir im High School Milieu. Aber so was von. Besitzt erst gar keine wirkliche Einleitung, sondern donnert direkt los, anspannend von der ersten bis zur letzten Minute. Und es gibt ALLES, was man sich nur wünschen kann: Revolverhelden, geschundene Femme Fatales, aufsteigende Tauben, Shoot Outs, eine Sherlock Holmes-Auflösung und und und. Bin immer noch einfach nur sprachlos über eine solche Ideenvielfalt und kann es bisher kaum erwarten, den Film ein weiteres Mal zusehen. DAS ist Kino in Reinkultur. Verdammt noch mal! Und wie muss dieser Film erst wirken, wenn man sämtliche Anleihen kennt? | Timo sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           03.08.2006, 07:43 | | |
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Hardboiled meets Highschool! | Direktlink  | Wenn man die obercoole Sprache der Leute einfach als gegeben hinnimmt (glaubt denn jemand ersthaft, in den 30'ern hätten sie tatsächlich geredet wie in einem Marlowe-Krimi? Damals war es künstlich, heute ist es künstlich, aber wenn es funktioniert - so what!?), gibt es wenig, was man Brick vorwerfen kann. Eine echt spannende Geschichte, mit tollen, coolen Bildern präsentiert und einem fantastischen Score. Ein frischer, dreckiger Film. Ansehen! | bigJay sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           03.08.2006, 14:31 | | |
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Freunde drehen ihren Lieblingsfilm | Direktlink  | Der Abschlußjahrgang eines Colleges beschließt, einen Film zu drehen, wie sie ihn gerne im Kino sehen würden. Könnte das die Grundidee zu dem Film gewesen sein?
Bin sehr zufrieden mit dem Resultat, auch wenn mir nicht viele Bilder bleiben werden. Der Film hat nicht so sehr visuell gewirkt, sondern tatsächlich eine Story erzählt, da ist das kein Mangel.
Erstaunlich, wie sicher die Crew mit der Kameraführung, dem Schnitt und vor allem den Dialogen umgegangen ist. Sehr dicht, sehr tough, selten eine Spur überzogen...
Der einzige, der etwas aus dem Rahmen fällt, ist der Oberbösi. Familiärer Hintergrund, Machtstellung innerhalb der Gangs und sein Look passen nicht zu der Rolle, die er innerhalb des Gefüges einzunehmen hätte. Irgendwie muß er die Position doch erlangt haben... oder sah er mir nur zu jung aus?
Viel besser funktionieren Brain, Tug, Laura etc.: einige prägnante Charakteristika, konsequent beibehalten, geben ihnen ausreichend Profil, um sie an dem Platz zu verorten, den sie einnehmen sollen. | landscape sah diesen Film im Cinemaxx 3, Hamburg |           16.08.2006, 10:15 | | |
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