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The Lookout (2007)
Ein Gedächtnisloser und ein Blinder - ein perfektes Paar | Direktlink  | Vorweg gesagt: der Film hat mich überzeugt und ist mit Sicherheit eine willkommene Abwechslung im FFF und Ergänzung im Genre-Allerlei.
Ein leiser Thriller, der sich ganz langsam entwickelt, mit Spannung und Action vorsichtig haushaltet, bis es aber zum ersten Höhepunkt kommt, wird die Spannung gekonnt gesteigert und explodiert dann förmlich. Und bis zum Schluss vermag der Film das hohe Niveau sogar noch zu steigern.
Eine gute schauspielerische Leistung vom Hauptdarsteller (bekannt aus Brick) als gedächtnislose Bankputze, die für einen Bankraub herhalten muss, ein höchst witziger Jeff Daniels als Blinder, der dem Film gekonnt brillanten Witz verleiht, und einer der Gangster, der eine glaubwürdige Vorstellung abgibt. Und da war noch der Obergangster, der wirklich allein schon einen Kinobesuch wert war. Hatte nicht viel zu sagen, aber allein seine charismatische Erscheinung war bemerkenswert. Schwarze lange Haare, schwarze Sonnenbrille, und immer die Bazooka im Anschlag... einfach ein geiler Typ. Könnte in jedem Neo-Dracula-Film mühelos die Titelrolle übernehmen.
Eine insgesamt intelligente Geschichte, die zwar irgendwie an andere Filme zu erinnern scheint, aber doch ganz eigenständig da steht und alles andere als geklaut wirkt.
Mehr als nur ein Festival-Geheimtipp! | zombee sah diesen Film im Cinema, München |           29.07.2007, 22:09 | | |
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Zu viel von zu wenig | Direktlink  | Ich fühl mich ja langsam schon fast wie der Buhmann, weil ich regelmäßig von Anderen geliebte Filme runtermache. Aber auch „The Lookout“ hat es bei weitem nicht geschafft, meine Erwartungen zu erfüllen. Wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich ihn mir aus der Videothek ausgeliehen oder auch einfach „normal“ im Kino angesehen hätte. Doch von einem FFF-Thriller erwarte ich eben ein wenig mehr... Ecken und Kanten, eine über die gesamte Laufzeit fesselnde Handlung und vor allen Dingen: keinen Kitsch.
Letzteren bietet dieser Film aber leider im Übermaß. Unsere Hauptfigur Chris ist/war eigentlich ein ziemliches Arschloch. Der nie im Leben für irgendetwas kämpfen mußte, dank des Wohlstands seiner Familie immer schon automatisch ganz vorne mit dabei war, dazu noch verantwortungslos und selbstsüchtig wie nur was unterwegs war. Dann verursachte er einen Autounfall mit tragischen Folgen, puff, das gute Leben ist vorbei, und er ist nun... ein Opfer? Jedenfalls positioniert ihn der Film als jemanden, mit dem man Mitleid haben muß. Denn er ist dank Gehirnoperation jetzt unfähig, ein normales Dasein auf die Reihe zu kriegen, kann sich an die einfachsten Dinge nicht erinnern, ist zur Existenz eines Krüppels verdammt und versucht doch alles, um einfach nur ein braves, anständiges Leben zu leben. Tja. Wir sehen die Ereignisse komplett nur aus seiner Sicht und werden darum dazu gezwungen, auf seiner Seite zu stehen. Egal, wie glaubwürdig wir seine vorgebliche Wandlung finden mögen; egal, wie sehr wir uns fragen mögen, ob er nicht immer noch oder sogar erst recht nur sich selbst und seine eigenen Probleme sieht; egal, wie sehr wir sogar glauben mögen, daß dieser Typ noch lange nicht genug bestraft worden ist: er ist hier nun mal der Held. Und eigentlich doch echt ein netter Kerl. Puuuuh... Ansichtssache.
Aber wie auch immer, problematischer finde ich, daß ich dem ja eigentlich sehr geschätzten Joseph Gordon-Levitt den Schaden seiner Figur nicht wirklich abnehmen kann. Ja, er spielt sehr Mitleid-ergatternd und im Sinne des Drehbuchs wohl optimal; ein guter Schauspieler ist er zweifellos. Aber seine Figur ist von Anfang an viel zu souverän angelegt – man glaubt ihr einfach nicht, daß es schon eine Heidenarbeit ist, wohlbehalten durch den Tag zu kommen. Und, sorry: er muß sich extra aufschreiben, daß man den Wecker nach dem Klingeln auch wieder ausschalten muß, aber Autofahren ist überhaupt kein Thema? Naja.
Gut, davon abgesehen haben wir ja auch noch eine Story, und die macht dann schon ziemlich Spaß, auch wenn sie eine Ecke zu spät einsetzt. Für mich jedenfalls, denn mich konnte die Figur des Chris ja eben nicht ausreichend berühren, und darum hatte ich auch keine große Lust auf die reichlich gestreckte Darstellung ihres ach-wie-hilflosen Alltags. Den Chris übrigens vorwiegend mit seinem blinden Mitbewohner Lewis teilt, gespielt von Jeff Daniels, und hier muß ich schon wieder meckern. Denn diese Figur ist eindeutig, unschön, überzeichnet. Nicht als Blinder, nein, da ist Daniels sogar sehr überzeugend. Aber die permanenten coolen Sprüche und Lebensweisheiten, die von Lewis sogar in Momenten existentieller Bedrohung locker-flockig rausgehauen werden... die sorgen zwar für so manchen Lacher, sind aber in keiner Sekunde glaubwürdig. Das wirkt für mich ganz einfach wie vom Drehbuch konstruiert, und zwar auf Holzhammer-Weise.
Konstruiert wirkt dann vielleicht auch die irgendwann endlich einsetzende Hauptstory, zumindest teilweise. Aber das ist nicht so schlimm, denn hier gibt es endlich Tempo und eine Weiterentwicklung der Handlung. Chris wird von finsteren Gesellen benutzt, um die Bank auszurauben, in der er als Putze arbeitet. Natürlich läuft alles nicht so wie geplant... und Chris muß zu sich finden, um zu bestehen. Wie die Ganoven Chris langsam für sich gewinnen, wie sie sein Vertrauen erschleichen, das ist spannend anzusehen. Der Überfall auf die Bank selbst und vor allem das, was danach kommt, fesselt. Das letzte Drittel des Films versöhnt also schon ziemlich mit den Schwächen davor.
Aber ohnehin ist „The Lookout“ ja nun kein schlechter Film, auch wenn das bislang möglicherweise so rüberkam. Er ist sauber gespielt, gefilmt und auch erzählt, wenn man mal von zu viel Leerlauf in der Exposition absieht. Kurz gesagt: er unterhält insgesamt schon ziemlich gut und bekommt darum von mir auch 6,5 Punkte. Dennoch sind da Schwächen, die man nicht ignorieren kann, und die liegen vor allem im Bereich Glaubwürdigkeit und Figurenzeichnung. Sagen wir mal: bessere Mainstream-Unterhaltung mit einem etwas interessanteren Ansatz als üblich. Aber nicht gerade mit einem hundertprozentig stimmigen Drehbuch gesegnet. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           08.08.2007, 06:01 | | |
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Viele Fragen, wenige Antworten | Direktlink  | Ein Film, der mich relativ ratlos zurückließ. Wenn das die Zukunft des Mainstreamkino mit Niveau sein soll, also das, was künftig im Arthouse um die Ecke zu sehen ist, dann frag ich mich, ob hier nicht ein einziges großes Missverständnis vorliegt.
Das Missverständnis fängt damit an, dass wir hier absolut keine inhaltliche oder stilistische Überraschung erleben. Erzählt wird die Geschichte eines Loosers, der sich auf der Suche nach Geld in den Fängen von Bankräubern verstrickt. Gut, soll vorkommen.
Ein weiteres Missverständnis betrifft seinen Charakter. Unser Looser lebte zuvor auf der Sonnenseite, bis er das Schicksal herausforderte und nahezu alles verlor, auch sein Kurzzeitgedächtnis. So etwas gilt seit "Memento" als trés chic, und war bei "Memento" auch ein extrem starkes Element, wirkt hier aber nur unglaublich konstruiert und aufgesetzt. Mal ernsthaft: Lassen wir den Quatsch doch mal weg, ein einfacher Looser, der einfach nur zur Unterschicht gehört und hier seine Chance wittert, hätte exakt die gleiche Geschichte erzählt.
Ja gut, aber wäre das dann nicht ein stinknormaler Krimi gewesen? Gegenfrage: ist er das nicht auch so? Dieses ganze pseudobetroffene Schicksal ist natürlich schön erzählt, gibt die Gelegenheit einige stilistische Oha-Effekte einzubauen, bleibt aber letztlich nur Augenwischerei. Und ist irgendwo auch ein Klotz am Bein, denn wenn sich die Geschichte von Anfang an um den Bankraub gedreht hätte, anstatt sich durch viele konstruierte Wendungen erst einmal selbst zu finden, dann wäre das vielleicht ein rauher Straight-to-the-Point-Thriller gewesen.
So ist es ein Arthouse-Krimi mit Schnickschnack, an dessen Eleganz sich die Zuschauer vielleicht erfreuen, der von seinem simplen Charakter aber nicht ablenken kann. | GeorgeKaplan sah diesen Film im Cinedom 9, Köln |           14.08.2007, 10:21 | | |
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Um es mit Homer Simpson zu sagen... | Direktlink  | “Booooooring!“.
Zugegeben: nach „Ex-Drummer“ wirken wohl die meisten Filme etwas konventionell, aber „The Lookout“ ist doch schon arg Hollywood. Ich konnte jedenfalls in den ersten 30 Minuten des Films noch problemlos über „Ex-Drummer“ nachdenken, ohne den Faden der Geschichte zu verlieren. Die Story – nach einem Unfall u.a. in seiner Gedächtnisfähigkeit eingeschränkter junger Mann wird von einer Gruppe Gangster für einen Bankraub instrumentalisiert – bietet zwar einiges an Potential, wird aber doch sehr betulich umgesetzt. Ein bisschen „Memento“ (unser Held muss sich Zettel schreiben, weil er wesentliche Informationen vergisst), ein bisschen Thriller mit zumindest einem bedrohlichem Gangster der Sorte „I Wear My Sunglasses At Night“, und weil man ja eigentlich gerne Arthouse wäre, auch ein bisschen pädagogischer Moral und Message (Schätze das was du hast; Hüte dich vor falschen Freunden; Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn – Zutreffendes bitte ankreuzen). Das ist schon alles solide, und wenn man z.B. konservativere Freunde davon überzeugen will, dass auf dem FFF nicht nur krankes Zeug a la „Ex Drummer“ läuft, dann kann man die natürlich super in “The Lookout“ mitnehmen.
Noch ganz kurz zu den Schauspielern: eine sehr positive Überraschung war Jeff Daniels als blinder (und wahrer) Freund des jugendlichen Helden, der als lakonisch-witziger Charakter in Erinnerung bleibt. Bei Joseph Gordon-Levitt hingegen wurde mir zu spät klar, dass das ja der Langweiler aus „Brick“ ist, dessen komatöse Stimme in “The Lookout“ zu allem Überfluss den Off-Erzähler gibt. | Klaus Koenig sah diesen Film im Cinedom 9, Köln |           14.08.2007, 12:37 | | |
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Eine Variation, aber eine gute... | Direktlink  | Joseph Gordon Levitt sieht doch tatsächlich ein wenig wie Heath Ledger auf, was mir nie aufgefallen ist, aber die Kinder werden flügge und in "Ten things I hate about you", wo die beiden gemeinsam auftraten, wars wohl noch nicht ganz so auffällig.
Was aber hier nur bedingt relevant ist oder vielleicht auch nicht, denn Josephs Ursprung liegt wie normal für diesen Stiefmuttertyp im Teeniefilm und so verwunderts dann schon, in welchen Filmen er sich jetzt verdingt, "Brick" im vergangenen Jahr und jetzt "The Lookout" als durch einen selbstverschuldeten Unfall aus der Bahn geworfenen ehemaligen Eishockeyspieler.
Er war erfolgreich, jetzt ist er nurmehr ein Wrack, gequält von den Dämonen der Vergangenheit und der Schuld, die er sich aufgeladen hat.
Ja, klingt alles so beschrieben nicht neu und auch nicht interessant.
Ist es aber trotzdem, denn "The Lookout" ist kein vertwistet, sondern ein gradlinig und klar konzipierter, kleiner Thriller mit einem wunderbaren Jeff Daniels, einem charismatischen Bösewicht und starken Bildern.
Levitt stapft durch den Film als diese traurige Gestalt, die im rechten Moment doch noch in der Lage ist Initiative zu ergreifen.
Letztlich variiert "The Lookout" natürlich nur Themen, aber er tut das mit Wucht und Charme und dafür braucht man dann keine epischen Verfolgungsjagden oder die ganz großen Namen. | QuintenQuist sah diesen Film im Cinemaxx 1, Hamburg |           16.08.2007, 10:17 | | |
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