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Unrest (2006)
"Less talking, more cutting!" | Direktlink  | Mit dem Titel dieses Reviews enthält "Unrest" zweifellos einen der besten Sätze, die in einem der FFF-Filme 2007 gesprochen werden. Leider hat er sich diesen Satz aber selbst nicht als Motto zu Eigen gemacht. Im Gegenteil, wenn es diesem Film an einem mangelt, dann ist das Action. Splatter sowieso (mal abgesehen von aufgeschnittenen Kadavern), aber man wird ja genügsam. Nur daß hier eben generell nicht viel passiert, was aufregende Szenen oder aber auch Handlung an sich angeht. Dafür hat „Unrest“ einen großen Trumpf: seine Atmosphäre. Fast komplett in den Sezierräumen im Untergeschoß eines Krankenhauses spielend, ist das vorherrschende Gefühl gleichermaßen eines von klinischer Sterilität wie von Bedrückung. Allgemeiner formuliert: die Stimmung ist zumeist ziemlich unangenehm. Vielleicht einmal abgesehen vom Anfang, wo es noch häufiger zu Momenten von Comic Relief kommt (man achte etwa auf den Zugangscode zum Leichenfledder-Raum...).
Du willst die Story? Ich geb dir die Kurzfassung: die junge Medizinstudentin Allison bekommt bei ihrem Pathologieseminar eine Leiche zum Zerschnippeln aufgetischt, die sie Angst und Bange werden läßt. Denn sie sieht weit weniger als nur nicht gut aus: das Gesicht spricht Bände von Qual und Entsetzen, der Körper ist über und unter mit selbst zugefügten Wunden versehen. Ihre zunächst sämtlichst sehr unsensibel wirkenden Kollegen scherzen noch rum, es handele sich ganz offensichtlich um eine auf S/M stehende Nutte, da spürt Allison schon, daß mit diesem Kadaver etwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung ist... und fühlt bald die bedrohliche Präsenz eines bösartigen Geistes von der Leiche ausgehen.
In der Folge geht es dann vor allem darum, herauszufinden, wer die tote Person eigentlich ist, wie sie ums Leben gekommen sein könnte und welche dunklen Geheimnisse wohl mit ihr verbunden sein mögen. Hier offenbart der Film dann eine entscheidende Schwäche: nämlich einen Umgang mit Logik und Wahrscheinlichkeit, den man nur sehr entspannt noch als nur „sehr entspannt“ umschreiben kann. Ich will nicht zu viel verraten, aber wie man binnen Tagesfrist aus ungeklärter Quelle an genau die drei Videotapes kommen kann, die alles erklären... wenn diese Tapes aus einem anderen Kontinent kommen und man bis dato nicht mal wußte, an wen man sich wenden sollte, um überhaupt irgendetwas über die tote Person zu erfahren... das soll mir erst mal jemand erklären. Und auch an diversen anderen Stellen ist der Unwahrscheinlichkeitsdrive bis zum Maximum aufgedreht, Figuren verhalten sich aber zu 200% unrealistisch, Continuity-Fehler und klischeehaft erwartbare Storyentwicklungen gibt es gratis dazu.
Aber gut, wir wollen mal nicht so sein und werten „Unrest“ eher wie eine „Tales from the Crypt“-Episode, da drückt man in Sachen Logik und Glaubwürdigkeit schließlich auch beide Augen zu, und daran erinnert der Film zumindest von seiner Story her immerhin auch ein wenig. Allerdings erreicht die Konstruiertheit hier stellenweise schon außergewöhnliche Maße...
Mal abgesehen davon, daß hier – positiv – die Stimmung wesentlich bösartiger ist und man ständig mit ganz ganz schlimmen Geschehnissen rechnet. Und abgesehen davon, daß – negativ – insgesamt viel zu wenig passiert, in jeder Hinsicht – auch und insbesondere bezüglich der erwarteten ganz ganz schlimmen Geschehnisse.
„Unrest“ packt einen zwischendurch schon ganz gewaltig durch seine düstere Atmosphäre und das Lauern von Gefahr. Durch zuviel storyseitige Untätigkeit verliert er einen jedoch genauso immer wieder. Im Ganzen letztlich doch zu extreme Glaubwürdigkeitsschwächen kosten ihn dann zusätzlich Kredit und sorgen dafür, daß man den Film irgendwann einfach nicht mehr ernst nehmen kann und am Ende eher verärgert aus dem eigentlich beeindruckenden Setting herausgeht.
Übrigens ist das Setting hier aber auch das Einzige, was an „Vital“ erinnert. Alles andere ist eben nicht verstörend, sondern... altbekannt und seltsam unrund. 5,5 Punkte. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt |           09.08.2007, 07:39 | | |
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Body & Soul | Direktlink  | Alle Jahre wieder denke ich auf dem Festival: was machen die Südkoreaner, die Franzosen, die Skandinavier doch für geile Filme. Und was für ein Genre-Käse wird eigentlich in den USA produziert. Mit Schaudern denke ich etwa an „Death Tunnel“ zurück. Ganz so unsäglich ist „Unrest“ nun nicht; irgendwie wird man dann doch bei der Stange gehalten, aber es ächzt mitunter schon arg im Gebälk der Story.
Im Mittelpunkt dieser Story steht eine Art Lindsay-Lohan-Klon im weißen Kittel. Dass sie über den ganzen Film hinweg mit „Doctor“ angesprochen wird, entbehrt nicht der Komik. Sonst gibt es leider nichts zu Lachen. Und nichts zu Gruseln. Und auch kaum soliden Splatter. Stattdessen erleben wir, wie sich „Agnostikerin“ Lohan aus nicht weiter nachvollziehbaren Gründen („I Feel Something“) für die Herkunft der ihrer Arbeitsgruppe überlassenen Leiche interessiert und damit bösen, schlecht gelaunten Geistern auf die Spur kommt. Höhepunkt des Films ist sicherlich die Tauchsession in einer Art Riesenaquarium, in dem die Leichen gelagert werden. Hier knöpft Ersatz-Lindsay dann auch mal den Kittel auf, was meine Laune angesichts des Mangels anderer Schauwerte auf den letzten Metern des Films doch noch gehoben hat. Insgesamt aber sicherlich entbehrlich und in jeder Hinsicht unter dem Durchschnitt. | Klaus Koenig sah diesen Film im Cinedom 6, Köln |           13.08.2007, 12:44 | | |
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