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The Living and the Dead (2006)
Don't forget your medicine! | Direktlink  | The Living and the Dead.
'Mind boggling' der abstrusesten Art. Dramatisch tragische Kleinfamilien-Geschichte in hochherrschaftlichem, aber verranztem britischen Wohnsitz. Optisch sehr kühl und verklärt gehalten, wird uns hier ein Madhouse der besonderen Art präsentiert, wie es so, unter Normalbedingungen, durchwegs realistisch vorstellbar wäre.
Wohlsorgender Vater, bettlägerige Mutter und ein phänomenal spielender geistig kranker Sohn, der nur durch regelmäßige Medikamentation stabil zu halten ist. Doch diese medizinische Kontinuität gerät bei ihm aus den Ufern und damit der gesamte Film.
Trotz aller wirrer Twists bleibt der Film immer nachvollziehbar, hat definitiv keine Längen, bleibt konstant spannend und sorgt immer wieder für neue Überraschungen.
Trainspottingmäßig in Szene gesetzt mit herausragender schauspielerischer Qualität.
Psycho-Terror pur.
Genau diese kleinen Filme, ähnlich wie Them im letzten Jahr, geben dem FFF seinen Independent-Charakter zurück, den es ja leider immer mehr zu verlieren scheint.
TLTD lief übrigens dieses Jahr auch schon am WOF und diversen anderen Festivals. Unbedingt mal www.simonrumley.com anklicken. Von ihm ist übrigens auch der Handyman Short! | meiklsan sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt | 04.08.2007, 04:25 | | |
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Ein Film für arte | Direktlink  | The Living and the Dead empfand ich streckenweise als sehr experimentell. Einen solchen Film würde ich am ehesten auf arte erwarten. Über einen großen Zeitraum wirkt der Film wie ein Theaterstück, da die Filmmusik fehlt. Auch die fehlende Ausstattung erinnert mich weniger an eine verarmte Adelsfamilie, sondern an den bemühten Versuch eines Regisseurs, die Verarmung und die Verwahrlosung des Besitzers auch noch für den letzten Zuschauer deutlich zu machen („Und dann stellen wir dort noch einen Sessel hin und decken ihn mit einem Leintuch zu.“) Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Darstellung des Wahnsinns des jungen Mannes durch schnelle Schnitte und eine spezielle Geräuschuntermalung. Dies bildete einen gelungenen Gegensatz zur sonstigen Stille.
Ich habe jedoch an The Living and the Dead zu bemängeln, dass mir die Umsetzung des Grundgedanken gar nicht behagt. Unter der Slogan „Terror bei good intentions“ hatte ich mir etwas komplett anders vorgestellt. Ich hatte erwartet, dass der größte Teil des Films der Pflege der bettlägerigen Mutter durch den Sohn gewidmet ist, wo es zur Reibereien und Missverständnissen aufgrund seiner labilen psychischen Verfassung bzw. seiner geistigen Behinderung kommt. Aber der größte Teil befasst sich eher mit dem Wahnsinn, dem der Junge nach und nach anheim fällt. Ich hatte außerdem eine Art Kammerspiel erwartet. Eine solche Atmosphäre konnte jedoch aufgrund des weitläufigen Anwesens nicht aufkommen.
Außerdem hat der Film bei mir nur Fragen aufgeworfen: Warum verhält sich die nur körperlich, aber nicht geistig eingeschränkte Mutter gegenüber ihrem hilfsbereiten Sohn so ängstlich, als würde ihr ein fremder Psychopath gegenüber stehen? Warum gibt sie dem Jungen keine Anweisungen? Er ist zwar einerseits ein sehr anstrengender Mensch, aber er lechzt andererseits förmlich nach Anerkennung seiner Leistungen und ist sehr gewillt zu gefallen. Eine starke Hand, feste Regeln usw. hätten es erst gar nicht so weit kommen lassen.
Für mich war The Living and the Dead ein Film, der mich mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Eigentlich finde ich ihn viel schlechter als Mittelmaß. Aber die gelungene Umsetzung des Wahnsinns, die gute schauspielerische Leistung und der Independent-Charakter des Films geben noch ein paar Punkte Zuschlag. | Epiphanie |           05.08.2007, 23:49 | | |
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