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Paprika (2006)
Film Noir through the Life in Cartoon-Motion | Direktlink  | Wenn Naoko Takeuchi einen Film mit Cronenberg dreht oder wenn Hayao Miyazaki unter dem Einfluss von Ecstasy steht: Dann, ja nur dann, kommt ein Film wie PAPRIKA dabei heraus. Dachte ich jedenfalls. Satoshi Kon braucht weder den Kultregisseur, noch die Drogen um einen solchen Film zu kreieren. PAPRIKA fühlt sich an wie eine fließende Mischung aus Fiebertraum, Film Noir und Cronenbergs (deshalb der Verweis) EXISTENZ. Seit langem Mal wieder ein Film, der begreift wie unendlich die visuellen Möglichkeiten eines Traums und der menschlichen Psyche sind, und diese auch voll ausschöpft. Und wenn nicht mit einem Animefilm, mit was dann?
Ein leichter Einstieg wird uns eigentlich nicht geboten. PAPRIKA beginnt und legt gleich los. Deswegen dauert es ein wenig bis man mit dem abstrusen Noir-Plot klar kommt. Sehr viele technische Daten machen dem Zuschauer das Leben schwer. Was ist beispielsweise ein Mini DC? Langsam aber sicher findet man sich dann dennoch in Satoshi Kon’s Traumwelt zu Recht. Ab hier geht der Spaß erst richtig los. Zwar ist die Idee der Verschmelzung von Psyche und Realität in der Tat nichts Neues, doch selten wurde das Ganze so stimmig und passend umgesetzt wie hier. Zwar nimmt der Plot am Ende auch ein paar Wendungen, auf die Satoshi Kon gut und gerne hätte verzichten können, weil sie nicht so Recht in das schlüssige Gesamtbild des restlichen Films passen wollen, insgesamt weiß das Werk jedoch auf gleich mehreren Ebenen zu gefallen.
PAPRIKA ist bunt, laut und wirr. „Your Brain on Anime“ heißt es in der Tagline. Und genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Der Film folgt nicht dem Trend in Richtung „Style over Substance“, sondern ist einerseits verworrenes Kopfkino über das man im Anschluss wunderbar diskutieren kann, anderseits aber auch atemberaubendes Eyecandy. Die Vorfreude war groß, Satoshi Kon hat sie jedoch noch einmal um ein Stück übertroffen. Für mich jetzt schon einer der mit Abstand besten Anime-Spielfilme überhaupt. Vielleicht bin ich PAPRIKA einfach nur auf den Leim gegangen und das alles ist in Wirklichkeit nur cooles Gepose, bei dem Satoshi Kon eineinhalb Stunden wild in der Spielzeugkiste wühlt um uns zu imponieren. Könnte sein. Doch selbst dann wäre der Film noch genial. | Timo |           05.07.2007, 09:09 | | |
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Ein schöner Traum. | Direktlink  | Bei Paprika wird man von der ersten Sekunde an in eine quietschbunte, überbordende Traumwelt entführt. Anfangs machen weder die Bilder noch die Story viel Sinn, wie ein verworrener Traum, den man erst noch entschlüsseln muss.
Im Verlauf des Films werden die fehlenden Puzzleteile eingesetzt und ergeben schließlich eine faszinierend durchdachte Geschichte. Ein neuartiges Gerät ermöglicht es, in die Träume anderer Menschen einzutauchen. Was einen Segen für die Medizin bedeuten kann, kann in den Händen falscher Leute schnell zum Albtraum werden. Das zeigt sich, als drei dieser Geräte gestohlen werden. Die Jagd nach dem Dieb findet in der Traumwelt statt, die aber längst manipuliert wurde und bald die Grenzen zur Realität sprengt. Die farbenfrohen, mit Liebe zum Detail gestalteten Szenen werden durch die gekonnte Überlagerung von Trickfilm und realen Bildern verstärkt und machen den Film zu einem visuellen Erlebnis. Auch die Musik ist so poppig und kunterbunt wie der Film. | misspider sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart |           01.08.2007, 09:29 | | |
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Gut gewürztes Traumland | Direktlink  | Gleich vorweg, Animes sind einfach nicht mein Ding, und ich bin auch nur in „Paprika“ gelandet, weil das Alternativprogramm noch uninteressanter wirkte. Darum bin ich auch nicht wirklich befähigt, viel Gehaltvolles über den Film zu sagen. Aber daß er sogar mir mit dieser Prädisposition ziemlich gut gefiel, sagt wiederum vielleicht schon eine Menge aus.
Die Story wirkt zunächst etwas kryptisch, aber nach 20 bis 30 Minuten dann kann man ihr sehr gut folgen – und das, obwohl sie im weiteren Verlauf des Films immer mehr unterschiedliche Realitäts- und Traumebenen einbezieht. Letzteres ist kein Wunder, schließlich geht es in „Paprika“ um ein Gerät, das in der Lage ist, Träume eines Menschen auch für außenstehende Betrachter erlebbar zu machen. Und wie sich herausstellt, ist es sogar noch zu viel mehr in der Lage... was nicht eben positive Konsequenzen hat, als es in die Hände eines Bösewichts gelangt, der damit ganz eigene Pläne verfolgt. Zunächst verfolgen wir die Hauptfiguren, die Entwickler des Geräts, bei ihrem Bemühen, die Identität dieses Bösewichts aufzudecken. Aber als ihnen das schließlich gelingt, hat der Alptraum gerade erst begonnen...
Was dann folgt, ist visuell teilweise wirklich atemberaubend. Wir tauchen in immer verschlungenere Traumdimensionen ein, die sich zunehmend überlappen und sind bald nicht mehr ohne weiteres fähig, Traum und Realität voneinander zu unterscheiden. Dabei ist eine solche Liebe zum Detail und soviel verspielte gestalterische Kreativität zu bewundern, daß man geradezu neidisch werden möchte.
Ich fühlte mich von der Optik her manchmal ein wenig an „Spirited Away“ erinnert, aber wie gesagt, ich kenne mich in diesem Genre nicht aus – will damit aber sagen, daß ich mir noch aufregender gestaltete Animes kaum vorstellen kann. „Aufregender“ allerdings in einer zeichnerisch eher liebevollen, sanft bis kindlich anmutenden Weise – auch wenn die Bilder (und vor allem die Story) manchmal schon in Richtung „verstörend“ gehen, ist hier zumindest bis zum Finale nichts wirklich dunkel oder bedrückend.
Ein gezeichneter Film wird mich niemals so gefangen nehmen können wie ein Realfilm, allerdings kann ich mir in diesem Fall eine Real-Umsetzung kaum vorstellen. Träume lassen sich nun mal schwer greifen, und wenn überhaupt, dann vermutlich nur mit den viel grenzenloseren Mitteln eines Animes.
Zu mehr als 7 Punkten reicht es für mich wegen dieses persönlichen Involvement-Problems nicht. Aber wer Animes mag, darf sich diesen auf keinen Fall entgehen lassen. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt |           06.08.2007, 05:44 | | |
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Dreams Are My Reality | Direktlink  | Gleich vorweg: ich habe mit Mangas oder Animes oder wie auch immer das richtig heißt an sich nichts am Hut, und mit japanischen Filmen hatte ich auf dem Festival in den letzten Jahren auch nicht so ein goldenes Händchen (Tiefpunkte: "The Last Supper" & "Starfish Hotel"). Außerdem ist mir eine gute Geschichte in der Regel wichtiger als eine überwältigende Optik.
Ideale Voraussetzungen für "Paprika" also. Zur Handlung kann man nur sagen: "Damn your logic, I’ve got lives to save!". Es geht um Traum und Realität und deren Vermischung, und dabei sollte man es auf der kognitiven Ebene belassen, sonst verschwendet man nur wertvolle Zeit mit dem Nachdenken über Nebensächlichkeiten wie stringent entwickelte Charaktere oder Lücken im Plot. Nicht nachdenken, einfach überwältigen lassen von den quietschbunten und durchgeknallten Traumwelten, die den Marshmellowman aus "Ghostbusters" ebenso zitieren wie die besten Momente aus Terry Gilliams "Brazil". Bei der sich motivisch durch den Film ziehenden Parade der Gegenstände und Spielzeuge habe ich mir mehrfach eine Fernbedienung gewünscht, um das Bild einfrieren und alle Details aufsaugen zu können. "Paprikas" visueller Ideenreichtum ist wirklich zu schön um wahr zu sein und sorgt dafür, dass man jede Wendung der Story in Kauf nimmt, nur um in eine weitere Traumwelt entführt zu werden.
10 Punkte sind natürlich, wenn man drüber nachdenkt, viel zu hoch gegriffen, aber ich habe ja beschlossen, nicht nachzudenken. Daher Highscore und das Versprechen, dass die DVD gekauft ist, sollte sie als deutsche VÖ jemals erscheinen (denn hier würde ich mir tatsächlich mal eine Synchronisation wünschen, damit mir keine Untertitel die visuelle Pracht versauen). | Klaus Koenig sah diesen Film im Cinedom 4, Köln |           09.08.2007, 11:36 | | |
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