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Alone (2007)

Gepflegte Langeweile

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Mal wieder so ein Film, bei dem man sich als genrevertrauter Betrachter leicht hin und her gerissen fühlt. Einerseits wird hier ohne Frage ein ansprechendes Niveau erreicht – was das Filmische angeht. Gerade, wer „Shutter“ kennt, den leicht trashigen Vorgänger der Regisseure, wird ein ums andere Mal überrascht von der Qualität gerade der visuellen Gestaltung. Ebenso überrascht wird man aber auch in negativer Hinsicht: nämlich was Tempo und Storytelling angeht.

Während „Shutter“ ziemlich laut daher kam, zuweilen mit der Tür ins Haus fiel und so etwas wie Subtilität keinerlei Wert beimaß, ist „Alone“ grundsätzlich anders angelegt. Der Anspruch auf Wertigkeit springt einen schon bei der großartigen Titelsequenz förmlich an, und auch in der Folge sehen wir jede Menge schöne Bilder – die eher auf ein etwas epischeres Drama als auf einen Grusler schließen lassen.

Nichts dagegen einzuwenden, eigentlich. Für ein Drama fehlt dann aber doch ein wenig die Tiefe: sowohl bei den Figuren als auch bei der Story um siamesische Zwillinge, deren eine Hälfte bei der operativen Trennung verstarb und die überlebende Schwester nun (halluzinatorisch? real?) heimsucht. Wahnsinnig originell sind Idee und Verlauf der Geschichte nun ohnehin nicht, aber in sich durchaus noch goutierbar. Was fehlt, ist nur leider ein wenig Spannung. Oder Erzähltempo. Oder wenigstens aufregende inszenatorische Ideen. Die gelegentlichen Rückblenden sind zwar hübsch umgesetzt, überhaupt ist fast alles sehr schön anzusehen, doch das Adrenalin wird einfach nicht getrieben. Naja, jedenfalls viel zu selten.

Die Erhabenheit der Bilder und des oftmals hochdramatischen Scores spiegelt sich leider in einem eher trägen Erzählfluß wieder. Selbst die bei „Shutter“ recht effektiven Shockmomente finden sich in „Alone“ viel zu selten – wobei sie immerhin meist ganz gut funktionieren.

Neues gibt es aber auch an dieser Front nicht zu berichten. Nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte. Nichts, woran man sich länger erinnern würde – in keiner Weise.

Irgendwo sehr schade, denn Bildgestaltung und Kameraarbeit liegen in ihrer Qualität wirklich weit über dem, was ich erwartet hätte. Auch schauspielerisch wird das typische Thailand-Niveau meilenweit überboten. Das reicht aber nicht, um über die müde Erzählweise, wenn nicht die müde Erzählung, hinwegzutäuschen. So fühlten sich selbst um 18 Uhr die 93 Minuten Filmdauer eher wie 150 an.

Für die Regisseure zweifellos, filmisch, ein großer Schritt nach vorne. Aber für das Publikum ist vielleicht erst der nächste von echter Relevanz. Oder der übernächste. 6 von 10 Punkten.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Cinedom 6, Köln
OOOOOO....
26.11.2007, 23:53
 


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