In the Electric Mist (2009)
Verschollen im Nebel | Direktlink  | Angekündigt als eines der Highlights und "must sees" der diesjährigen Berlinale, war IN THE ELECTRIC MIST, der im Wettbewerbs-Programm im Director's Cut zu sehen war, doch eine kleine Enttäuschung.
Dabei hörte es sich doch alles so gut an: Tommy Lee Jones als alternder Cop, John Goodman als dicker Kleinstadt-Mafioso, sympathisch verdrogte Schauspieler, Geister und, vor allem, ein Handlungsort im Mississippi-Delta versprachen, meinen Geschmack zu treffen. Bedenkt man dann noch, dass die gezeigte Version die vom Regisseur angestrebte Schnittfassung war (das Studio schnitt den Film für den US-Kinostart großzügig um), garantierte das ja fast einen netten Neo-Noir.
Leider erweist sich der Film dann aber als, nun ja, streckenweise einfach etwas wirr. Während die Atmosphäre des Films durchaus angenehm ist, die Technik und die Schauspielleistungen stimmen, kann das Drehbuch nicht wirklich beeindrucken. Das liegt zum einen an einer ziellosen Unaufgeregtheit, die in manchen Szenen an Beliebigkeit grenzt (so sehr manche Szenen einem Nebenfiguren bringen, umso weniger machen diese am Ende Sinn), zum anderen an etwas aufgesetzt wirkenden Plot-Wendungen. Vor allem gen Ende wird unser Hauptdarsteller nahezu mit gefährlichen Situationen konfrontiert, deren Ursache wir weder sehen noch ahnen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist leider auch das etwas merkwürdige, unbefriedigende Ende, das man weder als Höhepunkt, noch als Auflösung sehen kann.
Fazit: ein durchaus "guter" Film, der aber einfach nicht so richtig in Fahrt kommt, und trotz toller Atmosphäre und Schauspieler an einem etwas unausgegorenen Drehbuch und etwas *zu viel* Ruhe krankt. | The_Coma-man | |           13.08.2009, 20:10 | | |
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No Country for Old Men | Direktlink  | In the Electric Mist ist ein typischer Tommy Lee Jones-Film und wer es mag, wenn er depressiv mit Südstaatenslang einem Serienkiller hinterher jagt, der ist hier genau an der richtigen Stelle. Atmosphärisch war das Ganze sehr gut eingefangen, dazu gefallen die Darstellerleistungen sowie die Kompromisslosigkeit des Films. Doch ich hatte so meine Probleme mit den skurrilen Momenten des Films, wie den Visionen von Tommy Lee Jones, und auch der Auflösung an sich. Diese war einfach zu banal, als dass sie groß zu begeistern vermochte, und so hat sich der Film auch aufgrund einiger Längen nicht übers Mittelmaß hinaus bewegen können.
Wer sich nun angesprochen fühlt, diesen Film zu schauen, der sollte die Chance auf dem diesjährigen FFF nutzen, da dem Regisseur sein Film weggenommen wurde und er nun umgeschnitten und um knapp 20 Minuten erleichtert wurde und dies wohl die einzige Möglichkeit sein wird, den Director's Cut zu sehen. | FFFler sah diesen Film im Cinemaxx 6, Berlin | |           26.08.2009, 12:31 | | |
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Schwüles Südstaaten-Drama | Direktlink  | Post-Katrina-New Orleans: das Land ist traumatisiert, und bei einem Dreh tauchen Spuren eines alten Verbrechens auf. Einflußreiche Personen wollen eine längst vergangene Geschichte nicht aufgeklärt wissen, und so kämpft ein Cop in guter Marlowe-Manier gegen das Vergessen an.
Schön der Einfall, einen alten Musiker als Zeitzeugen einzuführen, denn die Folk-Musik war ja manchmal so eine Art Zeitung, und ein General wird zur moralischen Instanz, so à la David Lynch oder den Coen-Brüdern.
Subtil, nicht so bild- und soundgewaltig wie Black Snake Moan, aber immer noch schwül-dick Southern, gut. | landscape sah diesen Film im Cinemaxx 3, Hamburg | |           28.08.2009, 22:35 | | |
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Die Geister die ich rief | Direktlink  | Soghaft? "Der Film atmet förmlich die Schwüle der Bayou, swingt den Blues des Südens mit all seiner Leidenschaft." Na, ein bißchen aus dem Fenster gelehnt haben sich die Programmheftschreiber da dann doch, aber solch coole Formulierungen kann man ja nicht einfach über Bord werfen.
Spaß beiseite; kann man sich antun, diesen Streifen, wird aber keine Filmgeschichte schreiben (eher schnell wieder vergessen sein).
Kommt außerdem etwas langatmig und Tommy Lee Jones Figur als Ex/Beinahe- Alkoholiker mit zeitweise brutalen Ausrastern wirkte auf mich ein wenig zusammengeklatscht. Und den Spirit eines "The Shining" hatte der auch nicht, na ja so ganz am Rande vielleicht.
Das (akustisch gut verständliche) Englisch war voll mit Vokabeln, die ich nicht kannte. Mein Englisch ist eigentlich nicht schlecht, könnte evtl. auch anderen so gehen.
Bleibt die Frage, ob die Zeit alle Wunden heilt. | Frank | |           29.08.2009, 14:31 | | |
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Im elektrischen Mist | Direktlink  | Ich gehe das Ganze mal rezeptionsästhetisch an. Neben mir saß auf einer Kuschelbank ein Pärchen, bei dem offensichtlich der Herr die Dame zum Kinobesuch überredet hatte. Nach etwa einer Dreiviertelstunde begann der Herr beruhigend auf die Dame einzureden bzw. ihren Arm zu streicheln. Irgendwann wurde dann geknutscht. Schräg vor mir versuchte ein Dauerkartenbesitzer alle 10 Minuten im Halbdunkel die Uhrzeit auf seiner Armbanduhr zu erkennen, und immer mal wieder sah ich Leute raus- und reinschlappen.
Warum mir das alles aufgefallen ist? Tja...
„In the Electric Mist“ ist von allem ein bisschen. Ein bisschen Südstaaten-Thriller (wobei sich der Thrill bei mir kaum einstellte), ein bisschen Rassismusdrama, ein bisschen Arthousefilm, ein bisschen magischer Realismus. Und vor allem eine Menge Leerlauf. Schön gefilmter Leerlauf, das sei Regisseur Tavernier zugestanden, aber eben doch ermüdend. Klassische, gepflegte Langeweile. Und wenn Tommy Lee Jones monologisiert, sollte man nicht zu genau zuhören, denn sonst kann man gleich noch das Adjektiv „prätentiös“ dazupacken.
Wofür kann man also Punkte vergeben? Zwei auf jeden Fall für die Landschaftsaufnahmen, einen für den wohlklingenden Filmtitel (und es tut mir bereits leid, dass ich ihn in der Überschrift verkalauert habe - aber ich musste es tun, es war wie ein Zwang!) und einen dafür, dass John Goodman endlich mal wieder in einem „Family Restaurant“ fluchen durfte. | Klaus Koenig sah diesen Film im Metropolis 1, Frankfurt | |           30.08.2009, 02:50 | | |
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Down In Louisiana | Direktlink  | Vorab: dieser Film gehört eigentlich nicht auf's FFF, denn hier wird er nicht als das gewertet, als das er geschaffen wurde.
Hier wird er mit Maßstäben gewertet, die ihm nicht gewachsen sind.
Und nun: einer der besten Filme des Festivals, wenn man die Genre-Grenzen öffnen mag.
Hier geht's nicht um den Krimi, hier geht's um die Kunst.
Mit der unglaublichen Atmosphäre des Films, ein bisschen wie ein Philip Marlowe-Krimi, nicht im schwarz-weißen L.A., sondern im tiefen Louisiana, mit dem klassischen Ich-Erzähler, mit Charakter, mit Charakterdarstellern, mit down-and-dirty Blues, mit Buddy Guy in einer Nebenrolle, mit dieser Schwüle und dieser Schwere, ist der Film beinahe spirituell.
Anwärter auf Film des Jahres.
Nochmal: nicht wegen seiner Story, sondern wegen seines Spirits. | William sah diesen Film im Cinedom 9, Köln | |           01.09.2009, 16:17 | | |
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