Giallo (2009)
You have to find her – Yo! | Direktlink  | Ich bin ja selber schuld: Seit Jahren verpasse ich auf dem FFF keinen Argento-Film und schüttele anschließend doch jedes Mal wieder fassungslos das Haupt. Und selbst nach der Ansage der Festivalleitung, wir wüssten ja wohl, was uns erwarte und sollten "Giallo" mit Humor nehmen, habe ich nicht stöhnend das Weite gesucht.... Selber schuld.
"The Card Player", für die meisten von uns der Bodensatz in Argentos Oeuvre, hatte "nur" eine bescheuerte Handlung; diejenige von "Giallo" passt locker auf eine geviertelte Briefmarke. Die Dialoge sind auf Kindergartenniveau (irgendwann hat das Publikum nur noch gelacht...) and so is the Filmschnitt. Spannung? Spektakuläre Kills? Tolle Kamerafahrten? Nein und nochmals nein! Offenbar hatte der Maestro sich zwischenzeitlich mal das bisherige Filmmaterial angesehen, da mit fortgesetzter Dauer die Inszenierung immer lustloser wird. Tiefpunkt, und das will wirklich was heißen, ist der Killer, der wie ein derangierter Sylvester Stallone (inkl. Stirnband) aussieht und nuschelt und einfach nur vollkommen lächerlich wirkt! Von Bedrohung keine Spur. Adrien Brody, unter Tonnen von Makeup, chargiert grauenvoll als "Yellow" (KEIN Spoiler!) und agiert zum Ausgleich restlos gelangweilt als Inspektor. Elsa Pataky macht als dauerhaft schreiendes Opfer zumindest eine hübsche Figur, ist aber völlig unterfordert. Einzig Emmanuelle Seigner darf schauspielerisch ein wenig glänzen.
Fazit: Von Anfang bis Ende schlichtweg stümperhaft und nur Fans unfreiwilligen Humors oder Leuten, die einmal sehen wollen, wie sich ein Oscarpreisträger so richtig zum Horst macht, zu empfehlen. Und doch werde ich mit Sicherheit stoisch in den nächsten Jahren wieder vor dem Kinosaal stehen, wenn Dario seinen neuesten Schocker unters Volk wirft. Selbst schuld... | Lovecraft sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin | |           23.08.2009, 09:05 | | |
|
|
Argento, was ist nur aus dir geworden? | Direktlink  | Seit Jahren macht die Horrorlegende Dario Argento mit Ausnahme von Pelts eigentlich nur noch großen Mist ... nett formuliert. Doch irgendwie gab's bei Giallo die Hoffnung, dass die Durststrecke nun beendet wäre: Sein altbekanntes Genre, der gute Trailer und irgendwie einfach die Hoffnung, dass er endlich mal wieder zu alter Stärke findet. Doch schon die Ansage war ernüchternd: Ich kann den Film nicht ohne Ansage auf euch loslassen und schon mal zu sagen, dass Argento das macht, was er in den letzten 3-4 Filmen auch gemacht hat. Ja, blöd, dennoch war ich zu Beginn noch guter Dinge, da der Film sehr stimmig begann, sogar mal wieder den argentotypischen Score zu bieten hat und man sich in seine alten Filme hinein versetzt fühlte. Doch leider leider ging's danach rapide bergab! Die Geschichte ist Standard, die Charaktere nervig, das Ganze überraschend unblutig und vor allen Dingen die Dialoge unter aller Sau! Was Emanuelle Seigner, neben ihrem an sich schon furchtbaren Spiel, so von sich geben darf, lässt einen nur mit dem Kopf schütteln... wie auch einige storytechnische Aspekte wie die höchst lächerliche Vorgeschichte des von Adrien Brody gespielten Hauptcharakteres, die hauptsächlich mit unfreiwilligen Lachern kommentiert wurde. Der ganze Film ist an sich ein Witz, man schüttelt nur mit dem Kopf und fragt sich erneut, wie aus Argento nur das werden konnte, was er heutzutage ist ... aber zumindest haben die ersten 10 Minuten Hoffnung gemacht, dass er vielleicht irgendwann wieder zu alter Form zurückfinden könnte. | FFFler sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin | |           23.08.2009, 11:21 | | |
|
|
Keine jungen Hüpfer | Direktlink  | Es ist mitlerweile zu einer Mode verkommen, dem angegrauten Dario Argento eines über die Rübe zu ziehen. Ein Uwe Boll scheint der Genrefilmfangruppe nicht auszureichen um auf ihm rumzuhacken, nun ist es eben auch der ehemalige „Regiegott“ Argento, der einiges einstecken muß.
Warum? Objektiv betrachtet ist sein neues Werk „Giallo“ ein ordentlicher Krimi. Ein im besten Sinne klassischer Giallo, der mit schönen Bildern, einem schönen, minimalistischen Score und einem angenehmen Maß an Blut punkten kann.
Argento hat nach seinen letzten Sauereien die Gorepumpe wieder deutlich zurückgefahren, was dem Film und seiner Stimmung sehr gut tut. Ebenso scheint dieser Mann endlich auch gelernt zu haben, seine Darsteller richtig zu führen – mit Adrien Brody und Emmanuelle Seigner hat er zwei sehr gute und vor allem außergewöhnliche Schauspieler gefunden, die dem Werk eine entrückte und mystische Stimmung zu verleihen imstande sind.
Die Geschichte ist, wie auch schon in Argentos unbestrittenen Meisterwerken „Profondo Rosso“ und „Tenebre“, hanebüchen und konstruiert. Aber etwas anderes kann kein wirklicher Freund der Arbeit des Meisters erwartet haben.
Dario Argento ist nach seinen Ausfällen „Card Player“, „Do you like Hitchcock“, den „Masters of Horror“-Beiträgen „Jennifer“ und „Pelts“ sowie dem ordentlichen, aber den Vorgängern im Vergleich nicht standhaltendem Abschluß der Müttertrilogie „Mother of Tears“ nicht unbedingt wiederauferstanden. Aber er geht einen guten Weg.
Den Besuch von „Giallo“ habe ich nicht bereut. Objektiv betrachtet ist es tatsächlich ein guter, moderner Giallo geworden, der dem Genre entspricht und sich keine krassen Fehler leistet. | Rohrkrepierer sah diesen Film im Cinecitta' 3, Nürnberg | | 03.09.2009, 12:50 | | |
|
|
Deinen Review über Giallo (2009) hinzufügen! Zu den Filminfos |