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Avalon (2001)
Poesie des Vergessens... | Direktlink  | Ich muß dem letzten Review vor meinem zustimmen: Man braucht Ruhe und Geduld für diesen Film. Sehr viel sogar. Vielleicht sogar ein wenig ZU viel. Hier geht es sehr schwer und ernsthaft zu. Was beileibe nichts schlechtes sein muß - wenn man mit der richtigen Erwartung an den Film herangeht.
Vergeßt alle Bezüge zu GHOST IN THE SHELL, und deshalb auch zu MATRIX, was die filmischen Mittel und den Stil des Films angeht. Inhaltlich, sicher, geht es um etwas sehr ähnliches: um das, was hinter der öden Fassade des Alltags steckt oder stecken KANN; darum, was man selbst aus seiner Realität machen kann; darum, daß "Realität" als solches vielleicht nur eine Floskel ohne universal bindende Bedeutung ist; und darum, daß die allgemein akzeptierte Realität für den einzelnen nicht die wirklich entscheidende Grundlage des Erlebens sein muß.
Ja. Sehr ernsthafte philosophische Themen. Und im Gegensatz zu MATRIX und anderen Popcornfilmen auch entsprechend ernsthaft abgehandelt. Obwohl es hier vordergründig um ein illegales Computerspiel geht, um das Erleben des Spiels, um die Suche nach einem geheimen Level innerhalb des Spiels (und sich auch ca. zwei Drittel des Films in diesem Spiel, Avalon, abspielen) - erwartet bloß keine nennenswerten CGI-Effelte (oder überhaupt Spezialeffekte).
Was AVALON bietet, sind fast ausschließlich monochrom-braunstichige Bilder, die Tristesse, Ödnis, Melancholie, Elegie heraufbeschwören. Ich fühlte mich des öfteren an die letzte Verfilmung von 1984 erinnert, und auch an THE SLEEPWALKER (Argentinien, FFF 2000). Ein toller Soundtrack ist auch vorhanden - allerdings darf man wohl keine unüberwindbaren Antipathien gegenüber Opern hegen, um den Film genießen zu können...
Während wir erleben, wie die erfolgreiche Avalon-Spielerin Ash sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Geheimlevel begibt - um auch die letzten Geheimnisse des Spiels zu ergründen, und um eine alte Schuld auszugleichen -, tauchen wir tief in grundlgende Fragen des menschlichen Erlebens ein, die sich schon in einem Götter-Mythos, der im Film zitiert wird, formuliert finden: Nachdem Odin Schiffbruch erlitten hatte, wurde er von der Fee Morgan Le Fay sicher auf die Insel Avalon gebracht. Hier erholte er sich, fand zu alter Stärke zurück, und lebte fortan glücklich und zufrieden in diesem seinem Reich. Was er jedoch nicht merkte, war, daß Morgan ihm eine Krone aufgesetzt hatte - die Krone des Vergessens... und er vergaß, daß es noch eine "echte" Welt dort draußen gab, daß er eine Heimat hatte, daß er eigentlich ein anderes Leben hatte... Die Analogien zur Geschichte von Ash (und vielleicht von uns allen...) sind überdeutlich. Ach, übrigens, vergeßt das, was im Programmheft von der "schrägen Anarcho-Gang" steht. Das ist schlicht und einfach kompletter Bullshit.
So weit, so gut. Mir persönlich leider ein wenig zu zäh bis ermüdend, um ein wirklicher Hit zu sein. Voller tiefschürfender Überlegungen, intelligent inszeniert, atmosphärich: sicherlich. Jedoch für meinen Geschmack ein wenig ZU trübe und bewegungslos (was man nach der furiosen Anfangs-Viertelstunde nicht unbedingt erwarten würde). Wahrscheinlich insgesamt ein "wichtiger" Film. Und bestimmt nicht schlecht. Aber eben... zähflüssig. Und sehr sehr schwer. | Dominic Saxl sah diesen Film im Turm Palast, Frankfurt |           09.08.2002, 03:16 | | |
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Naja, naja | Direktlink  | Avalon ist vom rein optischen her ein absolutes Muß für Kinogänger. Sein Stil ist schon recht einzigartig: Ständig graubraune Farben, gute Computereffekte, bedrückte Atmophäre.
Leider von allem ein bisschen zu viel, was Avalon quasi ein wenig zu "overdressed", bzw., zu durchgestylt wirken lässt. Dazu kommen recht langweilige, unverständliche und minutenlange Einstellungen, die vieles ganz unnötig in die Länge ziehen und dem Zuschauer schon mal ein Gähnen entlocken können.
Der Soundtrack ist zwar spitze, aber auch teilweise zu sehr in die Länge gezogen.
Avalon ist also nicht wirklich empfehlenswert, aber auch nicht wirklich schlecht. Schwierig, anstrengend und an manchen Stellen wäre hier weniger wirklich mehr gewesen. | MarkusHenke sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin |           25.08.2002, 14:02 | | |
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Blade Runner 2? | Direktlink  | Für diesen Film danke ich den Betreibern des Fantasy Filmfestes von ganzem Herzen. Bereits vor Anfang des Filmes wurde uns von einem Sprecher mitgeteilt, dass dieser Film wahrscheinlich niemals auf der Kinoleinwand in unserem Lande zu sehen sein wird und das Fantasy Filmfest diese einzigartige Möglichkeit nun bietet. Und das trifft es sehr genau, Avalon ist ein pures Vergnügen, ein 100%iger Kinofilm, dessen Atmosphäre einen völlig einnebelt und vor Ehrfurcht bewegungslos im Kinosessel verharren lässt. Damals hätte ich das vielleicht noch nicht so euphorisch geschrieben, aber mit einigem Abstand und etlichen Videosessions später kann ich nur zu diesem Schluss kommen, daß Avalon nur noch mit dem ewigen Science Fiction Klassiker und Meisterwerk Blade Runner zu vergleichen ist. Bilder, Musik, Story und die wunderbar kompromisslose Art, den Film nicht zu synchronisieren, sondern den original polnischen Ton beizubehalten, sind mit der Höchstnote zu belohnen. Meiner Meinung nach hat der Film keine Schwächen, außer vielleicht den schlechten polnischen Schauspieler beim Showdown. Natürlich muss man für diesen Film sensibilisiert sein, 08/15-Action-Fans sollten die Finger davon lassen. Für Blade Runner Fans ist es Ostern, Weihnachten & Geburtstag zusammen, für 10 Jahre im voraus! | Horowitz sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           05.08.2004, 00:46 | | |
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