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The Eye (2002)
I see dead people | Direktlink  | Da haben sich die Programmheftmacher mal wieder um Kopf und Kragen geschrieben. "Verstörer"? Fehlanzeige. Der Film wird für die Verhältnisse des asiatischen Horrorfilms äußerst brav erzählt. Verstörend sind Filme wie RING, AUDITION, GEMINI, vielleicht noch ANOTHER HEAVEN. "brillanter, moderner Horrorfilm"? Eine moderne Variation, vielleicht. Brillant keineswegs. Eben nur Durchschnitt. "zum Ziel gesetzt, Kinogeschichte zu schreiben"? Ziel verfehlt. Die Handlung ist derart konventionell und banal, dass sie in den vergangenen 50 Jahren Filmgeschichte schon mehrfach wiederholt und variiert wurde. "absoluter Kracher"? Wäre wünschenswert gewesen. Hier kracht nur leider gar nichts, es pufft höchstens. "Ist er zu stark, bist du zu schwach"? Eher: Sind die Soundeffekte zu laut, hast du dein Hörgerät falsch eingestellt. Natürlich zeigen einige Schreckeffekte ihre Wirkung im großen Dolbykino. Aber das macht bekanntlich nur kurz Eindruck. Was fehlt, ist eine durchgängige Atmosphäre des Schreckens. Fazit: THE EYE ist kein ganz schlechter Film. Aber er ist keinesfalls die Sensation, als die er angekündigt und gehypt wurde. Und auf keinen Fall ein würdiger Abschlussfilm des Festivals, wie beispielsweise FINAL DESTINATION oder DARK CITY. Mehr Glück beim nächsten Mal. | Herr_Kees sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           08.08.2002, 17:00 | | |
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There's so much to see... | Direktlink  | Kaum ein Film des diesjährigen FFF sorgt für so weit auseinandergehende Meinungen wie THE EYE. Für die einen ein gnadenlos überbewerteter, langatmiger SIXTH SENSE-Klon (wobei ich die häufige Nennung dieses Films nicht ganz verstehe, denn abgesehen von der Zugehörigkeit zum selben Subgenre und ein paar ähnlichen Motiven gibt es hier keine Gemeinsamkeiten). Für die anderen ein atmosphärisches Highlight, glänzend gespielt und erzählt, nahezu verstörend.
Ich liege irgendwo dazwischen. War über die erste Hälfte des Films ziemlich enttäuscht, langweilte mich sogar manchmal. Um im weiteren Filmverlauf dann zunehmend gefesselt und in den Bann der immer stärkeren Bilder gezogen zu werden.
Die Story ist wirklich schnell erzählt: Eine junge Frau ist seit ihrem zweiten Lebensjahr blind, nun endlich kommt es zur Netzhaut-Tansplantation, die ihr zu neuem Augenlicht verhelfen soll. Die Operation gelingt, und endlich kann sie die Welt um sie herum wieder visuell wahrnehmen. Was zunächst anstrengend und schmerzhaft für sie ist, denn alles erscheint ihr viel zu hell, und sie kann kaum fokussieren. Ein speziell auf solche Patienten trainierter Psychologe soll ihr auf ihrem Weg zur Reintegration in die sehende Welt zur Seite stehen. Gut, daß es ihn gibt. Denn bald sieht sie wesentlich mehr, als sie verkraften kann - und als sie sich erklären kann. Von ihrer Familie und dem Rest ihrer Umgebung verständnislos betrachtet, macht sie sich mit der Unterstützung des Psychologen daran, ihre seltsamen Wahrnehmungen zu ergründen. Und stößt dabei auf schmerzhafte Geheimnisse, auf Ereignisse der Vergangenheit, die mehr und mehr auch ihre Gegenwart beeinflussen...
Es ist schnell abzusehen, daß sich aus ihrer Beziehung zum Psychologen eine Romanze entspannen wird, und diese ist für mich einer der Schwachpunkte des Films. Zu konstruiert wirkt die Annäherung der beiden, zu schablonenhaft ihr Verhalten. Selbiges gilt auch für die Charaktere (eindimensional) und einen guten Teil des Storyverlaufs (vorhersehbar). Aber THE EYE ist einer jener Filme, die ihre Kraft in ihrer Atmosphäre haben; die eigentlich nur durch ihre Atmosphäre eine Lebensberechtigung haben. Und hier funktioniert der Film sehr gut - in der zweiten Hälfte. Zunächst sind die Bilder einfach zu alltäglich und trist, zieht sich die Erzählung zu sehr, passiert zu wenig in einem zu unspektakulären Setting, als daß man sich gefesselt fühlen könnte. Es wird viel geredet, aber das war's eigentlich schon. Was den Zuschauer erst mal zemlich enttäuschen muß: schließlich ist die Eröffnungssequenz ein absoluter Hammer. Wie hier mit dem Medium selbst gespielt wird, ist ziemlich ungesehen und von wirklich fiesem Humor. Großartig. Und damit natürlich gewisse Erwartungen aufbauend, die der Film erst nach einer ganzen Weile zu erfüllen beginnt.
Irgendwann nämlich ändert sich die Atmosphäre des Films. Die Inszenierung wird eindringlicher, ein hervorragender Soundtrack kommt zum Einsatz, immer dichter und bedrohlicher wird das Geschehen, das wir verfolgen. Zwar gibt es kaum Schock-Szenen (oder Special Effects), aber die Momente häufen sich, in denen man seine Gänsehaut spürt. Der Film wird zunehmend düsterer. Das Tempo erhöht sich, der Kamerastil wird "erzählender" (statt, wie zu Beginn, fast "dokumentarisch" zu bleiben), Story und Setting werden unheimlicher, der Soundtrack gewinnt eine teilweise verblüffende Kraft.
Die zweite Hälfte des Films hatte für mich düstere Poesie. Und eine Atmosphäre, in der man fast ertrinken konnte. Für die erste Hälfte des Films gilt das jedoch nicht (höchstens für ein paar kurze Momente). Zusammen mit ein paar nervigen Figuren und Handlungssträngen (insbesondere eben die klischeehafte Romanze) führt das bei mir zu deutlichem Punktabzug. Nichtsdestotrotz ein starker, beeindruckender Film, dem man ein "ruhiges" Kino wünschen muß. Nur dann können Bilder und Soundtrack ihre Kraft entfalten.
Ob THE EYE ein "würdiger" Abschlußfilm ist oder nicht, hängt wahrscheinlich vor allem von den Erwartungen des Betrachters ab. Hier gibt es kein Action- und Effekt-Feuerwerk; es geht im ganzen eher leise und immer bedrückender zu. Im deutlichen Unterschied zu den bisherigen FFF-Abschlußfilmen. Aber das macht THE EYE nicht schlecht, nur vielleicht ein bißchen deplaziert. Seiner Qualität tut das jedenfalls keinen Abbruch. | Dominic Saxl sah diesen Film im Turm Palast, Frankfurt |           15.08.2002, 16:25 | | |
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Würdiger Abschluss | Direktlink  | The Eye war, wie angekündigt, ein würdiger Abschlussfilm. Nicht ein Knaller wie Jason X oder Boondock Saints aber ein herausragender Gruselfilm, der besonders in der ersten Hälfte Spaß machte, als richtiger Grusel aufkam, der etas an The Sixth Sense erininnerte, aber eigenständig genug war und seine Stärken in der Unvorhersehbarkeit besaß. Der Mittelteil war etwas zäh, bis nervend (als die Hauptperson ihre Geigenpsychose auslebte ;-)), aber das Ende machte wieder eine Menge wett gemacht, auch wenn es weniger originell als der Anfang war...
Das Lesen der Untertitel nervte kaum, aber als zu Beginn des Endteils kurzzeitig Englisch gesprochen wurde, war man schon enttäuscht als das vorbei war, egal ;-) | Roughale sah diesen Film im Grindel, Hamburg |           23.08.2002, 10:54 | | |
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