28 Days Later (2002)
Heiteres Zitate-Raten | Direktlink  | Man nehme eine große Portion Romero-Filme wie DAWN OF THE DEAD, DAY OF THE DEAD oder CRAZIES, vermische sie mit einer Handvoll QUIET EARTH und ein paar Spritzern OMEGA MANN, füge einen treibenden Soundtrack und allgemein hohes Tempo sowie eine bedrohliche Atmosphäre bei wenigen Effekten und insgesamt niedrigem Gore-Gehalt hinzu, und was hat man...? Einen sehr unterhaltsamen, erfrischend unmodernen Apokalypsen- oder auch Zombie-Film, der sich am Ende jedoch nicht zwischen Nihilismus und X-FILES-mäßigen Verschwörungstheorien entscheiden kann, und dem auch sonst an einigen Stellen das notwendige Quentchen Radikalität fehlt, um restlos überzeugen zu können.
Aber der Reihe nach. Eine Gruppe Tierschützer dringt in ein Labor ein, um Affen zu befreien, die dort für Versuche mißbraucht wurden. Was sie nicht wissen: die Affen sind mit einem unheimlichen, hochansteckenden Virus verseucht, der sie in reißende Bestien verwandelt... 28 Tage später: der Fahrradkurier Jim erwacht aus einem wochenlangen Koma und muß feststellen, daß London wie ausgestorben ist. Kein Mensch ist zu finden, die Zivilisation scheint sich aufgelöst zu haben. Da stößt er in einer Kirche auf einige Infizierte, die ihn jagen. Nur knapp kann er ihnen entgehen, und gemeinsam mit zwei weiteren Überlebenden der Seuche macht er sich auf die Suche nach einem Ausweg aus der Apokalypse...
Am beeindruckendsten ist der Film sicherlich in seiner Anfangsphase, als wir mit Jim durch das verlassene London taumeln. Die leeren Straßen und Plätze, die absolute Stille und Bewegungslosigkeit wirken verstörend (wesentlich stärker, als dies einer ähnlichen Sequenz in VANILLA SKY gelingt!); der plötzliche Einbruch von Angst und Panik, als Jim von den Infizierten aus der Kirche verfolgt wird umso intensiver.
Die folgenden Konfrontationen mit den Seucheopfern (die sich von Zombies nur in dem Punkt unterscheiden, daß sie nicht müde durch die Gegend trotten, sondern im Gegenteil zu erschreckenden Sprints in der Lage, und auch ansonsten sehr widerstandsfähig sind) können da atmosphärisch immer weniger mithalten; das zunächst in Ansätzen vermittelte Gefühl, von einer Überzahl Verseuchter langsam eingeschlossen und überrannt zu werden, schwindet mit der Verlagerung der Story aus den Gassen und Tunnels der Großstadt hinaus aufs freie Land.
Man hat nämlich zwei weitere Überlebende ausfindig gemacht, robuster Vater und verängstigte Tochter, und macht sich zu viert (einer der ursprünglichen Drei ist inzwischen, als indirekte Folge unangebrachter Gefühlsduselei angesichts des Untergangs der Menschheit, von uns gegangen) in einem alten Taxi auf den Weg nach Manchester, wo man - aufgrund einer Radio-Ausstrahlung - eine Militärenklave vermutet. Man hofft, hier neben weiterer Überlebender vielleicht sogar ein Mittel gegen die Seuche zu finden.
Über das, was dann geschieht, breite ich den Mantel des spoilerfreien Schweigens. Nur so viel, es greift ein zentrales Thema aus DAY OF THE DEAD auf... und führt zu einem Ende, das mehrere Deutungen zuläßt, wobei die wahrscheinlichste eigentlich mit dem apokalyptischen Szenario des Films kollidiert.
Dies gibt einige Abzüge - ebenso wie das stellenweise ZU dreiste Zitieren aus den genannten filmischen Vorbildern. Ich habe nichts gegen respektvolle Verbeugungen einzuwenden. Aber wenn ein Film ohnehin nur das Schema eines Klassikers exakt nachexerziert, bedarf es nicht auch noch des Nachstellens einzelner Szenen aus dem Original, wenn dies den Storyverlauf nicht im geringsten voranbringt - verwiesen sei hier nur auf die "Shopping"-Szene aus DAWN OF THE DEAD, respektive 28 DAYS LATER.
Nichtsdestoweniger macht der Film insgesamt Spaß, hat keine größeren Längen, kann fesseln und stellenweise (gerade am Anfang) durchaus für Gänsehaut bzw. Beklemmung sorgen. Daß, im Gegensatz zu den Vorbildern, die sozio-politischen Untertöne des Films nebensächlich sind, weder Radikales noch Originäres bieten, ist da nicht weiter von Belang. Unterhaltsam! | Dominic Saxl sah diesen Film im Turm Palast, Frankfurt |           25.03.2003, 14:00 | | |
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Meisterwerk | Direktlink  | Der neue Film von Danny Boyle (Shallow Grave, Trainspotting, The Beach) ist irgendwie eine Neuinterpretation der klassischen Zombietrilogie von George A. Romero - und zwar eine gelungene! Viel zu selten werden solch Filme gemacht, die mit Intelligenz und Ästhetik verstehen einen Film zu machen, der einfach auch noch wirkt. Ich will nichts verraten, aber der Auslöser ist super gut gesetzt.
Des weiteren war der Soundtrack sehr ansprechend, keine trendy Mucke ala Resident Evil und Konsorten, sondern manchmal schon eher chill out Musik zu heftigen Szenen - genial!
Heftig ist der Film, nicht unbedingt Splatter, aber Blut gibt es genug.
Das einzige Problem an dem Film, ist das unscharfe Videobild, das den ganzen Film (bis auf das Ende) durchzieht - Boyle wollte damit den Eindruck eines Dokumentarfilms erzeugen - gelungen, aber nächstes mal sitze ich lieber weiter hinten.
Nun egal wann das Ding in's Kino kommt, die DVD erscheint am 5.5.2003 im Land des Blair Git Projects (aka England) | Roughale sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg |           31.03.2003, 16:14 | | |
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Lese 7 weitere Reviews mit SPOILER zu diesem Film.
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| Kommentar von Tetsuo : | | Anmerkung! | Ein wirklich cooler und extrem spannender Film! Da kann ich meinen Kollegen hier nur zustimmen!
Aber ich wollte eigentlich ein kurze "andere" Anmerkung machen, und zwar die ganzen Hinweise in den Reviews zum guten alten George "The Living Dead" Romero.
Viele zitieren immer wieder seinen zweifellos gelungenen Ur-Vater der Zombiefilme.
Aber sind wir doch mal ehrlich: George A. hat wirklich eine coole und kultige Trilogie geschaffen (und wie man jetzt wohl schon weiss, folgt bald ein vierter Teil mit einem 20 Mio $ Budget; "Dead Reckoning" soll er wohl heissen). Aber ist er nicht ein insgesamt schrottiger Regisseur? Was hat der denn sonst noch so verbrochen:
Monkey Shines, The Dark Half, Bruiser... . Oh Mann, was für mehr als durchschnittliche Filme.
Klar hat der Mann ein neues Genre erschaffen, aber nichtsdestotrotz hat man schon kürzlich Paul Anderson unrecht getan, als alle Welt schrie, dass George A. doch unbedingt Regie bei Resident Evil führen soll. Und so tut man auch einem überdurchschnittlich talentierten Regisseur wie Danny Boyle unrecht, ihn mit Mr. Zombie auf eine Stufe zu stellen.
Ich finde, 28 Days Later hat einen ganz eigenen Charakter und eine eigene Interpretation dieses Genres. Viele gesellschaftliche Seitenhiebe (z.B. die "frischen" Äpfel im Supermarkt) und ein leider etwas platter Schluss.
Trotzdem einer der besten Zombie-Filme, die je gedreht wurden (man nenne mir einen besseren, falls jetzt jemand aufjault).
Sorry, Georgie |           | 03.07.2003, 16:21 |
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