"Dedicated to Vincent Price", heißt es im Abspann. Oh weh, der Arme... welche Schande. ELVIRA’S HAUNTED HILLS ist eine Trashklamotte der übelsten Sorte; ein nervend alberner Streifen, der gerne die NACKTE KANONE des Horrorgenres wäre – dabei aber in Humor und Stilistik stets nur fatal an die deutschen "Lustspiele" der 70er Jahre, mit Elisabeth Volkmann und Co., erinnert.
Ist man ein Fan der überdrehten Schenkelklopf-Liesel Elvira, kann einem der Film vielleicht sogar gefallen, denn es handelt sich hier um eine absolute One-Woman-Show. Die anderen Darsteller, die "Story", die Location(s) sind nur Staffage, um die Ulknudel bestmöglich in Szene zu setzen. Aber was heißt hier schon "bestmöglich"? Diese Frau hat NICHTS zu bieten, was ein objektiver Beobachter auch nur ertragen, geschweige denn genießen könnte. Ihre Witze sind abgestanden bis zum geht-nicht-mehr, schätzungsweise einer von 50 sitzt dann mal (Stichwort: "Lunge aus dem Leib husten"). Und ihre körperlichen Vorzüge sind heute ganz sicher keine mehr, die Dame geht stramm aufs Rentenalter zu.
Der Film allerdings HAT Vorzüge, unbestreitbare: auf Setdesign und Kostüme wurde viel Wert gelegt; es gelingt tatsächlich, die Atmosphäre der persiflierten Vorbilder detailgetreu nachzuahmen (wozu sowohl der gute Soundtrack als auch der Haupthandlungsort, ein altes Schloß in den Karpaten, beiträgt – übrigens wurde wirklich in Rumänien gedreht!). Fragt sich nur, ob eine Persiflage des klassischen Universal-/Hammer-Horrors heute überhaupt noch ein Thema sein kann? Ansichtssache, vermutlich – allerdings unzweifelhaft ein Thema, das bereits ausführlichst abgehandelt worden ist. Durch Filme von Mel Brooks und gar Abbot & Costello, beispielsweise; auf wirklich amüsante Art und Weise. Und so gerne sie sich hier einreihen würde: Elvira kommt nicht ansatzweise an deren Klasse heran.
Flaue Witze, Albernheiten, eine durch und durch vorhersehbare Handlung: ELVIRA’S HAUNTED HILLS ist schlicht und ergreifend PEINLICH, wobei den absoluten Tiefpunkt eine zotige Gesangseinlage darstellt. Das positive Gegenstück dazu wäre wohl Adrian, eine Figur, die asynchron synchronisiert wurde, deren Lippenbewegungen nie mit dem, was sie sagt, übereinstimmen. Das WÄRE ganz amüsant. Wenn es das nicht bereits, um Lichtjahre besser umgesetzt, in KUNG POW gegeben hätte. So stellt den tatsächlichen Höhepunkt wohl das Ende des Films dar. Nicht nur, weil er da eben endlich zu ende ist, sondern weil man hier eine dann doch mal witzige Persiflage auf TITANIC erleben kann.
Wie bezeichnend. Als Horror-Parodie scheitert der Film in jeder einzelnen Einstellung (als Horror-Hommage wäre er, ohne Elvira und ohne Witze, vielleicht akzeptabel). Bricht er aber einmal aus seinem überholten, von den Beteiligten noch dazu definitiv nicht adäquat füllbaren Rahmen aus, amüsiert er tatsächlich.
Vielleicht sollte Elvira das Genre wechseln. Ganz sicher ihre Drehbuchschreiber. Und sich selbst am besten auch. Furchtbar unlustig – 3 Punkte. |