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The Last Horror Movie (2003)
Video ist nicht tot... | Direktlink  | Ein soziopathischer Mörder nimmt seine Morde mit einer Kamera auf. Das Ergebnis hat er über den "Last Horror Movie" gespielt und einfach in einer Videothek deponiert. Und wir sehen uns wohl jetzt eben dieses Ergebnis an.
Natürlich gelten für eine Fake-Dokumentation erheblich andere Kriterien als für einen Film, dennoch soll sie letzten Endes auch unterhalten. Das ganze wirkt glaubwürdig und echt dank Video-Optik (auch wenn der "wir haben uns ein Tape ausgeborgt und da ist was ganz anderes drauf"-Faktor im Kino nicht so ganz greifen will) und kann damit den wichtigsten Anspruch schon mal erfüllen. Dramaturgisch schaut's da schon ganz anders aus, hier sind einige deutliche Schwächen drin, die durch die eine oder andere Kürzung sicher vermeidbar gewesen wären. Klar könnte man argumentieren, daß das um der Echtheit willen eben genau so gewollt sei, es ändert aber nichts daran, daß die Längen nun einmal drin sind. Erfreulich hingegen sind die Dialoge des Mörders in die Kamera hinein, mit denen er sein Verhalten erklärt und rechtfertigt, die auf sehr clevere Weise die imaginäre Argumentation des Zusehers aushebeln. So verwischen die Grenzen zwischen Schuld und Teilschuld nicht nur innerhalb der Protagonisten, sondern eben auch zum Zuschauer hin.
Fazit: gelungene falsche Doku mit kleinen Längen. | Felix Schweiger sah diesen Film im Cinema, München |           29.07.2004, 12:13 | | |
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Sensationell | Direktlink  | Der kleine Independentfilm "The Last Horror Movie" ist etwas ganz besonderes. Mit einem ganzen Sack voller schwarzem Humor und augenzwinkernden Bemerkungen begleiten wir den Protagonisten (ausgesprochen überzeugend: Kevin Howarth) dabei, wie er für ein filmisches Experiment Menschen tötet, und dabei bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Das liegt zum einen an den brutalen und realistischen Mord-Szenen, zum anderen an der Kaltschnäuzigkeit und der Beliebigkeit, mit der er vorgeht. Das günstige DV-Format wird hier, wie bei Blair Witch Project, genial und stimmig in den Film miteinbezogen. Hier wird aus diesem Medium das beste rausgeholt und es gibt einige Kult-Szenen, die auch nur so in diesem Umfeld wirken können. Der Film ist einfach erfrischend anders und ambitioniert, trotz deutlicher Referenzen an "Man Bites Dog", "The Ring" oder "Henry" wird hier ein gänzlich anderer Weg eingeschlagen (wie passend)... | Bobshock |           16.08.2004, 13:11 | | |
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Man kann auch weg sehen | Direktlink  | Was würden wir machen, wenn wir uns einen Film aus der Videothek ausleihen und das, was wir zu sehen bekommen, ist nicht der erwartete, ausgeliehene Film, sondern das Home- Video von einem Psychopathen, der wahllos Menschen umbringt. Und die Frage ist, täte man so etwas einfach weitergucken oder schaltete man ab???
Nun ja, "The Last Horror Movie" lässt sich, wenn der Film im Kino erst mal angefangen hat, nicht mehr abschalten. Dazu müsste man schon den Kinosaal verlassen oder die ganze Zeit die Augen schließen. Diese Gewissensfrage nach dem Weggucken oder Abschalten stellt Max, dieser sympathisch wirkende Typ aus Englands Mittelschicht, der sein Geld eigentlich damit verdient, Hochzeitsfeiern zu filmen, oft dem Zuschauer. Denn Max bringt sehr gerne Menschen um. Er schlachtet sie...
Eine Art Interaktion durchzieht den Film, könnte man sagen. Im Gegensatz zu "Mann Beißt Hund", an dessen Machart "The Last Horror Movie" erinnert, kommt hier alles direkter! Es wird gar nicht großartig durchleuchtet, was Max nun eigentlich dazu treibt, diese perversen Morde zu begehen, sondern nur, dass er's macht und dass er tierischen Spaß dabei hat. Das von ihm im Moment des Tötungsaktes freigesetzte Adrenalin kann man im Kino quasi riechen, so realistisch kommt alles rüber. Der Zuschauer wird ein Komplize, freiwillig, denn die Gelegenheit wegzugucken gibt Max einem immer, indem er die Dinge, die gleich passieren werden, warnend vorher ankündigt. Ertappt fühlt man sich dann, wenn er fragt, wer eben gerade wirklich weggeschaut hat, und er liegt verdammt richtig, wenn er rät: Bestimmt gar keiner, denn ihr seid ja hier, um nen Horrorfilm zu gucken...
Ursprünglich mit null Budget nur für den Videomarkt produziert, entschloss sich Regisseur Julian Richards nachträglich noch dazu, eine Kinofassung zu machen. Was den Nachteil einer etwas schlechteren Bildqualität auf der großen Leinwand mit sich bringt. Diese Kleinigkeit kann man aber bei einem Streifen dieses Formats ruhig ausblenden und sich von Max erschrecken lassen, wie er mit den Reaktionen seines Publikums spielt und es schafft, nachdenklich zu machen. Selbst mit viel Geschmack für schrägen und schwarzen britischen Humor bleibt einem das Lachen trotzdem oft genug im Hals stecken, wenn Max die alles entscheidende Frage stellt: Hättet ihr euren Fernseher verkauft, um das Leben dieser Frau zu retten? SEID EHRLICH...! | MarkusHenke sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin |           24.08.2004, 19:48 | | |
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