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One Point O (2004)
Speicher voll | Direktlink  | Wer möchte nicht in einem Haus wohnen, in dem Hausmeister Lance Henriksen die Glühbirnen wechselt, Androidenschrauber Udo Kier einem seine neuesten Erfindungen vorführt und Nachbarin Deborah Unger einen zu VR-Spielchen einlädt?
Der Film lässt den Zuschauer sehr lange im Ungewissen, worum es überhaupt geht. In welcher Zeit spielt der Film, in welcher Welt, sehen wir Menschen oder sind es vielleicht Computerprogramme, ist alles Realität oder alles Einbildung? Anfangs arbeitet das Gehirn so noch auf Hochtouren und auch die Atmosphäre trägt den Film sehr gut, ab der Mitte jedoch kommt etwas Langeweile auf, das Interesse an den Figuren und Vorkomnissen erlahmt, die Aufmerksamkeit lässt nach. Die Auflösung ist dann auch nicht sonderlich spannend und lässt zahlreiche Fragen offen.
Fazit: Schön gefilmte und gut besetzte Mystery-SF, die sich aber interessanter macht, als sie ist. | Herr_Kees sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           01.08.2004, 19:34 | | |
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Es rappelt im Karton | Direktlink  | Eigentlich müßte "One Point O" ja blendend funktionieren, denn er besitzt alles, was einen guten Film ausmacht: eine interessante, manchmal fast verwirrende Story, die oft und gerne mit dem Thema "Was ist Realität und was nur Einbildung?" spielt. Überdurchschnittliche Schauspielerleistungen. Gelungene Kameraarbeit. Und eine drückende, düstere Atmosphäre: der Film verzichtet fast vollständig auf den Einsatz von Tageslicht.
Seltsamerweise will er dennoch so überhaupt nicht überzeugen. Was meiner Meinung nach vor allem daran liegt, daß sämtliche Figuren hier nur sehr oberflächlich gezeichnet werden: es fällt schwer, sich dafür zu interessieren, was mit ihnen passiert. Sie laufen rum und sagen seltsame Sachen - die zu einem guten Teil bis zuletzt nicht wirklich erklärt werden -, und dann sind sie irgendwann tot oder verschwinden anderweitig, und laufen nun eben nicht mehr rum und sagen seltsame Sachen. Aber das ist einem irgendwie herzlich egal, und ähnlich verhält es sich dann nun mal auch mit dem Storyverlauf...
Auch das niedrige Tempo des Films ist nicht gerade spannungsfördernd. Es passiert letztlich nicht so sehr viel; und das, was geschieht, ist zwar seltsam, aber dann doch nicht seltsam genug, um allein durch seine Skurrilität zu fesseln.
Dabei läßt sich das ganze ja durchaus gut an, indem der Zuschauer direkt in das unausgeglichene Leben des jungen, scheuen Programmierers Simon hineingeworfen wird, das ausschließlich zwischen seinem Computer, den dunklen Gängen seines Appartementkomplexes bzw. den Wohnungen seiner obskuren Nachbarn und dem lokalen Supermarkt hin und her pendelt. Auf unerklärliche Weise ist ein leeres Päckchen in seine abgeschlossene Wohnung gekommen (und im Verlauf des Films werden das noch einige mehr), außerdem erhält er merkwürdige Nachrichten auf seinem Computer und fühlt sich von einer mysteriösen Figur in Hut und Mantel verfolgt - fertig ist die erst latente, später akute Paranoia; fertig ist der Bodensatz für ein Verwirrspiel, bei dem bis zuletzt nicht alle Fronten geklärt werden und Simon sich nie sicher sein kann, wem nun eigentlich vertraut werden darf.
Nur, wie gesagt: der Film steuert dabei nicht etwa in rasantem Tempo und mit Überraschungen gespickt auf die Enthüllung einer großen Antwort zu. Vielmehr schleppt er sich stolpernd und wankend in ein einziges Durcheinander - das ganz offensichtlich gerne clever wäre und uns zu neuen Gedanken anregen möchte. Tatsächlich aber von derart platter Moral ist und ein so polemisches Menschenbild entwirft, daß ich das irgendwann fast nur noch peinlich finden konnte.
Die oben genannten Stärken machen "One Point O" am Ende doch noch recht gut ansehbar. Aber ich wurde das Gefühl nie los, daß sich hier jemand sehr viel mehr vorgenommen hatte, als er zu leisten in der Lage war. Aus dem Versuch, eine außerordentlich intelligente Erzählung zu präsentieren, ist so meiner Meinung nach nur ein außerordentlich langer Marsch durch intellektuelle Schauwerte geworden - der bei außerordentlich simplifizierenden Aussagen ankommt. 5 Punkte. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           11.08.2004, 04:51 | | |
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Kafkas Computerprobleme | Direktlink  | Düstere Bilder, ungemütliche Lokalitäten, merkwürdige Nachbarn, falsche Freunde... ONE POINT 0 hat all diese Elemente zu bieten. Den einen schreckt eine mystisch angehauchte Geschichte aus der nahen Zukunft sofort ab, der andere findet es genial, wenn alles, was irgendwann in so einem Film Erklärte so erklärt wird, wie's letztlich doch gar nicht ist oder gar nix erklärt wird...
"One Point 0" sei all jenen der zweiten Kategorie wärmstens an Herz gelegt! Ein charismatischer Hauptdarsteller, ein toller Udo Kier, und schön, Lance "Millenium" Hendriksen mal wieder im Kino zu sehen. Der Film lässt dem Betrachter im Nachhinein viel Raum zu spekulieren, zu diskutieren und sich merkwürdig verwirrt aus dem Kinosaal zu bewegen.
Einiges bleibt ungeklärt, für Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen, das sollte einem klar sein, bevor man ins Kino geht. Wer Lynchs "Lost Highway" oder Soderbergs "Kafka" mochte, wird dieser Zukunftsvariante einer Mischung aus beidem nicht abgeneigt sein. | MarkusHenke sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin |           24.08.2004, 19:46 | | |
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