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One Missed Call (2003)
Sie haben ... eine ... neue Nachricht. | Direktlink  | Ein Fluch geht um unter den Handybesitzern Japans, erhalten sie doch einen gruseligen Anruf (nebst passendem Klingelton) von sich selbst, allerdigs von übermorgen, nämlich dem genauen Zeitpunkt ihres Todes, inklusive ihrer letzten Worte. Während nun Yumi sich anfangs doof, dann immer schlauer daran macht, den Fluch zu brechen, versucht ihre Freundin Natsumi ihr Glück mit Fernsehexorzisten.
Anfangs noch stark überzeichnet und gewollt den ein oder anderen Lacher erntend, fährt der Film dann so ab der Mitte ein anderes Tempo und vor allem einen anderen Tonfall. Wollte am Anfang sich nur begrenzt Grusel einstellen, gelingt das im weiteren Verlauf sehr wohl, auch wenn einige Miike-verehrende-Gröhlprolls, die wohl eher Gozu als was ernsteres und ordentliches erwartet haben, angefixt durch den over-the-top-Beginn, nicht mehr aus dem Lachen herauskommen wollten und so den Filmgenuß erheblich getrübt haben. Man mag zwar argumentieren, wenn die Zuseher lachen wenn's eigenlich nicht lustig ist, so sei das ein Manko des Filmes, dennoch will ich das Filmfestpublikum nicht von der Schuld freisprechen, hier zum ersten Mal einen Film durch Mitansehen versaut zu haben. Mit "One last Call" zeigt Miike, daß er sehr wohl mehr kann als in kürzester Zeit was Schräges runterkurbeln und durchaus sein Handwerk gelernt hat. Über die kleinen Logikpatzer decken wir den Mantel des Schweigens. Bei der Flut an Japan-Gruslern freut man sich um so mehr, wenn mal ein brauchbarer wie dieser hier dabei ist.
Fazit: ansehnlicher Fluch-Grusler, solide gemacht. | Felix Schweiger sah diesen Film im Cinema, München |           29.07.2004, 12:51 | | |
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Ohne Milch geht's auch! | Direktlink  | Ich knüpfe mal an meine Vorredner an: ich finde die Miikefilme ohne Milchspritzeinlagen eigentlich besser. Ichi hat mich nicht sonderlich interessiert, Gozu war auch nix dolles, Audition war richtig groß. Und da sind wir ja fast wieder. Man könnte sagen, One Missed Call liegt zwischen Audition und dem letztjährigen Dark Water (= kein Miike).
Dem Film kommt zugute, dass sehr unauffällige, recht europäisch wirkende Alltagscharaktere die Story tragen. Selbst der Fensehexorzist ist ein Dutzendtyp, es gibt keine Maniacs.
Atmosphärisch ziemlich dicht, mit ungefähr drei gestaffelten Lösungsansätzen, die man so hinnehmen muß und die sich eigentlich auch ergänzen, das finde ich gut. Tittenmelken ist öde. | landscape sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg |           14.08.2004, 20:28 | | |
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| Direktlink  | Dieser Film ist eine Auftragsarbeit von Takashi Miike, so dass man die üblichen Sex- and Violence-Auswüchse vergeblich suchen wird. Das ist ja auch nicht notwendig, hat Miike doch immer wieder bewiesen, dass er ein guter Regisseur ist und sein Handwerk beherrscht. So funktioniert ONE MISSED CALL auch ganz gut, hat aber seine Schwächen in mangelnder Originalität. Im Jahre 2004 locken in der Ecke stehende, grimmig dreinschauende Frauen mit langen Haaren eben nur noch bedingt hinterm Ofen hervor. Die Produzenten wollten sich ganz deutlich an die Erfolge der RING-Trilogie, DARK WATER und die virtuosen Genrebeiträge des genialen Kyoshi Kurosawa (KAIRO, CHARISMA, CURE) heranhängen.
Das gelingt dann, trotz eines Drehbuches mit den üblichen Versatzstücken, dank Miikes Inszenierungskunst recht gut und trotzdem hat man alles eine Spur zu häufig gesehen, als dass man sich vor lauter Nägelkauen die Fingerkuppen abbeißt.
Das japanische Horrorkino stagniert derzeit, weil man sich auf die bekannten Rezepte verlässt, anstatt auf dem guten Fundament aufbauend das Genre weiterzuentwickeln. Der Erfolg stieg wohl zu Kopf. Liebe japanische Produzenten, schaut auf Kurosawa, arbeitet in diese Richtung weiter, ansonsten werden sich die Zuschauer demnächst vom hundertsten Horrorthriller mit Geisterkindern, Telefonanrufen, Videotapes und hageren Japanerinnen mit langen Haaren gelangweilt abwenden. TALE OF TWO SISTERS aus Korea z.B. zeigt, wie man selbst mit beschränkter Originalität effektiv zu Werke gehen kann.
Trotzdem ist ONE MISSED CALL ein ordentlicher Genrevertreter, der durchaus hie und da zu gruseln weiß und schwache Horror-Filme wie die JU-ON-Filme weit in den Schatten stellt. Hohe Schauspielkunst wird nicht geboten, aber solides Handwerk. Ebenso verhält es sich mit Bildgestaltung, Schnitt und Soundtrack. Alles dient der effektiven Verwertung von Gruselmöglichkeiten. Nichts besonderes, aber eben auch nicht schlecht.
Hoffen wir, dass Miike nach ZEBRA MAN und ONE MISSED CALL nun wieder genug Kohle in der Tasche hat, um wieder mal einen GOZU folgen zu lassen.
Mirco Hölling (14.08.2004) | Mirco Hölling sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg |           25.08.2004, 11:15 | | |
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