Save the Green Planet (2003)
Way over the Rainbow...! | Direktlink  | Ein sehr sehr seltsamer Film - und für mich der bislang absolut beste des FFF2004. Denn hier haben wir endlich mal wieder etwas wirklich Bizarres, das dabei aber stets unterhaltsam bleibt; etwas, das Sehgewohnheiten sprengt, ohne dabei auf die Nerven zu gehen; etwas, das eine universelle Aussage über eine Story transportiert (und sie nicht nur dran klatscht); etwas, das extrem bewegt, und dabei nur sehr selten kitschig wird.
Anfangs noch als albern bis debil zu goutieren, wird "Save the green Planet!" nach kurzer Zeit schon hauptsächlich zum Drama über einen verstörten und vom Schicksal gebeutelten jungen Mann, der überzeugt ist, nur er würde die Bedrohung der Erde durch Aliens vom Planeten Andromeda erkennen und aufhalten können - und der einen Großindustriellen, den er für einen führenden Kopf der außerirdischen Invasionsmacht hält, entführt und in seinem Keller gefangen hält. Zwar bietet der Film nach diesem stimmungsmäßigen Umschwenken noch eine ganze Zeit lang immer wieder zum Schreien komische Situationen, doch offenbart er dem Zuschauer gleichzeitig immer mehr von den Problemen und Schicksalsschlägen, mit denen die Hauptfigur konfrontiert wird und wurde. So kann man zwar auch nach dem ersten Drittel des Films des öfteren lachen (oder muß es sogar, angesichts der Absurdität des Dargebotenen), dabei wird einem aber beständig stärker bewußt gemacht, daß alle seltsamen Handlungsweisen der Hauptfigur vor allem in ihrer tragischen Vergangenheit begründet liegen. Man kann kaum anders, als Mitleid mit und Verständnis für unseren (Anti-) "Helden" zu haben, und so senkt sich, trotz aller Schrägheit, langsam aber sicher eine schwere Melancholie und auch ein Gefühl von nachvollziehbarer Verzweiflung über das Geschehen.
Diese beiden eigentlich entgegengesetzten Genres, Komödie und Drama, sind aber längst nicht alles, was "Save the green Planet!" zu bieten hat. Da wäre außerdem ein vorübergehend heftig aufflackerndes Maß an körperlicher Gewalt und abstruser Foltermethoden zu nennen, die auf den ersten Blick ja eigentlich überhaupt nicht in diese Phase des Films und das hier vermittelte fröhlich-dämliche Feeling hineinpassen - aber ultimativ auch dazu beitragen, die Stimmung beharrlich zu verdüstern. Dann wird das ganze eine Zeit lang in der Hauptsache zu einem Cop-Film mit sogar Serienkiller-Movie-Anklängen - aber auch hier kann man den tragischen Hintergrund des ganzen kaum vergessen, weil immer neue Details des Leidens der Hauptfigur ans Tageslicht gekehrt werden.
Und wenn man dann irgendwann überzeugt ist, daß es hier eigentlich nur um durch dieses Leiden hervorgerufene Wahnvorstellungen und daraus entstehende dramatische Konsequenzen geht, dann... ja, dann hebt der Film völlig ab und wirbelt in SciFi-philosophischen Exkursen mal eben ganz kurz alle Interpretationen durcheinander... setzt sie dann scheinbar in den Ausgangszustand zurück, nur um gleich wieder loszulegen. Und bietet nebenbei noch eine wunderbare Hommage an/Persiflage auf "2001 - A Space Odyssey".
Ein Film, dessen Inhalt sich trotz aller Mühen kaum in Worte fassen läßt, verheißt gutes, und "Save the green Planet!" löst das ein: indem er den Zuschauer auf eine wirklich wilde Reise mitnimmt. Eine Reise, die zwar nur unbeschwert und locker beginnt, dann eine Zeitlang das Tempo herausnimmt und in ein Drama umkippt, irgendwann aber in einer so fremden und seltsamen Gegend unterwegs ist, daß einem nur noch der Mund offenstehen kann.
Jeder, der von einem Film endlich mal wieder richtig "geschickt" werden möchte, sollte sich dieses bizarre Ereignis nicht entgehen lassen. In der Tat, bizarrer kann ein Film kaum werden, ohne Trash zu sein (und "Save the green Planet!" ist im Gegenteil, gerade in der zweiten Hälfte, mit relativ hohem Aufwand umgesetzt); und daß er dabei gleichzeitig auch noch eine Story, eine "Moral" und Emotionen von der Kraft eines Tritts in die Magengrube vermittelt, macht das ganze noch viel unglaublicher - und empfehlenswerter.
Wer sich noch nicht viel mit asiatischen Filmen beschäftigt hat, wird das vermutlich etwas anders sehen. Denn schon an die üblichen "Stimmungsschwankungen" im Asia-Kino muß man sich erst mal gewöhnen... aber "Save the green Planet!" potenziert die ins Unermeßliche! Was ich wiederum genial abwechslungsreich und mitreißend fand. Lediglich der Anfang war mir ein wenig zu albern und das Ende ein wenig zu blöd, darum gibt es einen kleinen Punktabzug. Was aber immer noch 8,5 Punkte bedeutet - und einen klaren Festivaltip für Experimentierbereite. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           08.08.2004, 03:56 | | |
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Mehr Witz bitte! | Direktlink  | Ich habe mir Save the green planet anders vorgestellt. Am Anfang fängt er genau so an wie ich vermutet habe: verdammt lustig, schräge Einfälle und alle möglichen Genres gemixt in einem Film. Dann baut er aber stark ab, wird mir zu brutal (ich habe wirklich nichts gegen Brutalität aber in den Film passt es gar nicht rein) und es wird eher zu einer Art "Hide and Seek". Die Leuten, die aus dem Kino kamen, wurde diese Frage gestellt: Beschreibe den Film mit einem Wort. Es kamen diese Antworten: Scheiße, OK, pfffft, Verwirrend, Hammer! (das sind die, die ich aufgeschnappt habe) Jeder sieht diesen Film sicher anders (ich bin ein pffft Typ) aber mehr Witz und weniger Tragik hätten sicher gut getan! | Umelbumel sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg | 19.08.2004, 15:35 | | |
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Saviour of the FFF '04 | Direktlink  | Ohauaha!!! Was war denn das? Ließ die Storyline doch eher liebevollen Trash vermuten, haut einen dieses bösartig-ironische Machwerk völlig aus den Pantinen. An diesem Film stimmt fast alles. Anfangs wiegt man sich noch in der Sicherheit, einen professionell produzierten und komplett überdrehten Trash- und Slapstickfilm zu goutieren. Büchse Bier auf und ab geht's. Und dann kommen die ersten Wechsel im Erzählstil: Die Folterungen des vermeintlichen Aliens sind für einen Spaßfilm irgendwie eine Spur zu hart, und das Leid des eigentlich sehr unsympathischen Opfers tut fast physisch weh, dann bekommt der Film eine Komponente, die man gar nicht erwarten konnte, entpuppt sich doch alles als ein Rachekomplex eines vom Leben total verarschten armen Wichtes, der den für sein Schicksal Verantwortlichen mittels seiner absurden Folterungen eine Alienverschwörung nachweisen will. Und dann...?? Ja, dann kommt alles doch wieder total anders und unerwartet.
Immer, wenn man glaubt, erfasst zu haben, was SAVE THE GREEN PLANET nun wirklich für ein Film ist, dreht sich alles wieder in eine völlig andere Richtung. Sein und Schein wird permanent gegeneinander gestellt und das mit einem Feuerwerk an Ideen, wie man es selten auf der Leinwand gesehen hat. Immerhin beinhaltet dieser Film die wohl beste 2001 - A SPACE ODYSSEY-Hommage, die ich jemals auf einer Kinoleinwand erblicken durfte. Und das schönste: Der Film ist angelegt wie eine Großproduktion. Die Production Values sehen erstaunlich teuer und aufwendig aus, obwohl der Film die Bösartigkeit und Durchgeknalltheit einer Indie-Produktion aufweist. Wenn der Film dann seine ernsten Momente hat und das Drama in den Vordergrund stellt, bemerkt man die Güte der Darsteller und die Professionalität der Inszenierung.
Prompt folgt natürlich wieder eine ironische Brechung der unglaublichen Art, der eine Splatterszene der fiesesten Art folgt, worauf sich dann schlussendlich erneut ein unglaublicher Plottwist reiht, der regelrecht rührt. Danach geht alles wieder von vorne los.
Ein Freund, der den Film bereits Anfang 2004 in Rotterdam erblicken durfte, meinte vor meinem Kinobesuch "Schnall Dich an!". Ich möchte ergänzen "Rauchen und trinken einstellen!", denn dieser Film ist Droge genug. Wie von einem genialischen Drogenhirn erstellt, macht er jedoch genauso süchtig wie die Stoffe, die im Hirn des Regisseurs/Drehbuchautoren gewütet haben müssen.
Mirco Hölling (23.08.2004) | Mirco Hölling sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg |           25.08.2004, 11:31 | | |
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Alles anders, irgendwie... | Direktlink  | Was für ein edles Filmchen. Nichts ahnend, ohne jede Erwartungshaltung beginne ich mich auf "Save the Green Planet" einzulassen.
Die ersten Minuten prasseln relativ emotionslos an mir ab. Ein dämlich-komischer Japan-Streifen, ohne sinnreiche Handlung, Emotionen und große Momente. Es schien so, besonders der Hauptdarsteller wird als solcher Trottel dargestellt, dass man unweigerlich sehr schnell zum Schluss kommt, dass der weitere Filmablauf ausgebreitet vor einem liegt.
Weit gefehlt! Sobald die ersten Folterexkursionen und Schmerz verzehrten Schreie in Mark und Bein übergehen, hinterfragt man bereits die asiatischen Zutaten, für eine lustige Slapstickkomödie. Spätestens mit der Wandlung des vertrottelten Hauptdarsteller, in einen von vergangenen Tragödien geplagten und gezeichneten Einzelgänger, dessen grausame Taten ganz plötzlich Mitleid und Anerkennung vom Zuschauer ernten, weiß man nicht mehr, was hier passiert.
Dramatik, Komödie, blutige Action-, Folterszenen und Sc-Fi prasseln in einer nicht mehr endenden Achterbahnfahrt auf den Zuschauer nieder und diese Erfahrung bleibt haften, auch nach dem Film.
Dass das Ganze ein wenig sehr krank daherkommt und mit jedem Atemhauch seine asiatische Herkunft verrät, ist nicht allzu verwunderlich, sofern man sich in dem Milieu ein wenig Zuhause fühlt.
Zur Story sei noch erwähnt, dass der Titel "Save the Green Planet" bereits sehr viel aussagt.
Ein scheinbar geistesgestörter Mann sperrt einen, für ihn als Alien "entlarvten" Komissar, in seinen Keller ein, und erhofft sich durch ihn in Kontakt zu seiner Alienspezies zu gelangen, die irgendwo im Orbit umher treibt.
Bereits diese Beschreibung lässt eine durchgeknallte Slapstickkomödie erhoffen, aber lasst euch nicht täuschen, in Asien sind (unkritischer Spoiler) "Raum und Zeit eben anders". | Horowitz sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           18.06.2005, 01:39 | | |
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